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Energiegipfel: Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch


19.04.2006 (K. Lang) Kategorie: Politik

Bild: www.donau.de

Für die nächsten Jahre sind in Deutschland höhere Investitionen in erneuerbare Energieformen als in konventionelle Kraftwerke geplant. Dies ist das Ergebnis des Energiegipfels vom 3. April 2006 im Kanzleramt Angela Merkels.

Der erste Schritt zu einem nationalen Energiekonzept ist getan: 40 Milliarden Euro für Strom aus erneuerbaren Energien, zusätzlich 30 Milliarden Euro für Wärme und Treibstoffe - das sind die Investitions-Pläne bis 2012. Wichtig ist für Angela Merkel ebenfalls die Energieforschung. Sie will bis 2009 2 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stellen - das sind 30 % mehr als bisher. Bis 2020 will man erneuerbare Energieformen zur wichtigsten Energiequelle im Land machen und dafür 200 Milliarden Euro aufwenden.

„Es ist klar geworden, dass erneuerbare Energien die Zukunft der deutschen Energieversorgung sind. Der Wegfall atomarer und fossiler Energien kann vollständig durch den Ausbau erneuerbarer Energien ersetzt werden“, so Frank Asbeck, Teilnehmer des Energiegipfels und Chef der Solarworld AG.

Erneuerbare Energie wird zudem immer preiswerter. Sonnen-, Wind- und Bioenergie, sowie Wasserkraft und Erdwärme laufen den traditionellen Formen der Energiegewinnung - langsam aber sicher - den Rang ab. Und sie haben einen großen Vorteil: Langfristig gesehen würde dabei nur ein Bruchteil der Kosten der konventionellen Energieerzeugung entstehen. Sie können nicht vollständig verbraucht werden, der „Rohstoff“ kostet nichts und die ökologischen Vorteile sind offensichtlich. Außerdem würde der bundesweite Umstieg auf erneuerbare Energien viele Arbeitsplätze schaffen.

Deutschlands Ausstieg aus der Kernenergie war ebenfalls ein wichtiger Diskussionspunkt. Hier teilten sich jedoch die Meinungen. Der Verband Deutscher Ingenieure (VDI) forderte die Kernenergie weiterhin als Bestandteil der Energieversorgung des Landes. Er ist für verlängerte Laufzeiten der bestehenden Atomkraftwerke. Der Umweltschutzbund kritisierte die Laufzeit-Verlängerung entschieden und fordert den schnellstmöglichen Ausstieg aus der Kernenergie.

Kritik gab es auch von vielen Unternehmen. Es sei zu wenig über Wärme- und Kraftstoffversorgung diskutiert worden, da der Fokus sehr auf das Thema Stromversorgung gelenkt wurde. Man müsse Alternativen für die teuren Erdöl- und Gas-Importe finden, um nicht in eine zu große Abhängigkeit von Energieimporten zu gelangen. Immerhin sind zwei Drittel des Energiebedarfs in Deutschland auf Wärmeversorgung und Kraftstoffe und nur ein Drittel auf Elektrizität zurückzuführen.

Verbraucherschützer befürchten steigende Preise aufgrund der hohen Investitionen. Niemand habe an den Endverbraucher gedacht, der die anfallenden Kosten letztendlich zahlen müsse, klagte Edda Müller, Vorsitzende des Bundesverbands der Verbraucherzentralen. Für sie ist Energieeffizienz ein wichtiges Thema, das auf dem Gipfel kaum behandelt wurde.

Konkrete Beschlüsse brachte Merkels Energiegipfel nicht. Sie wünscht sich dennoch schon 2007 ein nationales Gesamtkonzept für die Energieversorgung Deutschlands bis 2020 und kündigte bereits für September 2006 einen weiteren Energiegipfel an. Bis dahin sollen sich drei Arbeitsgruppen mit der Thematik befassen.

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