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Wie angegossen - 3D-Sportschuhe nach Maß


19.03.2006 (J. Brodski) Kategorie: Wissenschaft

Bild: upload.wikimedia.org

Die Welt befindet sich im Fußballfieber. Nur noch knapp fünf Monate bis zur Fußballweltmeisterschaft 2006. Jetzt wollen britische Wissenschaftler ihrem Nationalteam zum Sieg verhelfen. Aber Wissenschaft und Fußball - wie passt das zusammen?

Ganz einfach: Bald soll es nämlich für den Profisportler den ganz privaten Traumschuh geben! Nicht zu eng, zu groß oder zu klein, sondern für jeden Fuß ganz individuell maßgeschneidert, soll er die Verletzungsgefahr verringern und das Unmögliche möglich machen.

Wer jetzt an einen geschickten Schuster gedacht hat, hat sich geirrt. Denn es ist kein Mensch, der die ganz persönlichen Wundertreter herstellt, sondern ein Unternehmen, das mit der Rapid-Prototyping-Technik arbeitet. Dazu wird ein Computer, der mit einer Software ausgestattet ist, die dreidimensionale Bilder erstellen kann, sowie eine Laserdrucker genutzt, der die Schuhe nach Maße schneidert. Entwickelt wurde das Ganze von einem Londoner Forschungsteam des University College. Im April will dieses in Zusammenarbeit mit der Firma „Prior 2 Lever“ (P2L) die High-Tech-Sportschuhe auf den Markt bringen.

Die Herstellung

Wenn ein Kunde sich für den Kauf des Schuhs entscheidet, wird zunächst mit Hilfe von Spezialsohlen ein dreidimensionales Modell seiner Füße erstellt. Während der Sportler bestimmte Bewegungen durchführt, wird der Druck auf die einzelnen Teile der Füße gemessen und die Daten in den Computer eingespeist und ausgewertet. Erst wenn das erledigt ist, beginnt der eigentliche Herstellungsprozess.

Hierzu werden zunächst winzige nylonähnliche Partikel auf einem harten Untergrund von einem Laser erhitzt. Beim Abkühlen erhärtet das zuvor geschmolzene Nylon und bildet so den „Schuhstoff“. Nun werden bei Berücksichtigung des anfangs hergestellten Fußmodells die notwendige Schuhdichte und Schichtdicke berechnet, um dem Kunden ein möglichst angenehmes, bequemes und gesundes Laufen zu ermöglichen. Das Hauptziel ist schließlich, die beim Sport auftretenden Kräfte bestmöglich abzufedern, um das Verletzungsrisiko zu mindern.

Sobald dies geschehen ist, folgt das Ausdrucken des Nylonschuhs, welches von einem eigens dafür hergestellten Laser (der mit der selektiven Lasersintern-Technik funktioniert) übernommen wird. Gedruckt wird in 0,1 Millimeter-Schichten von oben nach unten.

Einen kleinen Haken an der Sache gibt es aber trotzdem noch und der ist, wie so oft, der Preis. Ganze 3.600 Euro kostet das Vergnügen.

Übrigens findet das Laserdruckverfahren nicht nur im Sport Anklang. Auch Skulpturen und Statuen berühmter Künstler soll es künftig auf Bestellung „aus dem Drucker“ geben.

Für Hobbysportler, die jetzt vielleicht neidisch geworden sind: Bald kann auch der „normal sterbliche“ Kunde werden und diese Schuhe in seinen Besitz bringen. Und vielleicht gibt es ja auch zur WM 2010 die passenden Trikots dazu.



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