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Nasa-Sonde „New Horizons“ - Auf zu den Sternen


02.04.2006 (J. Brodski) Kategorie: Wissenschaft

Bild: www.launchphotography.com

Jetzt hat die Weltraumwissenschaft erneut einen Schritt nach vorne gemacht, um vielleicht irgendwann einmal, in ferner Zukunft, das komplexe System des Universums verstehen und die gewonnenen Erkenntnisse für sich nutzen zu können.

Am 19. Januar 2006 hat sich nach langer Vorbereitungszeit, die bisher schnellste Rakete der Welt, eine Atlas-5, auf den Weg gemacht, um mit Hilfe der „New Horizons“, einer Sonde der US-amerikanischen Organisation NASA(National Aeronautics and Space Administration), den einzigen noch unerkundeten Planeten unseres Sonnensystems unter die Lupe zu nehmen - den Pluto.

Mit gerade mal 2.300 Kilometern Radius - der Radius der Erde beträgt 12.756 Kilometer - ist der Pluto der Zwerg unter den Planeten. Auch an Kälte und Dunkelheit übertrifft er die anderen „wandelnden Sterne“ bei Weitem. Den von Wissenschaftlern gerne benutzten Beinamen „Eiszwerg“ hat er sich mit frostigen -220 Grad Celsius Oberflächentemperatur redlich verdient.

Die 580 Millionen Euro teure und 478 Kilogramm schwere amerikanische Hoffnung soll Aufschluss über die Entstehung unseres Sonnensystems und seiner neun Planeten bringen, die über 4,5 Milliarden Jahre zurückliegt. 6 Milliarden Kilometer muss die „New Horizons“ hinter sich bringen, um die Umlaufbahn des Pluto zu erreichen. Wegen der rasanten Geschwindigkeit der Rakete (58.000 Stundenkilometer) wird diese allerdings nicht in die Umlaufbahn des Plutos eintreten können.

Trotzdem verspricht sich die Raumwissenschaft bahnbrechende Erkenntnisse von dieser Mission, für welche die Sonde der NASA zufolge nur 9 Jahre und 6 Monate brauchen wird. Dies mag wie eine Ewigkeit erscheinen, ist jedoch, wenn man bedenkt, dass während Raumschiffe früher für eine Reise zum Mond ganze 3 Tage brauchten, die „New Horizons“ die gleiche Strecke in nur 9 Stunden zurücklegen wird, ein gewaltiger Fortschritt.

Um den Energieverbrauch und die Kosten zu senken, werden die Sondensysteme nur ein Mal jährlich in Betrieb gesetzt um Daten und Informationen sammeln zu können. Eine Maßnahme, die, falls nötig, eine Verlängerung der Forschungsmission bis zum Jahr 2025 ermöglicht. Die erste Aktivierung der „Datensammler“ soll 7 Monate nach dem Start erfolgen.

Eigentlich sollte es bereits am 17. Januar 2006 losgehen, zu Ehren des amerikanischen Raumwissenschaftlers Clyde Tombaugh und dessen 9. Todestag, der am 18. Januar 1930 den Planeten Pluto entdeckt hatte. Diese geplante Ehrung scheiterte jedoch an 2 misslungenen Startversuchen am 17. und 18. Januar 2006, welche die Folge starker Windböen und eines Stromausfalls in der Kontrollstation am Weltraumbahnhof „Cape Canaveral“ im US-Staat Florida waren.

Jetzt hat es nach den beiden Fehlstarts aber glücklicherweise doch noch mit dem Flug ins All geklappt. Ob, und wann, wie viele Informationen im Endeffekt von der „New Horizons“ 2015 geliefert werden können, steht aber noch in den Sternen.



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