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Das große Möbelhaus Ikea hat nicht nur Trends, sondern auch einen Skandal in die Welt gesetzt. Wie sich nun herausstellte, waren bei dem großen Betrug um Bauaufträge größere Summen und mehr Beteiligte im Spiel als erwartet.
Im August letzten Jahres waren die Ermittlungen zu dem Fall in vollem Gange. Um Bauaufträge zu erhalten, boten Bauunternehmer den Ikea-Managern Geld und Sachdienstleistungen an. Dieses Angebot schien wohl sehr verlockend gewesen zu sein, denn die Manager willigten ein. Damals betrug die geschätzte Bestechungssumme noch 600.000 Euro, nun wird sie auf 1,6 Millionen Euro geschätzt. Auch die Zahl der Verdächtigen hat sich mit 47 Personen mehr als verdoppelt. Fünf Mitarbeiter wurden bereits entlassen.
Der 56-Jährige Hauptverdächtige Manfred B., ehemaliger Bauleiter der deutschen Ikea-Zentrale in Wallau bei Wiesbaden, erhängte sich im September 2005 in der U-Haft. Er starb in dem Wissen, einen Schaden von mehr als 2 Millionen Euro verursacht zu haben, während er der Bestechlichkeit und Untreue angeklagt wurde.
Lange wurde diskutiert, wie der Selbstmord geschehen konnte und ob die Auflagen zur Bewachung der Gefangenen nicht zu nachlässig seien. Denn obwohl Manfred B. gegenüber seinem Anwalt Äußerungen zu seinem Vorhaben gemacht hatte, und dieser darauf sofort die JVA II in Frankfurt-Höchst warnte, in der Manfred B. einsaß, wurde die Selbstmordgefährdung als nicht akut eingeschätzt. Der Angeklagte saß in einer Einzelzelle und wurde (nur) alle halbe Stunde kontrolliert, Gürtel und Schnürsenkel durfte er behalten. Ersteres war es schließlich, mit dessen Hilfe er sich erhängte.
Doch wie es auch mit der Sicherheit in deutschen Gefängnissen aussieht, eines scheint klar zu sein: der angeklagte Bauleiter wusste ganz genau von dem Schaden, den er angerichtet hatte und wählte lieber den Freitod als ein Leben in der Zelle.
Es bleiben weitere Ermittlungen abzuwarten, um die genaue Summe der Bestechungsgelder und die Anzahl der letztendlich beteiligten Personen zu erfahren.
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