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Plagiatprozess um Bestseller „Sakrileg“
18.03.2006 (E. Engelhardt)
Kategorie: Panorama
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In dem fiktionalen Roman „Sakrileg“ (Originaltitel: „The Da Vinci Code“) beschreibt Dan Brown eine groß angelegte Verschwörung der katholischen Kirche, die historisch belegte Fakten mit aller Macht unterdrücke, um den Glauben an Jesus als Sohn Gottes zu stärken.
Jetzt muss sich der Bestseller-Autor Dan Brown vor einem Londoner Gericht gegen den Vorwurf verteidigen, seinen Erfolgsroman teilweise abgeschrieben zu haben. Angeblich habe er sich bei zwei britischen Autoren des 1982 veröffentlichten Sachbuchs „The Holy Blood And The Holy Grail“ (Deutscher Titel: „Der heilige Gral und seine Erben“) großzügig an Ideen bedient.
Die Sachbuch-Verfasser behaupten, Bestseller-Autor Brown habe 15 zentrale Thesen von „Sakrileg“ bei ihnen abgeschrieben. In beiden im Verlag Random House erschienenen Büchern geht es um die Theorie, dass Jesus Christus und Maria Magdalena ein Kind hatten und noch heute Nachkommen dieser Familie leben.
Der Amerikaner weist jedoch alle Vorwürfe zurück.
Der Verlag Random House bedauert, dass der Streit vor Gericht ausgetragen wird. Nach Einschätzung von Experten wollten die Anwälte des Verlages vor Gericht argumentieren, dass der Vorwurf von Leigh und Baigent die Kunst der Literatur in Gefahr bringe; Denn fast alle Autoren lassen sich bei ihren Werken seit Jahrhunderten voneinander inspirieren.
Die Plagiatsklage lässt bei beiden Büchern die Verkaufszahlen steigen. Allein in Großbritannien wurden seit Ende Februar von Michael Baigents und Richard Leighs Sachbuch mehr als 30.00 Exemplare pro Woche verkauft, wie das Fachblatt „Bookseller Magazine“ mitteilte. Zuvor waren es nur 350 Ausfertigungen.
„Sakrileg“ steuert inzwischen in Großbritannien auf eine Auflage von 4 Millionen zu. Weltweit liegt sie bereits bei über 40 Millionen. Vermutet wird, dass der Prozess auch in anderen Ländern die Auflagen in die Höhe treiben wird.
Sollte die Klage der Sachbuch-Autoren Erfolg haben, könnte Browns Buch verboten werden und der für 19. Mai 2006 geplante Kino-Start der Romanverfilmung mit Tom Hanks und Audrey Tautou in Gefahr geraten.
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