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Richtig bewerben - Aber wie? - Teil 1


14.03.2006 (M. Tremschnig) Kategorie: Wirtschaft

Bild: www.kissme-hannover.de

Egal, ob Vollzeit, Teilzeit, Studentenjob, 400-Euro-Job, Ausbildung oder Praktikum - alle Stehen vor der gleichen Aufgabe: Sich vernünftig zu Bewerben um eine realistische Chance auf die gewünschte Stelle zu bekommen. Um Ihnen dabei zu helfen, haben wir eine zweiteilige Artikelserie zusammengestellt, die Sie dabei unterstützen soll. Der erste Teil befasst sich deshalb ausgiebig mit dem Thema „Bewerbungsmappe“, während im zweiten Teil die Themen „Einstellungstest“ und „Bewerbungsgespräch“ behandelt werden.

Vom Erstellen einer Bewerbungsmappe bis hin zum persönlichen, überzeugenden Vorstellungsgespräch, ist es oft ein langer Weg, besonders bei der angespannten Lage des Arbeitsmarktes, bei der sich oft eine Vielzahl von Menschen auf eine Stelle oder einen Ausbildungsplatz bewirbt. Mit unseren Tipps fallen die Schritte zum Ziel etwas leichter.

Zu Beginn sollte man sich klar werden, was genau man erreichen will. Um diese Frage zu beantworten ist es notwendig, sich sorgfältig über das ausgewählte Unternehmen zu informieren und die Anforderungen, die das Unternehmen an Bewerber stellt, genau zu überprüfen. Das kann z. B. mit Hilfe des Internets geschehen, da viele Unternehmen sich inzwischen auch online präsentieren. (Wer nicht hinreichend informiert ist und wenig Neugier und Interesse zeigt weitere Fragen zu stellen, macht schnell einen schlechten Eindruck.)

Passt man in das Profil? Kann man die Anforderungen erfüllen? Wenn beide Faktoren zutreffen, sollte man sich schriftlich oder via elektronischer Bewerbung (E-Mail) an die Personalabteilung und die dafür zuständige Bearbeiterin wenden. Eine individuell auf das Unternehmen maßgeschneiderte Bewerbung zu verfassen ist ratsam. Aber wie?

Die Bewerbungsmappe

Abgesehen von durchgängiger Schrift, gleich bleibender Schreibweise, gezieltem Farbeinsatz und einem ansprechenden Design ist es für eine aussagekräftige Bewerbung unabdingbar, die richtigen Anlagen beizufügen. Vollständige Bewerbungsunterlagen beinhalten:

Die Bewerbung - auch Motivationsschreiben genannt - (in dem man begründen sollte, wieso man sich bewirbt und wieso man die Anforderungen in der Ausschreibung des Unternehmens erfüllen kann), einen Lebenslauf mit Foto (keine Privatfotos, man sollte angemessen gekleidet sein, sympathisch und kompetent wirken) und Schul- sowie Arbeitszeugnisse, Zertifikate von Weiterbildungskursen etc.

Einen besonders guten Eindruck machen stets freiwillige Tätigkeiten, Hobbys und ehrenamtliche Aufgaben, die man erfüllt hat. Sie deuten soziale Kompetenzen wie Engagement und Teamgeist an, die heute genauso gefragt sind, wie die berufliche Qualifikation.

Zudem sollten die Inhalte etwas über Motivation und Person verraten. Die Bewerbung ist wie eine „Visitenkarte“ und das erste, das der zuständige Personalverantwortliche sieht. Der erste Eindruck ist schließlich meist entscheidend.

Wie die Bewerbungsmappe aussieht, liegt im eigenen Ermessen. Jedoch sollte die Mappe das Format A4 haben, einen ordentlichen und seriösen Eindruck vermitteln und die Unterlagen schützen. „Eselohren“ verweisen auf einen schlampigen, faulen Charakter, den sich kein Arbeitgeber wünscht. Vermutlich würde jeder Bewerbungstrainer unterschreiben, dass bei 300 bis 500 Bewerbungen als erstes die in Ablage „P“ - für Papierkorb - landen, die nicht einmal die formalen Anforderungen erfüllen.

1. Das Motivations- bzw. Bewerbungsschreiben

Es sollte beinhalten, für welche Stelle man sich bewirbt und woher man die Informationen der Ausschreibung hat. Folgende Fragen sollten in der Einleitung des Schreibens beantwortet werden:
- Wer bin ich?
- Weshalb bewerbe ich mich ausgerechtnet auf diesen Arbeitplatz / Praktikumsplatz?
- Warum interessiere ich mich für diese Position / Stelle?

