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Jetzt haben die unzähligen Spekulationen von Deutschlands Bevölkerung über die vermutlich geplanten Beschlüsse und zukünftigen Regierungsziele ein Ende, denn am 11. November 2005 wurde der Koalitionsvertrag zwischen SPD und der Union geschlossen.
Unter der Devise „Gemeinsam handeln - mit Mut und Menschlichkeit“ wollte die Bundesregierung einen Vertrag festsetzen, dessen Inhalte - Beschlüsse und Bestimmungen - dazu dienen sollen, die stetig wachsenden Probleme in der Bundesrepublik wie zum Beispiel die hohe Arbeitslosigkeit, die bei rund fünf Millionen Arbeitslosen etwa 12 Prozent der Deutschen betrifft, einzudämmen, ganz abzuschaffen oder zumindest Fördermaßnahmen festzulegen.
Im Bereich Bildung und Ausbildung, welcher bekanntlich der Schlüssel für individuelle Lebenschancen und kulturelle Teilhabe ist und für Entwicklung und Innovation steht, wurden unter der Voraussetzung, dass keine Begabung ungenutzt bleibt, einige Änderungen vorgenommen.
Chancengleichheit für Eltern und Kinder
Im Bereich der Bildung soll eine Chancengleichheit erreicht werden, die neben einer besseren Betreuung auch frühe und individuelle Förderung vorsieht. Im Einzelnen bedeutet das folgendes: Kleinkinder sollen von Anfang an besser und individueller gefördert werden. Darin inbegriffen ist das Ziel, vor allem ausländischen Kindern die deutsche Sprache schon vor Beginn der Grundschule nahe zu bringen, um später im Unterricht eine Erleichterung durch das bereits vorhandene Wissen zu gewährleisten.
Damit die Eltern Familie und Beruf miteinander vereinbaren können, will man eine ganztägige Bildung und Erziehung schaffen, um so alle Talente zielorientiert zu fördern und Schwächen auszugleichen. Dazu setzt die Bundesregierung auf den weiteren Ausbau von Ganztagsschulen.
Die Pläne hinsichtlich des Hochschulsystems
Von den Ganztagsschulen nun zu den Hochschulen, die das Fundament unseres Wissenschaftssystems bilden: Sie qualifizieren in wachsendem Umfang den Nachwuchs der Wissensgesellschaft. Als Schnittstellen zwischen Bildung, Forschung und Innovation entscheiden sie über die Arbeitsplätze von morgen, über den gesellschaftlichen Fortschritt und die soziale Sicherheit. Um dies nun in einem noch höheren Maße zu sichern, sollen Autonomie, Exzellenz, Verantwortung, Freiheit und Wettbewerb die Leitbilder für das zukünftige Hochschulwesen sein.
Doch nicht nur das. Um das alles noch zu übertreffen, hat man sich zur Aufgabe gemacht, das deutsche Hochschulsystem auf Weltniveau zu bringen.
Um das Ansteigen der Studierendenzahl zu sichern, versucht man außerdem, eine exzellente und bedarfsgerechte Ausbildung an den Universitäten gewährleisten zu können.
Da Deutschland mehr Hochqualifizierte benötigt, um den wirtschaftlichen Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden, sollen mindestens 40 Prozent eines Altersjahrgangs für ein Hochschulstudium gewonnen werden. Im Jahr 2005 nahmen laut OECD-Vergleich 35,6 Prozent ein Studium auf, während die Studienanfängerquote in Industriestaaten wie Finnland, Schweden, Norwegen, Polen, Australien oder Island bereits die 60-Prozent-Grenze überschritten hat.
In NRW beispielsweise werden den Hochschulen für das Jahr 2006 die rund 2,8 Milliarden Euro Landesmittel zugesichert. Diese wurden bereits im Qualitätspakt, den das Land NRW und die Hochschulen geschlossen haben, vereinbart. Investitionen, die nicht nur positive Konsequenzen nach sich ziehen, denn mit jeder Investition werden in anderen Bereichen Kürzungen vorgenommen, welche dann die gesamte Bundesrepublik betreffen.
So hat das Innovationsministerium seinen Beitrag in Bezug auf die Haushaltskonsolidierung geleistet, was sich auf landeseigene Einrichtungen, institutionelle Förderung sowie auf die Projekt- und Programmförderung auswirkt, und zwar mit Einsparungen um durchschnittlich 20 Prozent. Das entspricht einem Konsolidierungsbeitrag von rund 40 Millionen Euro. Dieser Betrag beinhaltet zum Beispiel Einsparungen bei den Zuschüssen für die Studentenwerke in Höhe von 8,17 Millionen Euro.
Wirtschaftsprofessor Andreas Pinkwart übernimmt als der neue Innovationsminister des Landes NRW eines der wichtigsten Ministerien überhaupt. Das neu geschaffene Ministerium setzt sich aus den Bereichen Wissenschaft, Forschung und Technologie zusammen, dessen Zielsetzung es vorsieht, die vorab genannten Bildungsbereiche näher an die Wirtschaft heranzuführen.
In der Frage der Studiengebühren sind die Koalitionspartner unterschiedlicher Auffassung, sodass diesbezüglich weitere Resultate abgewartet werden müssen.
Zum Aspekt des BAföG als Sozialleistung zur Finanzierung des Lebensunterhaltes während des Studiums wird festgehalten, dass keine Reduzierung des Zuschusses geplant ist.
Geplant ist allerdings der Ausbau der Begabtenförderung, um junge Talente und Nachwuchswissenschaftler zu fördern und ihnen mannigfaltige Karriereperspektiven zu eröffnen.
Stärkung des dualen Ausbildungssystems
Ein weiteres bedeutsames Anliegen der Bundesregierung ist, das duale Ausbildungssystem, welches die geregelte Ausbildung zwischen dem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule betrifft, zu stärken und somit Ausbildungschancen für jeden zu schaffen. Dass dies eine dringende Notwendigkeit ist, belegen folgende Zahlen: Von den in Deutschland lebenden 25-Jährigen haben 155.000 (17,1 Prozent) keinen Abschluss der Sekundarstufe II erreicht, was bedeutet, dass sie weder eine abgeschlossene Berufsausbildung noch das Abitur vorzuweisen haben.
Die Bundesregierung wird sich künftig jedoch bemühen, das schwerwiegende Problem der Arbeitsmarktpolitik durch kompromissvolle Entscheidungen zu lösen, damit kein Jugendlicher unter 25 Jahren länger als drei Monate arbeitslos ist.
Ohne Frage ein schwieriger Weg bis zum Ziel. Ein Ziel, das, gerade auf das duale Ausbildungssystem bezogen, ein wenig unrealistisch erscheint, zumal heutzutage teilweise das Problem vorherrscht, dass selbst die Menschen keine beruflichen Chancen haben, die eine erfolgreich absolvierte Ausbildung nachweisen können.
Die Zielsetzungen werden nur mit harter Arbeit, Fleiß und einer großen Portion Ehrgeiz zu erreichen sein. Sie bieten aber auch Hoffnung. Aussichten auf künftige Arbeitsplätze, die innovativer gestaltet werden können und sollen. Und auch die Aufgabe, dass Jugendliche nicht länger als drei Monate arbeitslos bleiben, stellt hohe, aber dennoch keine nicht zu bewältigende Herausforderungen dar und so sollten alle Bürger ein wenig Vertrauen in diese Pläne geben und für deren erfolgreiche Umsetzung vielleicht auch selbst ein paar Konzepte mit einbringen.
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