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Die elektronische Tafel - Top oder Flop?


21.04.2006 (I. Kutta) Kategorie: Technik

Bild: nibis.ni.schule.de

Nie mehr Tafel wischen, nie mehr Kreide holen und nie wieder das ohrenbetäubende Quietschen von nasser Kreide auf der guten alten Schultafel? Die Schiefertafel, vor der wir einst die Schulbank gedrückt haben, könnte schon bald der Vergangenheit angehören. In einem Versuchsprojekt werden derzeit an mehr als zehn Berliner Schulen so genannte elektronische Tafeln unter realen Alltagsbedingungen unter die Lupe genommen.

Christian Plautz, seit Sommer 2003 Referendar an der Bertold-Brecht-Oberschule in Spandau, geht als Pionier voran und setzt schon seit Beginn seiner Lehrtätigkeit an der Bertold-Brecht-Oberschule auf die elektronische Tafel und damit auf multimedialen Unterricht. Seiner Meinung nach schrecken viele seiner Kollegen vor der Nutzung der elektronischen Tafel zurück, weil die Einarbeitungszeit in die Bedienung der Software schon einige Nachmittage in Anspruch nimmt. Diese Investition lohnt sich laut Christian Plautz, der auf die Vorteile der elektronischen Tafel verweist.

Entgegen herkömmlicher Tafeln können Tafelbilder in digitalisierter Form besser vor dem Unterricht vorbereitet werden, so dass keine Unterrichtszeit mehr unnötig für das Anmalen an die Tafel verschwendet wird. Diese Tafelbilder können nach dem Unterricht elektronisch abgespeichert und anschließend den Schülern im Internet zur Nachbearbeitung angeboten werden.

Christian Plautz fördert damit die Fortführung seines Unterrichts auch außerhalb der Schulmauern, indem er seinen Schülern einen virtuellen Klassenraum im Internet zur Verfügung stellt. Dort können seine Schüler sich untereinander austauschen oder auch zusätzlich Kontakt mit ihm halten. Besonders kranke oder fehlende Schüler profitieren von dem Angebot, weil sie ohne Probleme den Unterrichtsstoff nacharbeiten können.

Außerdem kann die elektronische Tafel bzw. der Computer mitrechnen. Wenn ein Schüler eine Rechnung an der elektronischen Tafel präsentiert, bedarf es nur noch einen Klick, um die Richtigkeit der Aufgabe zu prüfen. Ferner kann der Ton der Stunde zeitgleich zur Präsentation einfach aufgezeichnet werden.

Die elektronische Tafel funktioniert mit Hilfe eines Beamers, der das Monitorbild eines Computers auf diese projiziert. Die elektronische Tafel reagiert auf Berührungen. So ermöglichen spezielle elektronische Stifte das Schreiben und Zeichnen auf der elektronischen Tafel ähnlich wie auf der traditionellen.

Christian Plautz betont aber auch, dass er die elektronische Tafel für noch nicht ausgereift hält. Störend ist der Schatten des Beamers, wenn jemand zwischen Tafel und Beamer steht. Ferner würde sich Plautz wünschen, dass man Tafelbilder auch in Dateiaustauschformaten abspeichern, also nicht nur im html-Format im Internet zur Verfügung stellen, kann. Erstrebenswert wäre laut Christian Plautz auch eine Möglichkeit für Schüler, eigene Tafelbilder zu Hause vorbereiten zu können, die dann auf CD abgespeichert werden würden.

Gegenwärtig wird auf Hochtouren an der Verbesserung der elektronischen Tafel gearbeitet. Ob diese allerdings so schnell Einzug in alle deutschen Klassenräume halten wird, bleibt fraglich. Schließlich argumentieren viele Lehrer, dass die Tafel in Zukunft dann ihre Aufgaben übernehmen würde, und dieser Austausch nicht Sinn und Zweck einer Schulstunde wäre. Auch ist die Anschaffung einer elektronischen Tafel mit einem Preis von rund 2200 Euro nicht billig.

Andere, wie Christian Plautz, wissen die Vorteile der elektronischen Tafel zu schätzen und kombinieren die Methoden traditionellen und fortschrittlichen Unterrichts. Was denken Sie darüber? Diskutieren Sie Ihre Meinung dazu im Life-Go-Forum.



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