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Das Thema ist nicht neu, aber immer noch aktuell, genauso wie die Panik davor: Die Rede ist von der Vogelgrippe. Erst am Sonntag, dem 9. April 2006, wurden in Nordrhein-Westfalen 11.000 Puten getötet. Keine der Puten hatte Anzeichen einer Erkrankung gezeigt. Es war lediglich daran gezweifelt worden, dass ein LKW, der von einem betroffenen Betrieb in Sachsen kam, ausreichend desinfiziert worden war.
Ist dieser ganze Aufwand wirklich nötig oder nur unnötige Panikmache? Was ist dran an der Möglichkeit einer Pandemie, das heißt einer weltweiten Ausbreitung der Krankheit, auch unter Menschen?
In Nordrhein-Westfalen grassierte 2003 schon einmal die Vogelgrippe. Kaum einer nahm Notiz davon, denn bis auf einen kurzen Bericht in der Zeitung und das Töten der Tiere in diesem Gebiet passierte nichts, was die Bevölkerung in solch eine Panik versetzt hätte.
Das ist nun anders. Die Zeitungen sind voll mit Berichten, in denen einen die Panik vor der Vogelgrippe regelrecht anspringt. Die Rede ist von einer möglichen Pandemie, die uns dieses Virus bescheren soll. Ob dies wirklich eintrifft, ist schwer zu sagen. Die Möglichkeit einer Pandemie besteht zwar sehr wohl, jedoch bei dieser Vogelgrippe genauso wie bei jeder anderen Grippe.
Die Vogelgrippe ist keine neue Erscheinung. Es gab sie schon immer und es wird sie immer geben, genauso wie es schon immer durch mutierte Vogelgrippeviren ausgelöste Pandemien gab.
Im 20. Jahrhundert gab es genau drei Pandemien. Bei der größten starben 50 Millionen Menschen. Sicher klingt das erschreckend, doch sollte man bedenken, dass wir heute über andere Möglichkeiten verfügen, solche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, sie einzudämmen bzw. sie schlicht, aber wirksam, zu behandeln.
Bis heute sind nur Menschen an Vogelgrippe erkrankt oder gestorben, die in direktem Kontakt mit den Vögeln gelebt haben. Eine Gefahr für Menschen und andere Tiere besteht nur, wenn große Mengen des Virus aufgenommen werden. Dies kann einerseits über die Luft geschehen, wenn größere Mengen der Krankheiterreger aus dem Kot oder den Federn erkrankter Tiere aufgenommen oder ein krankes Geflügel roh und im Ganzen verspeist wurde.
Wer also nicht gerade Hühnerzüchter in einem großen Betrieb ist oder mit Geflügel die Wohnung teilt, bzw. die Angewohnheit hat, solches roh zu sich zu nehmen, wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mit dem Erreger anstecken. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch hat bis dato noch nicht stattgefunden.
Auch die Wahrscheinlichkeit, sich bei dem heimischen Papagei, der Taube auf dem Fensterbrett oder einer streunenden Katze anzustecken, ist verschwindend gering, da das Virus für diese Tiere kaum ansteckend ist. Eine weitere Übertragung von Haustieren oder Singvögeln auf den Menschen ist von daher noch unwahrscheinlicher. Trotzdem sollte man Vorsicht walten lassen und tote Tiere auf der Straße nicht oder nur mit Handschuhen anfassen und das nicht nur wegen der Vogelgrippe.
Der Verzehr von gekochtem Hühnerfleisch und Eiern ist weiterhin unbedenklich, zumal die Erreger - seien sie denn vorhanden - beim Kochen bei 70 bis 80 Grad abgetötet werden.
Und selbst bei einer Ansteckung muss es nicht unweigerlich zum Tod kommen. Die Symptome der Vogelgrippe sind denen der normalen Grippe sehr ähnlich. Erkrankte Menschen leiden unter hohem Fieber, Husten, Halsschmerzen und Atemnot. In schlimmeren Fällen kann es auch zu Durchfall und Erbrechen oder zu der gefährlichen Lungenentzündung kommen, die dann auch durch Lungenversagen zum Tod führen kann.
Alles in Allem ist die Wahrscheinlichkeit, an der Vogelgrippe zu erkranken, doch sehr gering und Panik nicht gerechtfertigt. Die Vogelgrippe hat uns bis jetzt nicht umgebracht und wird es auch in naher Zukunft wohl nicht tun.
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