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In letzter Zeit hat die Zahl der Umweltkatastrophen extrem zugenommen. Beispiele gibt es viele. Denken wir nur einmal an die verheerende Hochwasserkatastrophe im Jahr 2002 oder die darauf folgende Hitzewelle im Jahr 2003, die in Europa ca. 35.000 Todesopfer forderte. Global wären z. B. die Tsunami-Flutwelle im Dezember 2004 oder die Überflutung von New Orleans Ende 2005 zu nennen. Der Todeshurrikan „Katrina“ kostete in den USA mehr als 80 Menschen das Leben, obwohl die Bevölkerung darauf vorbereitet war.
Beispiele diesbezüglich gibt es viele und mittlerweile forderten diese Naturkatastrophen sowohl in Deutschland, als auch global betracht Tausende Todesopfer und richteten Schäden in Milliardenhöhe an.
In der Klimatologie wird als Auslöser der auftretenden Naturkatastrophen die globale Erderwärmung angegeben. Grund für diese Globalerwärmung ist die gestiegene Konzentration der vom Menschen in die Erdatmosphäre freigesetzten Treibhausgase. Als Treibhausgase werden z. B. Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), fluorierte Verbindungen (FCKW) oder Disktickstoffoxid (N2O) bezeichnet.
International sind sich Experten einig, dass ein Anstieg dieser Treibhausgasemissionen zu einem Klimawandel führt. Diese prognostizieren in Abhängigkeit von den Zuwachsraten aller Treibhausgase einen Temperaturanstieg bis zum Jahr 2050 von 1 - 5 °C.
Wer denkt, dass dieser Temperaturanstieg, global gesehen, so gering ist, dass sich gravierendere Einschnitte nicht ergeben, irrt. Um das Ganze vorstellbarer zu gestalten, folgendes Argument: Während der letzten Eiszeit herrschte eine Durchschnittstemperatur, die „nur“ 5 bis 6 °C unter der heutigen lag. Die Konsequenz dieses Temperaturanstiegs wird ein Anstieg des Meeresspiegels sein, der je nach Treibhausgasemissions- und Temperaturanstieg zwischen 10 und 90 cm liegen kann.
Folgen des Klimawandels
- Verschiebung des Anteils der Klimazonen. Die boreale Zone könnte nach Meinung mancher Forscher von zurzeit 23 % auf weniger als 1 % zurückgehen, während die tropische Zone von 25 % auf 40 % ansteigen würde.
- Verschiebung der Vegetationszonen. Das bedeutet, dass die Tundra verschwinden, der Wald von 58 % auf 47 % zurückgehen würde. Bei Steppen und Savannen wäre dann eine Steigerung von 18 % auf 29 % zu beobachten. Und auch die Wüsten würden sich um 3 % vergrößern.
- Das Abschmelzen des Nordpolarkreises sowie der Gletscher ist eine weitere Folge, sowie ein Anstieg des Meeresspiegels und die Überflutung von Inseln und dicht besiedelten Küstenregionen.
- Des Weiteren führen vermehrte Regenfälle durch gesteigerte Verdunstung zu einer Verstärkung des Treibhauseffektes und der Zunahme von Bodenerosion.
- Außerdem würden sich die Anbauzonen nach Norden in Gebiete mit schlechteren Böden und die trockenen Zonen nach Norden in die dicht besiedelten Regionen der Erde verlagern.
In einer Vorlesung an der Humboldt-Universität in Berlin gab Prof. Dr. Claudia Kemfert an, dass der Klimawandel allein in der Bundesrepublik bis zum Jahre 2050 bei einem Temperaturanstieg von 1 °C Schäden in Höhe von 137 Milliarden Euro verursachen kann, sollten sich die internationalen Staaten auf keine einheitliche Linie zur Reduktion der Treibhausgase einigen können. Sollten keine Maßnahmen gegen den Klimawandel unternommen werden, schätzt Pro. Dr. Kemfert die entstehenden Schäden weltweit auf 2 Billionen US-Dollar ein. Vergleichsweise verursachte die Hitzeperiode 2003 in Europa Kosten zwischen 10 Milliarden und 17 Milliarden Euro.
Möglichkeiten zur Einschränkung der Konsequenzen durch den Klimawandel
Ein völliges Aufhalten des Klimawechsels wird nach Aussage der Professorin für Umweltökonomie nicht möglich sein, auch wenn die Treibhausgase sofort auf Null reduziert werden würden. Um jedoch eine Eindämmung des Ausmaßes des Klimawandels zu erzielen, sollen in den Bereichen der Energieerzeugung und im Verkehr alternative Energien zum Einsatz kommen, die später ausschließliche Anwendung finden sollen.
Die Hauptaufgabe der Energiepolitik wird es dementsprechend sein, eine schnellstmögliche Umstellung auf die alternativen Energien aus Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse zu gewährleisten.
Prof. Dr. Peter Höppe, Leiter des Fachbereichs GeoRisikoForschung, der Münchner Rück sagte aus, dass stromsparende Geräte und bessere Wärmedämmung zwar einen wichtigen Aspekt darstellen, aber längst nicht zu einer merklichen Minderung des Treibhauseffektes beitragen. Spätestens bis zum Jahr 2050 müssten die weltweiten Treibhausgasemissionen um 80 % gesenkt werden. Dies fordern die Klimaforscher des IPCC (International Panel of Climate Change) seit Jahren.
