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Man liebt sie oder man hasst sie. Ein so genanntes „Zwischending“ gibt es bei Bollywood-Filmen nicht.
Der Name Bollywood leitet sich durch ein Wortspiel vom früheren Standort der Filmindustrie in Indien, Bombay (dem heutigen Mumbai) und den Filmstudios von Hollywood in Kalifornien ab. Bollywood ist mit seinen durchschnittlich 900 Filmen pro Jahr im Vergleich zur Anzahl der Filme, die gedreht werden, wesentlich bedeutender als das amerikanische „Vorbild“ mit nur etwa 300 Filmen pro Jahr und ist damit die produktivste Filmindustrie der Welt.
Verschiedene Genre wie zum Beispiel bei „Action“ gibt es bei Bollywood-Filmen nicht. Der Inhalt eines jeden Films ist durch Moden bestimmt. So waren beispielsweise in den 70er Jahren hauptsächlich Actionelemente in den Filmen zu sehen. Seit Mitte der 90er dominieren nun mit wenigen Ausnahmen die Liebesfilme das Bollywood-Geschäft.
Am besten lässt sich die „Feel-Good-Movies“ anhand eines Textes aus den Film Chalte Chalte erklären: „Ein Leben, ein Mädchen, eine Liebe und ein Lied“, denn in den gezeigten Filmen geht es größtenteils um Liebe, Romantik, Hass, Eifersucht, Trennung, Verrat, Tradition und natürlich mitreißende Musik.
Die musical-ähnlichen „Song and Dance“-Szenen sind auch mit der wichtigste Bestandteile in einen durchschnittlich zweieinhalb bis vier Stunden dauernden Film. Ohne sie wäre kein Film ein richtiger, herzzerreißender Bollywood-Film.
RTL 2 strahlte den ersten deutsch synchronisierten Bollywood-Blockbuster „In guten wie in schweren Tagen“ aus und löste damit einen bis dahin unbekannten „Boom“ in Deutschland aus. Aber auch im ganzen Westen gewinnen die farbenprächtigen Filme eine immer größere Fangemeinschaft.
In Indien ist Bollywood ein Kinoerlebnis für die Massen. Sie wollen sich für mehrere Stunden in eine Fantasiewelt entführen lassen, abseits ihrer eher ernüchternden Lebensrealität. Sind wegen dieser Tatsache Bollywood-Filme bei uns so beliebt? Es mag zwar sein, dass man durch diese Filme entspannt in die heile Scheinwelt abtauchen kann, aber da RTL 2 bei einem gezeigten Film rund 10 % des Marktanteils besitzt, bei uns aber eine andere Lebensqualität herrscht, ist diese Theorie zumindest in Deutschland nicht gerechtfertigt.
Natürlich gibt es auch wie in jedem Film-Genre Lieblinge bzw. Helden und Heldinnen.
Männliche Darsteller: Shah Rukh Khan (Er ist wohl der beliebteste und erfolgreichste männliche Darsteller.), Zayed Khan, Uday Chopra, Saif Ali Khan, Amitabh Bachchan, Hrithik Roshan, John Abraham, Abhishek Bachchan, Sunil Shetty
Weibliche Darsteller: Amrita Rao, Sushmita Sen, Aishwarya Rai, Kajol Shomu Mukherji, Jaya Bachchan, Rani Mukherjee, Kareena Kapoor, Manisha Koirala, Preity Zinta
Eine kleine Einführung in das Genre der Bollywood-Filme
Für den Europäer scheinen manche Gestiken dieser Kultur seltsam oder unbegreiflich. Diese kleine Einführung soll Abhilfe schaffen und manches Tun erklären.
Was bedeutet „Namaste“?
Namaste ist das gebräuchlichste Grußwort Indiens. Übersetzt bedeutet es etwa: „Ich grüße das göttliche Licht in deinem Herzen.“
Berührung der Füße und des Herzes:
Häufig kommt es vor, dass sich Menschen vor jemandem verbeugen und dabei dessen Füße berühren. Dies ist ein Zeichen von außerordentlich großem Respekt. Die Füße gelten dabei in der indischen Kultur als unreinstes Körperteil. Durch die Verbeugung zeigt man der anderen Person, dass man selbst diese Stelle zu würdigen weiß. Oft wird die Hand anschließend noch ans Herz geführt. Im Gegensatz zu dieser Demutsgeste erteilt meist die ältere und höhergestellte Person ihren Segen.
Die Dame des Hauses schwingt ein Tablett mit Süßigkeiten umher:
Diese Geste kommt in zwei Situationen vor: Entweder wird damit eine Gottheit geehrt oder ein Gast. In der so genannten „Aarti“-Zeremonie werden nach einigen Kreisbewegungen um das Gesicht des Gottes auf einem Tablett Süßigkeiten angeboten. Wenn man dieselben Handlungen vor einem Menschen vollzieht, ehrt man ihn und gibt ihn die Stellung einer Gottheit.
Ein breiter, roter Strich auf den Haaren einer Frau:
Hierzulande symbolisiert ein Ring am Finger, dass man verheiratet ist, In Indien tragen gerade frisch vermählte Bräute einen breiten, roten Strich auf dem Mittelscheitel, den ihr der Ehemann als Abschlusszeichen der Hochzeitszeremonie aufgemalt hat. Außerdem werden die Hände und Füße mit Henna verziert.
Warum ist in den Filmen alles so extrem bunt?
Indiens grelle Farben, die manch einer als sehr kitschig empfingen mag sind überall zu sehen. Der Grund dafür ist, dass die Farben Emotionen wecken sollten. Wie die Musik sollen die Farben die Seele verzaubern, was vor allem beim Holifest (Frühlingsfest) mit seinen Farbpulver-Orgien zu merken ist. Jeder, der sich auf die Straße traut, wird mit rotem, violettem oder blauem Pulver beworfen. Zudem hat jede Farbe auch einen religiösen Hintergrund:
Blau ist die Reinheit und das Herz des schöpferischen Weltprinzips, zum Beispiel erstrahlen die höchsten Götter im Hinduismus blau. Gelb ist die Farbe der Fröhlichkeit. Orange steht für Mut und Opferbereitschaft. Weiß ist gegenüber der europäischen Kultur die Farbe der Trauer. Schwarz ist die Farbe des Chaos’. Rot dient als Glücksbringer. Sie ist mit die bedeutendste Farbe. Deshalb ist das indische Hochzeitskleid nicht weiß, sondern rot. Auch der rote Punkt oder kleine Ornamente auf der Stirn, als „Bindi“ bekannt, stehen für die weibliche Energie, die Ehefrau und Ehemann gleichermaßen schützen soll.
Wer bis jetzt noch keinen Bollywood-Film gesehen hat und von der Neugier erfasst oder direkt überzeugt ist und bereits in den herzzerreißenden Genuss kommen will, sollte in Zukunft das Fernsehprogramm von RTL 2 im Auge behalten. Wer keine Fernsehzeitung zur Hand hat die Möglichkeit sich auf www.tvtv.de zu informieren um auf dem Laufenden zu bleiben.
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