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Immer mehr Teenies schlüpfen ungewollt in die Rolle von Erwachsenen. Bei Teenagern, dabei sind die Mädchen meist mehr betroffen als die Jungs, die weniger Liebe und Geborgenheit im Elternhaus bekommen, ein zerrüttetes Zuhause erleben, in einem Heim aufwachsen, sich der Auswirkung von Medikamenten auf die Pille nicht bewusst sind, oder die Verhütung auf der Strecke bleibt, kommt es immer öfter zu ungewollten (oder gewollten) Schwangerschaften.
Die Zahl der Teenagerschwangerschaften übersteigt mittlerweile schon die Zahl der Geburten in Deutschland, auch die Schwangerschaftsabbrüche bei den jungen Müttern nehmen zu. Heutzutage wird Aufklärung über Sexualität in der Schule früh durchgenommen, dennoch kommt es bei vielen Teenies vor, dass das sexuelle Wissen beispielsweise über Verhütung Lücken aufweist und sie eher den Begriff „Domina“ oder Ähnliches definieren können.
Jungen Eltern kann man nicht unbedingt den Vorwurf machen, sie seien schlechtere Eltern als beispielsweise Eltern im mittleren Alter. Sicher kann ein gutes und solides Umfeld den jungen Eltern viel Unterstützung bieten, wobei das unter anderem bedeutet, dass dieser Rückhalt von den eigenen Eltern erwartet wird, oder sie selbst genügend Kraft haben um diese große Verantwortung zu übernehmen. Allerdings ist so etwas eher selten, denn der Alltag für eine junge Mutter, die ein Kind großzieht, erscheint in den meisten Fällen durch Überforderung schwer zu bewältigen. Sie brauchen zum größten Teil selber noch die Unterstützung der Eltern.
Auf das Leben eines Teenagers müssen sie verzichten, die Schule wird oft erst später oder gar nicht beendet und somit verlieren sie einen wichtigen Teil ihres Lebens. Dennoch entschließen sich einige junge Mädchen dazu, Mutter zu werden; unter anderem sehen sie darin auch eine Alternative zur Arbeitslosigkeit.
Für Situationen, in denen minderjährige Mädchen schwanger werden möchten, hat sich in Amerika ein Baby-Simulator durchgesetzt. Dieser soll jungen Mädchen zeigen, was auf sie zukommt, wenn sie für ein Baby verantwortlich sind. Es handelt sich um computergesteuerte Puppen mit Funktionen, die den jungen Mädchen zu verstehen geben sollen, wie nervenaufreibend und stressig es ist, für ein Baby verantwortlich zu sein. Sie müssen eine ganze Woche eine dieser Puppen versorgen und die schweren Anforderungen erfüllen. Damit soll den Mädchen klar gemacht werden, welche große und schwierige Aufgabe auf sie zukäme, wenn erst das echte Baby im jungen Alter eine Rolle im Alltag spielte.
Bei ungewollten Schwangerschaften passiert es häufig, dass der erste Kontrollschwangerschaftsbesuch beim Frauenarzt ziemlich spät wahrgenommen wird, wobei hier die Folsäurentabletteneinnahme, die wichtig zur Bildung der Nervenzellen des ungeborenen Kindes ist, während der ersten Schwangerschaftswochen nicht wahrgenommen werden kann.
Junge Mütter machen sich bei ungewollten Schwangerschaften eher wenig Gedanken über eine gute Ernährung, meist sind sie ebenso wenig nicht dazu bereit, das Rauchen aufzugeben. Diese Unachtsamkeit und Unwissenheit spielt allerdings eine große Rolle für das Baby. Es kann dadurch zu Frühgeburten, Todgeburten oder zu Untergewicht bei der Geburt des Säuglings führen.
In den meisten Fällen verkraften junge Mütter eine Schwangerschaft, sowie die Geburt, genauso gut wie eine Mutter im mittleren Alter. Anders sieht es bei der Wochenbett-Depression aus. Diese tritt bei Teenies sehr häufig auf und das Erkrankungsrisiko bei Kindern, deren Mütter sehr jung schwanger wurden, liegt höher.
Die Probleme und Sorgen, die in der Schwangerschaft und nach der Geburt entstehen, müssen die jungen Mütter nicht allein bewältigen, auch sie werden so gut es geht unterstützt. Leider wissen zu wenig junge Mädchen, die in solch einer schwierigen Lage sind, wohin sie sich wenden sollen, wenn sie keine Vertrauensperson haben.
Zuständig für die Unterstützung ist in jedem Fall das Jugendamt, das sich auch um eine Vormundschaft für das geborene Kind kümmert. Diese wird bis zur Volljährigkeit der jungen Mutter gemeinsam mit ihr für das Kind sorgen. Die so genannten Mutter-Kind-Heime bieten Schwangeren und Mädchen mit den geborenen Babys erst einmal eine Wohnmöglichkeit und Betreuung an, bis sie volljährig sind.
Die nachfolgenden drei Beratungsstellen bieten, neben z. B. kirchlichen Einrichtungen, Hilfe an:
- Pro Familia (www.profamilia.de)
- Deutscher Caritasverband (www.caritas.de)
- Frauenwürde e.V. (www.frauenwuerde.de)
Trotz aller Hilfe ist es für Teenager eine schwere Situation, wenn sich im Alltag hauptsächlich alles um ein kleines Baby dreht, deshalb: Vorsicht ist besser als Nachsicht und Verhütung sollte in einer Beziehung selbstverständlich sein!
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