Aus einer Studie der Bundesregierung geht hervor, dass Deutschland bis zum Jahr 2050 65 % des Stromverbrauchs und 50 % des Wärmebedarfs aus erneuerbaren Energien decken könnte. Ungefähr 75 % der Treibhausgasemissionen ließen sich so einsparen, rund 1/3 davon durch Solarenergie.
Störungen in der Energie- und Bevölkerungversorgung
Wird der Klimawandel unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet, bedeutet es, dass durch Hitzeperioden, Regenfälle etc. nicht nur Ernteausfälle und ein Anstieg von Waldbränden, sondern auch Störungen in der Energiebereitstellung zu registrieren sein werden.
Als Beispiel ist hier der Hurrikan „Katrina“ zu nennen, der die Stadt New Orleans nicht nur unter Wasser setze, sondern auch zum Großteil die Erdölraffinerien zerstörte. Auf das „Schwarze Gold“, aus dem z. B. Kraftstoff für Fahrzeuge oder Erdgas hergestellt wird, mussten viele verzichten. Auch das Stromnetz brach zusammen. Eine Instandsetzung erfolgte erst zwei Monate nach dem Unglück. Im Ganzen gesehen, mussten die Bürger von New Orleans während dieser Zeit auf Licht, Fernsehen, Toiletten und sogar Trinkwasser verzichten.
Um vor solchen Katastrophen den Menschen zumindest eine einigermaßen stabile Versorgung zu gewährleisten, sollte rechtzeitig vorgesorgt werden. Das heißt, dass z. B. belastbarere Wasserleitungen konstruiert werden sollten - was auf der anderen Seite wiederum einen hohen Kostenfaktor darstellt.
Wirtschaftliche Konsequenzen
Eine Konsequenz in Bezug auf die Wirtschaft durch die entstehenden Kosten könnte folgendermaßen aussehen: Die Schäden durch die globalen Wetterextreme im Jahre 2002 bezifferte die Münchner Rück auf 55 Mrd. US-Dollar. Nach einer Schätzung dieser Versicherung werden die Schäden in Folge eines unaufhaltsamen Klimawandels bis zum Jahr 2050 um das Zehnfache auf über 600 Mrd. Euro steigen. Das Ergebnis daraus wäre, dass Versicherungen immer weniger bereit sein werden in „Krisengebieten“ die Schäden in Folge von Naturkatastrophen zu versichern.
Im Vergleich mit den ökonomischen Einbußen werden die ökologischen Konsequenzen durch den unaufhaltsamen Klimawandel, sofern die genannten Möglichkeiten nicht bald umgesetzt werden, nicht nur die Weltwirtschaft gravierend beeinflussen (Ernteausfälle, Hochwasserschäden), sondern die wirtschaftlichen Einbußen in finanzieller Hinsicht um ein Vielfaches übersteigen.
Allein die Ernteausfälle des Rekordhitzesommers 2003 beliefen sich in Europa auf über 12 Mrd. Euro. Das errechnete die Schweizer Rückversicherung „Swiss Re“. Auch die Hochwasserkatastrophe im Jahr 2002 richtete Schäden in Höhe von rund 9 Mrd. Euro an.
Während Forscher dringlichst darauf hinweisen, so schnell wie möglich auf regenerative Energien umzusatteln, ist das Problem der Finanzierung auf der Umsetzungsliste der wohl wichtigste und einzige Grund für die Nichtausführung.
Zusammenfassend ist jedoch zu sagen, dass die Summe aus der Ausführung der oben genannten Projekte um ein Vielfaches geringer wäre, als die Kosten (weiterer) verheerender Klimakatastrophen.
Emissionsrechtehandel
Ziel des Emissionsrechtehandels ist die ökonomisch möglichst effiziente Verteilung einer als notwendig erachteten, durch die Politik mengenmäßig vorgegebenen Reduktion schädlicher, weiträumig oder global wirkender Emissionen. Dieses Instrument wird heute insbesondere für die Reduktion klimawirksamer Treibhausgase angewandt, ist aber prinzipiell auf jede Art von Schadstoffemission anwendbar.
Hierzu werden vom Staat oder einer Behörde handelbare Emissionszertifikate an die betroffenen Betriebe ausgegeben, die diese jeweils für eine bestimmte Emissionsmenge (z. B. eine Tonne CO2) berechtigen. Die Gesamtmenge der ausgegebenen Zertifikate für einen bestimmten Zeitraum liegt dabei fest (so genannte „Deckelung“) und wird dabei gemäß der zu erreichenden Emissionsreduzierung festgelegt. Die Zertifikate können zwischen den Betrieben frei gehandelt werden, wobei der Preis marktwirtschaftlich durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird.
Durch den Emissionsrechtehandel, der als marktwirtschaftliches Instrument zur Reduktion der Treibhausgase dient, würde z. B. Russland durch die Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls einen Großteil zur Emissionsminderung beitragen, dennoch hat sich Russland noch nicht verbindlich dafür entschieden.
Der Klimawandel ist in vollem Gange und wenn keine schnellstmögliche Umstellung auf alternativen Energien erfolgt, können wir davon ausgehen, dass Naturkatastrophen, wie z. B. Flutwellen, Hitzeperioden oder Orkane keine Seltenheit bleiben und uns immer öfter in Angst und Schrecken versetzen werden.
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