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Nach dem Tod von Papst Johannes Paul II, wurde der Leichnam am Montagabend vor dem Hauptaltar des Petersdoms aufgebahrt. In einer Prozession, ausgehend vom Apostolischen Palast über den Petersplatz, wurde die Bahre bis in den Dom hinein gebracht. Dort können alle Menschen dem Verstorbenen die letzte Ehre erweisen. Als die Bahre über den Petersplatz getragen wurde, hielten die zwölf Träger mitten auf der Piazza inne, um den Verstorbenen dem Fernsehen zu präsentieren, damit Anhänger in aller Welt Abschied nehmen konnten. Es war das erste Mal in der Geschichte, dass diese Prozession live im Fernsehen übertragen werden konnte.
Conclave - Die Wahl des Papstes
Der Papst
Der Papst amtiert sein gesamtes Leben lang. Wenn der Papst gestorben ist, wird sein Kammerdiener, der Camerlengo, bis zur Bestimmung des neuen Papstes seinen Platz übernehmen. Er erhält alle päpstlichen Rechte und Pflichten.
Die Vorbereitungen
Alle Kardinäle, unter ihnen die Preferiti, werden erst in die Vatikanstadt und dann zur Wahl in die Sixtinische Kapelle gerufen. Wenn sie sich alle dort versammelt haben, werden die Türen verschlossen und die Fenster komplett mit lichtundurchlässigen Vorhängen verhängt. Diese Sicherheitsvorkehrungen werden beibehalten, bis der neue Papst gewählt wurde. Dies wird so gehandhabt, damit kein vorzeitiges Ergebnis nach außen gelangen kann.
Die Preferiti
Unter den Kardinälen gibt es wenige Bevorzugte, die Preferiti. Ihre Lebensläufe wurden vor der Wahl bis ins Detail geprüft, damit nichts in ihrer Vergangenheit entdeckt und somit der Kirche Schaden zufügen könnte. Sie werden noch zu Lebzeiten des Papstes benannt. Es ist garantiert, dass einer von ihnen zum neuen Papst gewählt wird, da sie das Wohlwollen des Papstes erhielten.
Die Wahl
Es wird ein kleiner Wahlzettel an jeden Kardinal verteilt, worauf sie den Namen des Kardinals schreiben, den sie als nächsten Papst wollen. Diese Zettel werden in einem Gefäß gesammelt, das zum Altar getragen wird. Dort wird von einem weiteren Kardinal (der selbst nicht an der Wahl teilnehmen darf) immer wieder ein Wahlzettel entnommen und verlesen. Ein weiterer Kardinal (auch er darf nicht an der Wahl teilnehmen) macht für jeden aufgerufenen Namen einen Strich hinter diesem Namen, der auf der Liste aller anwesenden Kardinäle steht. Sobald der Name verlesen wurde, wird der Zettel auf eine Schnur gezogen. Nachdem der letzte Wahlzettel aufgereiht wurde wird das Wahlergebnis festgestellt. Nur wenn es eine einstimmige Wahl ist, kann sie gewertet werden. (Nach dem 38. Wahlgang reicht eine 2/3 Mehrheit um den neuen Papst zu bestimmten.) Wenn es keine einstimmige Wahl ist, dann werden die aufgereihten Wahlzettel mit Wasser übergossen und im Kapellenkamin verbrannt. So entsteht schwarzer Rauch, der somit das Ergebnis für die Außenwelt preisgibt. Wenn es tatsächlich zu einem einstimmigen Wahlergebnis gekommen ist, werden die Wahlzettel ohne Wasser verbrannt, somit ist der Rauch weiß und die Öffentlichkeit wird von der Existenz des neuen Papstes in Kenntnis gesetzt.
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