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Vitamine und Mineralstoffe - Gefahr durch Mangelerscheinungen


23.02.2006 (I. Switil) Kategorie: Gesundheit

Vitamine, ihre Aufgaben und ihr Vorkommen

Der menschliche Körper braucht Vitamine und Mineralstoffe um gesund zu bleiben. Fehlende Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 führen in den Zellen zu einer erhöhten Konzentration an Homocytein, das ein Zwischenprodukt im Eiweißstoffwechsel ist und Vitamine bzw. Folsäure zu seinem Abbau braucht. Ein zu hoher Homocyteinspiegel kann die Blutgefäße schädigen und gilt als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall, Thrombose oder Herzinfarkt. Alle B-Vitamine kommen in Vollkornprodukten, Milchprodukten, Fleisch oder grünem Blattgemüse vor. Folsäure nimmt man ebenso in grünem Blattgemüse, aber auch in Leber auf.

Vitamin E dient als Zellschutz und kann darüber hinaus vor Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall schützen. Dieses Vitamin ist in erster Linie in pflanzlichen Ölen wie Rapsöl enthalten.

Vitamin C fängt freie Radikale (krebserregende Stoffe) ab. Vereinzelt besteht auch die Ansicht, dass es Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt. Weiter ist Vitamin C besonders für die Abwehrkräfte wichtig; gerade im Winter neigt der Körper zu Vitamin C- Mangel, da man jahreszeitenbedingt davon wenig zu sich nimmt. Vitamin C ist unter anderem in Zitrusfrüchten und grünem Gemüse enthalten.

Vitamin A dient zum Aufbau des Sehpurpurs und ist ebenfalls wichtig für den Stoffwechsel der Haut. Vitamin D spielt eine große Rolle im Mineralhaushalt. Vitamin A findet man in gelben Früchten und Gemüse (z.B. Pfirsiche und Karotten), aber auch in grünem Blattgemüse. Vitamin D ist in Meeresfrüchten, Leber und Eidotter enthalten.

Wichtige Mineralstoffe

Eisen wird für die Funktion aller Zellen benötigt. Es wird für den Bau von Häm-Proteinen gebraucht. Unkomplexiertes Eisen kann toxisch wirken und an der Entstehung freier Radikale beteiligt sein. Damit ist die Fähigkeit zu Sauerstofftransport und Sauerstoffaufnahme ebenso wie der mitochondriale Elektronentransport und letztlich der gesamte Energiestoffwechsel von einem ausreichenden Eisenangebot abhängig.

Zink ist Bestandteil von mehr als 300 Enzymen und notwendig für die Aufrechterhaltung von Struktur und Funktion biologischer Membranen. Es wird außerdem für den Eiweißstoffwechsel gebraucht. Selen ist ein wichtiger Wachstumsfaktor für fast alle Zellen und wie Zink ein wichtiger Baustein für Enzyme.

Symptome und Risikogruppen

Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Zahnfleischentzündungen und -blutungen, Anfälligkeit für Infektionskrankheiten oder Entzündungen und Stoffwechselstörungen sind mögliche Anzeichen für einen Mangel, wobei es darauf ankommt, welches Vitamin oder welcher Mineralstoff vermindert vorhanden ist.

Mängel können durch ungesunde Ernährung und Darmkrankheiten ausgelöst werden. Besonders gefährdet sind Menschen, die sich einseitig ernähren, Raucher, Menschen mit erhöhtem Alkoholkonsum, Schwangere und Stillende, sowie ältere Menschen und Personen mit Magen-Darm-Erkrankungen. Auch regelmäßige Medikamenteneinnahme kann zu einem verstärkten Abbau von Vitaminen und Mineralstoffen und damit zu einem Mangel führen.

Um einen Mangel festzustellen gibt es unterschiedliche Methoden, unter anderem eine Haarmineralanalyse, angewandte Kinesiologie, Blutuntersuchungen oder Elektroakupunktur nach Dr. Voll. Im Folgenden werden diese Methoden vorgestellt.

Haarmineralanalyse

Durch das langsame Wachstum des Haares können die ermittelten Resultate einer Haaranalyse aussagekräftiger als bei Blut- oder Urinuntersuchungen sein, da letztere lediglich die Werte des Entnahmetages anzeigen können. Bei der Haarmineralanalyse können vom geschulten Alternativmediziner lang anhaltende Mängel festgestellt werden. Die Probenentnahme für eine Haaranalyse ist absolut schmerzfrei und sehr einfach.

Dieses Verfahren ist jedoch nicht so genau, wie es beworben wird, da das Haar nicht mit den Körperspeichern der Vitamine und Mineralstoffe im Gleichgewicht steht. Die Analyseergebnisse werden auch von vielen verschiedenen Faktoren verfälscht, wie zum Beispiel äußerlichen Einflüssen (Shampoo) oder der Haarlänge.

Kinesiologie und Dunkelfeld-Blutdiagnostik

Ein weiteres Verfahren ist die angewandte Kinesiologie. Diese ist sowohl ein diagnostisches, als auch ein therapeutisches Naturheilkundeverfahren. Sie arbeitet mit einem Muskeltest - den Armlängentest. Man geht bei der angewandten Kinesiologie davon aus, dass jeder Mensch, auf etwas angesprochen, mit Spannung im Körper reagiert.

