|
Egal, ob Vollzeit, Teilzeit, Studentenjob, 400-Euro-Job, Ausbildung oder Praktikum - alle Stehen vor der gleichen Aufgabe: Sich vernünftig zu Bewerben um eine realistische Chance auf die gewünschte Stelle zu bekommen. Um Ihnen dabei zu helfen, haben wir eine zweiteilige Artikelserie zusammengestellt, die Sie dabei unterstützen soll. Der erste Teil befasste sich deshalb bereits ausgiebig mit dem Thema „Bewerbungsmappe“, während heute im zweiten Teil die Themen „Einstellungstest“ und „Bewerbungsgespräch“ behandelt werden.
Der Einstellungstest
Heutzutage ist es nicht unüblich, auf Unternehmerseite Einstellungstests durchzuführen, in denen in den meisten Fällen Allgemeinwissen, Charakterzüge oder logisches Denkvermögen des Bewerbers geprüft werden.
Eine Sonderform dieser Einstellungstests ist das, meist ein- bis dreitägig dauernde, „Assessment- Center“. Hier werden vielen Bewerbern gleichzeitig Übungen und Tests vorgelegt, die unter professionell geschulter Aufsicht gelöst werden müssen. Im Rahmen dieses Tests werden Verhaltensleistungen beobachtet und auch (Gruppen-) Interviews geführt.
Auf focus.msn.de können Sie einen Probe-Einstellungstest wagen.
Darüber hinaus bietet jede gut sortierte Buchhandlung Übungsbücher an, mit denen man sich auf Einstellungstests vorbereiten kann.
Das Bewerbungsgespräch
Hat man die erste Hürde genommen und ist zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen worden, empfiehlt sich neben absoluter Pünktlichkeit und angemessener Kleidung vor dem Gespräch eine gute Vorbereitung. Dazu sollten Informationen über das Unternehmen, die Firma oder die Institution eingeholt werden (über die Homepage, die Zeitung, Freunde etc.) Dies signalisiert dem - hoffentlich zukünftigen - Arbeitgeber Interesse und vermittelt Seriosität. Das Inserat sollte nochmals genau durch gelesen werden, besonders die Anforderungskriterien. Zudem empfiehlt sich eine Vorbereitung auf häufig gestellte Fragen von Unternehmerseite aus. Im Internet lassen sich zum Thema Bewerbungsgespräch, z. B. unter dem Link www.darmstadt.ihk24.de weitere Tipps und Tricks abrufen.
Die Fragen können zu den Gründen der Berufswahl und den Berufsordnungen, zu Person und Schule, sowie zur Familie sein:
- Warum haben Sie sich für Ihren Beruf entschieden?
- Welche Tätigkeit müssen Sie ausführen?
- Wie stellen Sie sich den Arbeitstag bei uns vor?
- Was wissen Sie über unser Unternehmen?
- Welche Anforderungen körperlicher und geistiger Art werden auf Sie zukommen?
- Über welche Fähigkeiten verfügen Sie?
- Warum haben Sie sich bei uns beworben?
- Seit wann haben Sie Interesse an dem Beruf?
- Gibt es etwas, das Sie sich in einem Beruf nicht vorstellen können?
- Welche beruflichen Ziele haben Sie?
- Was motiviert Sie?
- Welche Gehaltsvorstellungen haben Sie?
- Beschreiben Sie bitte Ihre persönlichen Stärken und Schwächen.
- Welche Hobbys haben Sie?
- Wie stelle Sie sich Ihre Zukunft vor?
- Schildern Sie uns bitte Ihre Schullaufbahn.
- Beschreiben Sie uns bitte Ihren derzeitigen schulischen Leistungsstand.
- Arbeiten Ihre Eltern, welchen Beruf üben sie aus?
- Haben Sie noch Geschwister?
Stereotype Antworten sollten auf (diese) Fragen vermieden werden, Offenheit und Ehrlichkeit sind unerlässlich! Empfehlenswert ist es mit einem Elternteil oder Freund die Gesprächssituation nachzustellen und zu besprechen, statt die Fragen nur für sich selbst zu beantworten. Redefluss und Spontaneität werden dadurch geübt, was dabei hilft peinliche Pausen, in denen man erst lange nachdenken muss, oder vielleicht gar keine Antwort findet, zu vermeiden.
Empfehlenswert ist es außerdem, selbst Fragen vorzubereiten und dem Ansprechpartner zu stellen. So signalisiert man, dass man sich mit der ausgeschriebenen Position auseinander gesetzt hat und auch darüber hinaus Interesse besteht. Solche Fragen können sein:
- Wie sieht meine Einschulung, mein Aufgabenbereich aus?
- Sind Dienstreisen vorgesehen? Gibt es Fortbildungen?
- Wo ist der genaue Dienstort und welche Dienstzeit ist vorgesehen?
- Wie ist das Arbeitsklima?
Zudem sollte man nachfragen, wann man mit einer Antwort bezüglich des Jobs rechnen kann. Hat man Fremdsprachenkenntnisse angegeben, sollte man sich darauf vorbereiten, dass Teile des Gesprächs in der / den angegebenen Fremdsprache/n abgehalten werden könnten.
Weist der Lebenslauf Lücken auf, sollte man unbedingt dazu stehen. Auslandsaufenthalte oder eine mehrmonatige erfolglose Jobsuche müssen durchaus angeführt und kurz erklärt werden. Spätestens beim Vorstellungsgespräch werden Sie darauf angesprochen und riskieren gegebenenfalls die Chance auf den Job. Haben Sie jedoch Aktivitäten während der „beruflichen Orientierungsphase“ durchgeführt, sollten diese ebenfalls aufgelistet werden. (Absolvierte Kurse auf Volkshochschulen oder Weiterbildungsinstituten zeugen von Eigeninitiative.)
In jedem Fall sollte versucht werden, einen „Aha“-Effekt zu erzielen. Zumeist hat man nur diese eine Chance, die man bestmöglich nutzen sollte. Sollte es auf Grund der derzeitigen Arbeitsmarktsituation nicht gleich mit einer Bewerbung, bzw. einen Job klappen, nur Mut! Unbedingt weiter versuchen und nicht aufgeben, denn Übung macht den Meister.
Wir wünschen viel Erfolg!
|