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H5N1 bei Haustieren - Wie groß ist die Gefahr?


22.03.2006 (K. Lang) Kategorie: Wissenschaft

Bild: www.life-go.de

Wie gefährlich ist der Vogelgrippe-Virus für Haustiere? Laut „Ärztezeitung“ seien hauptsächlich Katzen von dem Virus bedroht. Hunde, Singvögel, Rinder und Schweine seien resistent bzw. nur wenig empfänglich für den Erreger. Es wird aber dennoch zu erhöhter Vorsicht im Umgang mit Tieren aufgerufen.

Der anfänglich nur für Wildvögel gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 wurde nun bereits mehrmals in toten Säugetieren entdeckt. Besonders Katzen sind gefährdet, weil sie häufig Vögel jagen oder Vogelkadaver fressen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium rief aus diesem Anlass Haustierhalter zu erhöhter Vorsicht auf.

Tierschützer warnen hingegen vor einer Hysterie. In vielen Gebieten stieg der Ansturm auf die Tierheime stark an. Menschen geben ihre Haustiere aus Angst vor einer Infektion ab, ohne sich zuvor genauer informiert zu haben. Die Tierheime sind überlastet und wissen oft nicht, wohin mit den Tieren. Besonders Katzen werden häufig weggegeben.

Dabei muss eine Katze sehr intensiven Kontakt mit großen Virusmengen haben, um sich anzustecken. Laut dem Vogelkundler Wolfgang Fiedler vom Max-Planck-Institut reiche es nicht, wenn eine Katze einen infizierten Vogel beiße. Sie müsse ihn schon komplett auffressen, um sich mit dem Virus infizieren zu können.

Viele Haustierbesitzer sehen dennoch eine große Gefahr für sich und ihre Tiere. Der Deutsche Tierschutzbund aber hält bundesweiten Hausarrest für Haustiere wie Katzen oder Hunde zum Schutz vor dem H5N1-Virus für nicht angemessen. Eine Haustierimpfung wäre grundsätzlich eine geeignete Option. Das Problem: Bislang gibt es noch keinen Vogelgrippe-Impfstoff (für Tiere).

Als Schutzmaßnahme gilt weiter, was auch ohne Vogelgrippe gelten sollte: Tote Vögel und andere tote Tiere nicht anzufassen. Die üblichen Hygienemaßnahmen beim Umgang mit den Haustieren sollen natürlich auch künftig beachtet werden. Das heißt Händewaschen nach dem Kontakt mit Haustieren und wenn möglich keinen intensiven Kontakt mit streunenden Katzen - also nicht streicheln oder auf den Arm nehmen.

Eine Empfehlung für das Jagen von streunenden Katzen in Schutzzonen wurde nicht gegeben. Eine Jagd auf wilde Katzen ist aber laut Jagdrecht grundsätzlich möglich.

Weiterhin kann nicht oft genug betont werden: Keine Panik! Trotz der vom Bundeslandwirtschaftsministerium empfohlenen allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen ist eine Übertragung des Virus’ von Haustieren auf den Menschen nicht nachgewiesen und äußerst unwahrscheinlich.



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