Der Patient liegt auf dem Rücken und streckt dabei die Arme über den Kopf aus. Je nach Reaktion auf bestimmte Stoffe, die genannt werden, verlängert sich der Arm durch Muskelentspannung oder verkürzt sich durch Anspannung. Auf diese Weise kann ein Vitaminmangel „erfragt“ werden.

Die Dunkelfeld-Diagnostik ermöglicht es, den Nährboden im menschlichen Körper zu beurteilen. Dabei steht die biologische, und nicht wie in der Schulmedizin die chemische, Betrachtungsweise im Vordergrund. Durch Umwelteinflüsse wie falsche Ernährung, Umweltgifte und Stress verändert sich das innere Milieu immer stärker in Richtung sauer, was dazu führt, dass sich bestimmte Faktoren in unserem Körper krankhaft verändern.

Um Krankheiten oder Mängel zu erkennen, wird dem Patienten Blut abgenommen und auf einem Objektträger mit bestimmten Mitteln eingefärbt; wodurch gewisse hoch valente Formen sichtbar werden. Auf diesen Bildern kann der Experte erkennen, ob der Patient an einer Krankheit oder einem Mangel leidet.

Bei der Therapie wird der Säure-Basen-Haushalt des Körpers durch basische Ernährung und Flüssigkeitszufuhr wieder ins Gleichgewicht gebracht.

Elektroakupunktur nach Doktor Reinhard Voll (EAV)

Nach Vorstellung in der Akupunktur muss ein elementares Gleichgewicht zwischen Ying und Yang hergestellt werden um gesund zu bleiben. Dazu dient ein Netz von Akupunkturpunkten auf der Hautoberfläche, die mit den inneren Organen verbunden sind. Es gibt unterschiedliche Akupunkturpunkte für die einzelnen Organe, aber auch für den Vitamin- und Mineralstoffhaushalt.

Bei der Elektroakupunktur wird nicht primär nach den Symptomen gesucht, sondern nach der Ursache einer Erkrankung. Mit einem speziellen Messinstrument werden auf der Haut Widerstandsmessungen an Akupunkturpunkten der Hände, Füße und des Kopfes gemacht. Dabei wird das Reaktionspotenzial des Organs gemessen, das Auskunft über den energetischen Zustand des Organs gibt. Danach werden an den Akupunkturpunkten kleine Spannungen angelegt. Je nach Krankheitsgrad verändert sich dabei der Widerstand. Dieser wird dann anhand einer Messskala am Elektroakupunkturgerät sichtbar. Der dafür geschulte Experte kann anhand dieser Skala feststellen, um welchen Mangel oder welche Krankheit es sich handelt.

Blutuntersuchung

Bei der Blutabnahme wird die Probe auf die unterschiedlichen Vitamine und Mineralstoffe mit Hilfe von chemischen Zusätzen getestet. Dabei kann erkannt werden, ob ein ausreichender Anteil im Blut vorhanden ist oder ob das Blut Mängel aufweist.

Eine Blutuntersuchung ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn der Verdacht auf einen Mangel besteht. Der dafür notwendige Bluttest ist nicht routinemäßig und kann bis zu € 1.000 kosten. Krankenkassen übernehmen diese Kosten nur, wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt.

Pro und Contra

Die aufgezählten und kurz erklärten Methoden dienen zu einem groben Überblick über die Vielfalt der Möglichkeiten, sich auf einen Vitamin- oder Mineralstoffmangel untersuchen zu lassen.

Um sicher zu gehen, sollte man sich jedoch für die Blutuntersuchung beim Arzt entscheiden, da diese Untersuchung speziell dafür entwickelt wurde. Die anderen erwähnten Methoden haben ihren Ursprung in Bereichen der Alternativmedizin und werden lediglich auf Vitamin- und Mineralstoffmangel umgelegt und demnach interpretiert. Diese Ergebnisse sind Interpretation und keine nachweisbaren Fakten!

Neben der Qualität der Untersuchungen unterscheiden sich auch die Kosten; die Ausgaben für die Untersuchungen werden nur in medizinischen Notfällen von den Krankenkassen bezahlt. Die Alternativmedizin kann dadurch sogar günstiger ausfallen. Man sollte jedoch das Preis-Leistungs-Verhältnis nie aus dem Auge lassen.

Auch Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamintabletten sind nicht der beste Weg einem Mangel vorzubeugen. Die Einnahme „zur Sicherheit“ oder „zur Stärkung der Abwehrkräfte“, wie es uns manche Werbungen weismachen wollen, hat keinen Sinn, da man Vitamine nur in geringen Mengen braucht, die man ohne Probleme in der normaler Kost aufnehmen kann, die überschüssigen Mengen aber sofort ausgeschieden werden. Es gibt zwar außer den Kosten keine großen Nachteile Vitamine in Tablettenform einzunehmen, aber es hat auch keinen erkennbaren Nutzen.

Die einfachste, effektivste und günstigste Möglichkeit Mängeln zu entgehen und auf damit verbundene Untersuchungen zu verzichten, ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Besonders im Winter sollte man darauf achten viel frisches Obst und Gemüse zu essen, um ausreichend Vitamine aufzunehmen und dadurch Mangelerscheinungen und Krankheiten vorzubeugen.



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