Nachfolgend sollte man seine eigene Person vorstellen, Soft Skills (= soziale Kompetenz, genauer: „Das Wissen um den Umgang mit Menschen und Entscheidungen“) und Interessen sowie Ausbildungsschwerpunkte hervorheben, sofern diese für die angestrebte Position relevant sind:
- Welche Qualifikationen bringe ich mit?
- Warum bin ich der / die Richtige für das Unternehmen?
Eine Andeutung besonderer Kenntnisse und Erfahrungen ist ebenso ratsam.

Der Schlussteil sollte emotional gestaltet werden und den Ansprechpartner zu einer Reaktion auffordern. Formulierungen wie: „Zu einem persönlichen Gespräch stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung und freue mich über eine Einladung - Mit freundlichen Grüßen“ runden das Motivationsschreiben neben einer handschriftlichen Unterschrift ab.

Grundsätzlich sollte man beim Verfassen und der Gestaltung seiner Bewerbungsunterlagen auf Übersichtlichkeit achten. Der angeschriebenen Kontaktperson sollte es mühelos möglich sein, schnell die gewünschte Information abrufen zu können. Hier gilt: Das Wichtigste gehört immer nach oben! Zudem ist wichtig, keine falschen Erwartungen zu wecken, die später nicht erfüllt werden können (z.B. Fremdsprachenkenntnisse). Unbedingt achten sollte man auf Grammatik und Rechtschreibung, sowie auf das richtige Schreiben des Namens der Kontaktperson. Vorgefertigte Serienbriefe, die nicht individuell auf das Unternehmen zugeschnitten sind, sollten streng vermieden werden, da ansonsten der Eindruck entstehen könnte, dass man sich nicht eingehend mit der Bewerbung und dem jeweiligen Unternehmen auseinander gesetzt hat.

2. Der Lebenslauf

Er sollte maximal zwei Seiten lang sein, klar und übersichtlich strukturiert (eventuell tabellarisch) sein und folgende Daten umfassen:

- Persönliches: Name, Adresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Geburtsdatum, Geburtsort, Staatsbürgerschaft, eventuell Familienstand oder Anzahl der Kinder. Informationen über Ihre Religion oder die Eltern können weggelassen werden, da sie zu weit in das Privatleben einschneiden.

- Ausbildung: Unter diesem Punkt sollte man mit der aktuellsten Ausbildung beginnen und diese chronologisch weiterführen. Neben dem Schultyp sollte man auch den Namen und den Ort der Ausbildungsstätte angeben. Falls man ein Studium betreibt, sollte man den Status angeben: Wann hat man mit dem Studium begonnen, wann wird es abgeschlossen?

- Berufserfahrungen: Auch hier gilt - die Auflistung mit dem aktuellsten Praktikum beginnen und chronologisch weiterführen. Hier sollte man die genaue Bezeichnung der Position und eine kurze Beschreibung der Tätigkeit auflisten. Hier können auch ehrenamtliche Tätigkeiten bei Hilfsorganisationen etc. aufgelistet werden. Diese zeugen, wie bereits erwähnt, von Engagement und Einsatz. Ferien- und Aushilfsjobs können ausgelassen werden, da sie nur ein Mittel zum Zweck sind, so z. B. zur Erfüllung von Zusatzwünschen, die das Taschengeld nicht ermöglicht. Grundsätzlich sollten nur Tätigkeiten aufgelistet werden, die mit ihrer etwaigen zukünftigen Beschäftigung zu tun haben und sich wie ein „roter Faden“ durch das Leben ziehen.

- Sprachkenntnisse: Hier können alle Sprachen aufgelistet werden, die in Schule, Studium oder Sprachkursen erlernt wurden.

- EDV-Kenntnisse: Einzelne Programme sowie Internet-Kenntnisse sollten hier angeführt werden.

- Sonstige Kenntnisse: Hier sollte aufgelistet werden, welchen Führerschein-Typ man besitzt, welche persönlichkeitsbildenden Kurse man besucht hat oder, ob man eine spezielle Ausbildung abgeschlossen hat.

- Ort, Datum und Unterschrift sollten am Schluss nicht fehlen.

Nächste Woche wird es an dieser Stelle, wie bereits versprochen, mit den Themen „Einstellungstest“ und „Bewerbungsgespräch“ weitergehen…



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