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Jeder zehnte Neuinfizierte trägt resistentes HI-Virus in sich


09.03.2006 (O. Hoffmann) Kategorie: Wissenschaft

Bild: www.epica-awards.com

Es scheint so, als würden sich die Menschen ausschließlich am 1. Dezember, am Weltaidstag, daran erinnern, dass Aids eine tödliche Krankheit ist und jeder, wirklich jeder davon betroffen sein kann. Denn: die Zahl der HIV-Neuinfektionen steigt und steigt.

Jede Minute infizieren sich 10 Menschen mit dem tödlichen Erreger, jede Stunde 600 Menschen. Jeden Tag sind das 14.400 Menschen, die sich mit HIV infizieren!

Ende 2005 war das Motte des Weltaidstages: „Gemeinsam gegen Aids: Wir übernehmen Verantwortung - für uns selbst und andere.“ Doch ist das wirklich so? Versuchen nicht gerade gesunde Menschen die Krankheit immer wieder zu verdrängen, frei nach dem Motto „Mich trifft es ja sowieso nicht?“ Und übernehmen Infizierte wirklich genug Verantwortung?

Es scheint nicht so, denn rund zehn Prozent der Neuinfizierten trägt das resistente HI-Virus in sich, das sich durch einen Infizierten übertragen hat, der genau wusste, dass er HIV-positiv und antiretroviral behandelt worden ist. Heutzutage ist es zwar möglich mit einer frühzeitig begonnen Kombinationstherapie, die konsequent ein Leben lang durchgeführt werden muss, eine ganz normale Lebenserwartung zu erlangen, doch zu welchem Preis?

Die derzeit 40 eingesetzten Medikamente richten sich gegen den Erreger und zwingen das Virus dadurch in die Knie. Zumindest vorläufig, denn es verschwinden nie, sondern zieht sich lediglich in so genannte T-Zellen - besser bekannt als eine Gruppe der weißen Blutkörperchen - zurück und liegt dort lebenslang auf der Lauer. Problematisch ist, dass das HI-Virus besonders bei einer nicht regelmäßigen Einnahme der Medikamente mutieren kann. Dies geschieht dadurch, dass das Virus bei einer unterbrochenen Behandlung wieder erwacht und sich weiter vermehren und verändern kann. Bei längerem Aussetzen der Medikamente kann es passieren, dass sich Viren im Körper „verstecken“ und so resistent gegen das Medikament werden.

Wenn sich also jemand mit den resistenten HI-Viren, deren Erbgut sich verändert hat, ansteckt, ist es möglich, dass einzelne oder gar mehrere Medikamentengruppen die Vermehrung des Virus nicht mehr hemmen können und die Ärzte machtlos sind.

Darum gilt für jeden, auch für HIV-Patienten in erfolgreicher Behandlung: Zum Schutz vor Ansteckung oder Verbreitung gibt es außer Safer Sex keine Alternative!

www.gib-aids-keine-chance.de
www.gemeinsam-gegen-aids.de



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