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Tierversuche: Ein Thema, das ständig aktuell ist, da es jeden Tag, weltweit passiert. Doch dieses lautlose Sterben geht nahezu unbemerkt an der Öffentlichkeit vorüber. Alleine in Deutschland werden nach offiziellen Zahlen des Bundesministeriums für Verbraucherschutz 6000 Versuchstiere täglich in Versuchslaboratorien von den „Halbgöttern“ in weiß zu Tode gequält. Über 2 Millionen Tiere Jährlich allein in Deutschland. Über 100 Millionen Tiere weltweit.
Wozu? Angeblich zum Wohle der Menschheit. Doch sind diese Erkenntnisse aus Versuchen mit Tieren am Ende tatsächlich auf den Menschen übertragbar?
Mäuse und Ratten stellen zusammen mit ca. 70 % die größte Versuchsgruppe dar, gefolgt von Fischen, Kaninchen, Vögel, Meerschweinchen, Hunden und Katzen. Ihr kurzes Leben ist die Hölle.
Ärzte brechen jungen Tieren die Knochen, um den Heilungsprozess zu studieren. Kaninchen werden giftige Wirkstoffe in die Augen geträufelt, um zu untersuchen, ab welcher Dosis sie die Hornhaut verätzt. Meerschweinchen und Mäuse müssen alle Arten von Gift schlucken, bis sie sich zuckend vor Schmerzen auf dem Käfigboden winden. Katzen und Hunde bekommen Elektroden ins Hirn verpflanzt, um die Hirnfunktionen zu studieren. Anschließend werden die toten Tiere in riesigen Containern entsorgt - wie Abfall.
Dabei kann es vorkommen, dass die gewonnen „Erkenntnisse“ gar nicht auf dem Menschen zutreffen, auch wenn die genetische Verwandtschaft aller Wirbeltiere sehr eng ist und sich z. B. die Gene einer Maus nur um 2,5 % von den menschlichen unterscheiden. So können nur zirka 70 % der unerwünschten Wirkungen erkannt oder vorhergesehen werden.
Ein Beispiel hierfür ist Asbest, das Jahrzehnte lang als unbedenklich galt, nur weil es für Ratten unschädlich war. Heute wissen wir, dass Asbest für den Menschen krebserregend ist. Warum erkannte man es nicht? Die Antwort ist einfach: Weil Ratten dieses Gift 300 Mal besser vertragen, als der Mensch.
Trotzt solch gefährlicher Irrtümer geht das große Sterben im Dienste der Wissenschaft weiter. Obwohl es schon seit Jahren brauchbare Ersatzverfahren gibt. So könnten Forscher zum Beispiel zunehmend mit angebrüteten Eiern, embryonalen Stammzellen, Zellkulturen oder Computersimulationen arbeiten. Es besteht auch die Möglichkeit, in-vitro zu forschen. Das bedeutet, dass die Versuche nur im Reagenzglas stattfinden und nicht mehr an lebenden Tieren. Außerdem gibt es so genannte „Gen-Chips“. Auf diesen werden DNA-Bruchstücke eines Tieres oder Menschen tausendfach auf eine Folie aufgebracht. Die Chips können nun mit Probesubstanzen von einem Roboter betupft und durch einen Computer ausgewertet werden.
Doch leider dauert es 9 bis 10 Jahre bis ein neuer Test zugelassen wird und auch wenn die Zahl der Tierversuche in Deutschland seit 16 Jahren immer weiter steigt und alternative Verfahren bereits günstiger und zeitsparender sind, ja - sich sogar automatisieren lassen, wird an der „guten“ alten Art festgehalten.
Man könnte annehmen, dass die Industrie kein Interesse an diesen neuen Verfahren hat, da Erneuerungen immer Geld kosten. Doch die alleinige Schuld trägt nicht die Industrie. Die Bundesregierung wird zwar 2006 ca. 3 Millionen Euro für die Erforschung von Alternativmethoden ausgeben, doch was sind 3 Millionen im Gegensatz zum Bau zweier Tierversuchsanlagen im Wert von 35 Millionen?!
Fakt ist: Tierversuche abzulehnen oder zu befürworten ist sicherlich keine Gewissensfrage. Denn wenn man in die Augen eines verängstigten Tieres sieht und sich klar macht, dass 30.000 Chemikalien darauf warten, auf ihre Umweltverträglichkeit getestet zu werden und dafür 12 Millionen Tiere ihr Leben lassen sollen, sollte man sich doch schnell entscheiden können.
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