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Jedes Jahr zur gleichen Zeit findet die islamische Wallfahrt Hadsch statt. Männliche Pilger aus aller Welt machen sich dann, in weiße Tücher gehüllt, auf den Weg nach Mina in Saudi-Arabien, um dort einen Zustand der kultischen Reinheit zu erreichen. Bisher kam es schon oft zu Zwischenfällen auf dem Hadsch, so auch dieses Jahr.
Am 12. Januar 2006, dem dritten Tag der symbolischen Steinigung des Teufels, geschah das Unglück. Die Pilger hatten gerade die 15 Kilometer lange Jaramar Brücke erreicht, um von dieser kleine Steine auf drei Säulen zu werfen, die den Teufel symbolisieren. Im Gedränge stürzte ein Pilger über ein Gepäckstück und löste somit eine Kettenreaktion aus. Panik brach aus, sodass immer mehr Pilger zu Boden gingen und sich gegenseitig erdrückten. Insgesamt starben über 345 Menschen, mehr als 250 wurden verletzt.
Einziger Trost: Nach islamischen Glauben heißt es, dass beim Hadsch Verstorbene direkt ins Paradies gelangen.
Zum diesjährigen Hadsch versammelten sich mehr als 2,5 Mio. Pilger aus 188 Nationen. Laut Koran soll jeder Muslim, bzw. ein Vertreter seiner Familie, der genügend finanzielle Mittel besitzt, einmal im Leben am Hadsch teilnehmen.
Der Hadsch gehört zu den fünf Säulen des Islam, welche sind: das Bekenntnis zu Allah, das fünfmalige Beten am Tag, das Zahlen von Almosen, das Fasten im Ramadan und schließlich die Pilgerreise nach Mekka.
Diese beginnt am 8. Dhul al-Hidscha (Januar). Die Pilger hüllen sich in das weiße Pilgergewand (Ihram) und brechen nach Mina auf, wo sie bis zum nächsten Morgen verweilen. Von dort aus gehen sie zum Berg Arafat, der auch „Berg der Vergebung“ genannt wird, um Allah (Gott) um dieselbige zu bitten. Am übernächsten Tag steht dann traditionell die symbolische Steinigung des Teufels an, bei der das Unglück passierte.
Die Brücke Jaramar ist auf dem Weg der Pilger die engste zu überwältigende Stelle, wodurch das Gedränge und schließlich die Massenpanik ausgelöst wurden. Des Öfteren schon kam es bei dieser Pilgerreise zu Vorfällen. In der Zeltstadt brach in verschiedenen Jahren Feuer aus und am 20. November 1979 besetzte sogar eine Gruppe militanter Moslems Mekkas Große Moschee.
Es bleibt zu hoffen, dass der nächste Hadsch friedlicher verläuft.
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