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Wer kennt das nicht: Man liegt im Krankenhaus, hat Schmerzen, Angst vor einer Operation oder Sorge vor der bevorstehenden Diagnose. Das Selbstbewusstsein ist am Boden, Panik macht sich breit und ein Halbgott in Weiß betritt das Zimmer. In so einer Situation ist es oft schwer, seine Fragen loszuwerden, sich seiner Rechte bewusst zu sein oder sich gegen eventuell unrechtes oder unhöfliches Benehmen von Seiten des Krankenhauspersonals zu wehren.
Der eigentlich gesundheitsfördernde Klinikaufenthalt kann so schnell einen üblen Beigeschmack bekommen. Seien Sie sich vorher über ihre Rechte bewusst und sehen Sie Ihren Arzt als gleichgestellten Menschen Ihnen gegenüber.
Von Anfang an sollten Sie Ihrem Arzt mit Fragen und Anmerkungen vermitteln, dass Sie am Erfolg der Therapie teilhaben möchten. Signalisieren Sie ihm Ihr Vertrauen und gewinnen Sie einen Überblick über den genauen Verlauf der Therapie. „Medizinerdeutsch“ ist für den Laien häufig nicht verständlich, fragen Sie höflich nach, wenn Sie etwas nicht verstehen. Eine gezielte Nachfrage braucht Ihnen keineswegs unangenehm zu sein, schließlich kennt sich der Mediziner in Ihrer Berufsrichtung auch nicht aus.
Studien haben gezeigt, dass Patienten, die Fragen stellen, besser behandelt werden. Ferner helfen Sie mit Ihrem „Mitdenken“ sogar dabei, mögliche Fehler zu vermeiden.
Für Patienten ist es schwer nachzuvollziehen, wen sie im weißen Kittel vor sich haben - ob einen Arzt, einen Medizinstudenten in seinem Praxisjahr, eine Krankenschwester, eine Schwesternschülerin oder einen Famulanten (Medizinstudenten im Praktikum). Es ist Ihr gutes Recht, die Funktion des „Weißkittels“ zu erfragen. Fühlen Sie sich inkompetent behandelt, können Sie eine qualifiziertere Person verlangen. Erinnern Sie sich aber auch an Ihren Berufseinstieg und geben Sie bei Kleinigkeiten auch Anfängern die Chance, etwas zu lernen.
Sie haben das Recht, gegen Unaufmerksamkeiten von Seiten des Personals vorzugehen. Wenn eine Schwester auf Ihren Ruf nicht reagiert und nach 10 Minuten sich immer noch nicht gezeigt hat, können Sie per Telefon die Klinik anrufen, und sich mit dem Schwesternzimmer verbinden lassen. Reden Sie mit der Schwester; vielleicht hatte sie einen guten Grund, weil vielleicht zur selben Zeit ein Notfall vorlag. Stellt sich aber heraus, dass die Schwester einfach langsam ist, können Sie sich bei der Visite über sie beschweren. Wird Ihre Beschwerde auch dann nicht ernst genommen, wenden Sie sich an die Krankenhausleitung.
Häufig ist es sinnvoll, wenn Sie in schweren Krisen eine Vertrauensperson an Ihrer Seite haben, die Fragen stellen und Ihre Rechte vertreten kann, wenn Sie dazu nicht in der Lage sind. Eine schriftliche Patientenverfügung kann dabei nur von Vorteil sein.
Falls das Krankenhaus unmögliche Weck- und Essenszeiten wahrnimmt, sprechen Sie dies bei dem Personal an. Es kann sicher nicht zweckmäßig sein, wenn Sie mitten in der Nacht geweckt werden.
Auch was das Essen angeht, müssen Sie nicht alles hinnehmen. Selbst wenn das Krankenhaus kein Vier-Sterne-Restaurant darstellt, haben Sie das Recht auf eine ausgewogene Ernährung mit Obst und Gemüse und auf eine warme Mahlzeit, die nicht kalt bei Ihnen ankommt. Sofern aus gesundheitlicher Sicht nichts dagegen spricht, bietet es sich an, sich frisches Obst von Besuchern mitbringen zu lassen.
Seien Sie sich darüber bewusst, dass Sie das Recht haben, eine Therapie abzulehnen, nach Rücksprache mit Ihrem Arzt die Krankenakte einzusehen, die Behandlung eines bestimmten Arztes oder eines Studenten im Praktischen Jahr abzulehnen, den Krankenhausaufenthalt abzubrechen und eine zweite Meinung einzuholen.
Heutzutage kann sich jeder Patient mit Hilfe von Büchern oder dem Internet über seine Krankheit und ihre Therapiemöglichkeiten informieren. Ein informierter Patient kann besser über die Methoden im Krankenhaus urteilen. Machen Sie sich schlau und besprechen Sie Ihre Meinung mit dem Arzt, so wird eine ideale Vorgehensweise abgestimmt. Trotzdem sollten Sie nicht vergessen, wer der Arzt und wer der Patient ist. Der Arzt kann Ihnen die medizinischen Zusammenhänge in Bezug auf Ihren Fall näher bringen und Ihre Informationen filtern.
Abschließend ist noch anzumerken, dass ein Arzt auch nur ein Mensch ist, und einen oft sehr anstrengenden, verantwortungsvollen Beruf ausübt. Die Arbeitszeiten sind immer noch in vielen Krankenhäusern viel zu lang, und die Arbeitsbelastung, die auf dem medizinischen Personal liegt, extrem hoch.
Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass dem Arzt an ihrer Besserung gelegen ist, und er demzufolge alles arrangiert, um Ihnen zu helfen. Sehen Sie es ihm nach, dass er manchmal wenig Zeit für ausführliche Gespräche mit Ihnen hat. Schließlich muss er einer hohen Anzahl an Patienten gerecht werden. Und eventuelle Zeitverzögerungen lassen sich im Krankenhaus aufgrund von lebensbedrohlichen Notfällen, die in jedem Falle vorgehen, auch leider nicht vermeiden.
Was haben Sie für Erfahrungen im Krankenhaus gemacht? Diskutieren mit uns über Ihre Erlebnisse im Life-Go-Forum.
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