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Heidi Klums neue TV-Show „Germany’s Next Topmodel“, zu sehen immer mittwochs ab 20:15 Uhr auf ProSieben, bekommt mehr Sendezeit. Die Model-Show läuft seit Januar und musste bereits einiges an Kritik über sich ergehen lassen. Trotzdem sind die Einschaltquoten hoch, weshalb ab 15. März die letzten drei Folgen auf jeweils zwei Stunden verlängert werden.
Aus über 11.600 Bewerberinnen wurden sie gewählt: die 32 Kandidatinnen mit den besten Chancen, „Germany’s Next Topmodel“ zu werden. Die jungen Frauen wurden zu Heidi Klum in die Show geladen, in der gleich schonungslos alle kleinen Lügen der Kandidatinnen in den Angaben über ihre Maße aufgedeckt wurden. Bei jedem Mädchen wurde nachgemessen und beinahe alle haben „geschummelt“ und sich beispielsweise größer gemacht, als sie sind.
Schlussendlich wurden zwölf (also weniger als die Hälfte) von ihnen für die nächste Runde ausgewählt. Nach dem Vorbild der US-Show „America’s Next Topmodel“, moderiert von Tyra Banks, müssen die Kandidatinnen verschiedene Aufgaben bewältigen. Zum Beispiel sollen sie innerhalb kürzester Zeit und mit begrenztem Budget ein möglichst laufstegtaugliches Outfit in einem Second-Hand-Laden zusammenstellen oder einmal völlig ungeschminkt vor der Kamera posieren. Am Ende winkt neben einem Modelvertrag auch ein Fotoshooting mit der deutschen „Cosmopolitan“.
Vor einer vierköpfigen Jury müssen sich die jungen Modeltalente beweisen. Es geht darum, wer sich am natürlichsten vor der Kamera bewegen kann, wer am wandelbarsten ist und am meisten Selbstbewusstsein und Ausstrahlung zeigt. Für ein zukünftiges Topmodel ist aber auch ein makelloser Körper unerlässlich. Bestehen kann nur, wer sehr schlank ist.
Letztendlich entscheiden über Sein oder Nicht-Sein der Kandidatinnen Heidi Klum selbst, Armin Morbach, als Haar- und Make-Up-Spezialist in der Modewelt bekannt, Bruce Darnell, einer der gefragtesten Choreografen für Mode-Shows, und Peyman Amin, Model-Agent bei IMG, der weltgrößten Model-Agentur.
Die Jury gibt in jeder Runde Kommentare zu den einzelnen Kandidatinnen und den Aufgaben, die sie bewältigen mussten, ab. Genau wegen dieser Kommentare geriet die ProSieben-Show unter heftigen Beschuss. Durch Aussagen über angeblich „zu dicke“ Kandidatinnen soll die Jury Magersucht und andere Essstörungen bei jungen Mädchen fördern. Doch diese Kritik kam nicht etwa vom Publikum oder von Kritikern. Sie kam direkt von der Politik. Von Seiten der FDP wurde sogar verlangt, die Show wieder aus dem Programm zu nehmen, da sie Oberflächlichkeit anstatt der „Werte, die wirklich zählen“ vermitteln würde.
Heidi Klum findet die Vorwürfe ungerecht. Sie ist stolz auf ihre Sendung, da sie unverblümt zeigt, „wie es ist“. Auch die Kandidatinnen selbst nahmen in einem offenen Brief Stellung zur Kritik an der Show und betonten, dass sie die Zeit genießen und dass - entgegen allen Gerüchten - bei den Dreharbeiten niemand Hunger leiden müsse.
Dass die Show polarisiert und kontroverse Standpunkte hervorrufen würde, war vorhersehbar. Vielleicht war es auch die Absicht der Produzenten der Show, einen möglichst großen Medienrummel zu provozieren. Unangebracht ist die Diskussion darüber, ob die Sendung Essstörungen fördert, auf jeden Fall. Wenn die Show wegen ihrer „großen Gefahr“ für junge Mädchen aus dem Programm genommen werden sollte, müssten auch viele Werbungen und Mode-Magazine verboten werden. Dort sieht man schließlich auch ständig Frauen mit ähnlichen Maßen, die uns täglich dieses zum Teil gefährliche Schönheitsideal vermitteln.
Klums Model-Show zeigt, was von einem Mädchen, das in diesem Business bestehen will, verlangt wird - und das ist viel. Gesucht wird ein zukünftiges Topmodel. Das war von Anfang an klar. Dass die Modelbranche kein Zuckerschlecken ist, dürfte mittlerweile auch weitläufig bekannt sein. Und dass man als Model in die produzierten Kleider, die natürlich nur in bestimmten Größen vorhanden sind, passen muss, ist sicher eindeutig. Der Modelberuf ist harte Arbeit und dem Körper wird dabei vieles abverlangt. Disziplin, mentale Stärke und vor allem Vertrauen in sich selbst sind unverzichtbar, denn in diesem Business herrscht ein harter Wettbewerb. Das zeigt sich auch in der Sendung: Neid und Gezänk unter den Kandidatinnen stehen an der Tagesordnung. Das macht die Show aber interessant und wirkt sich sicher nicht negativ auf die Einschaltquoten aus.
Mit der Sendezeiterweiterung will ProSieben auf die positiven Reaktionen aus dem Publikum reagieren. Infos zu den einzelnen Folgen, sowie Fotos, Videos und Hintergrundberichte finden Sie auf www.prosieben.de. In unserem Forum können Sie über Für und Wider von Heidi Klums Modelcasting-Show diskutieren.
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