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Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad erklärte am 11. April 2006 in einer Fernsehübertragung, dass der Iran mit der Uran-Anreicherung begonnen habe und forderte, dass der Westen eine Nutzung der Atomkraft durch den Iran für friedliche Zwecke respektiere.
Eine „gute Nachricht“ verkündete der iranische Präsident Mitte April bei einer TV-Kundgebung: Die Anreicherung des Uran-Brennstoffes im Iran sei geglückt. Man habe eine 3,5 %ige Anreicherung mit einem bestimmten, für die Brennbarkeit benötigten Isotop erreicht, wodurch der Rohstoff zur Verbrennung in Kraftwerken geeignet sei. Tänzer feierten das „freudige Ereignis“ und hoben Röhrchen mit dem Brennstoff in den Himmel, während im Hintergrund Friedenstauben flogen.
Obwohl die Anreicherung als Provokation gegenüber dem Westen im Allgemeinen und gegenüber den Vereinten Nationen im Speziellen gesehen wird, reicht die Anreicherung nicht aus, um eine Atombombe zu bauen. Dafür müsste der Rohstoff um mindestens 90 % angereichert werden. Es besteht also keine unmittelbare Gefahr für einen Atomangriff des Irans. Der angereicherte Brennstoff soll ausschließlich für die Stromerzeugung verwendet werden. Der erste Reaktor wird gerade in Kooperation mit Russland im Süden des Iran gebaut.
Dennoch fühlten sich die Vereinigten Staaten durch dieses Vorgehen des Irans provoziert. Die US-Außenministerin Condoleezza Rice forderte deshalb den UN-Sicherheitsrat auf, den Iran schnellstmöglich zum Einlenken zu bewegen.
Die Vereinten Nationen appellierten darauf hin an den Iran, die Uran-Anreicherung zu stoppen und wieder mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zusammenzuarbeiten. Sie gewährten dem Iran eine Frist von 30 Tagen für den Stopp. Welche Sanktionen bei Nichteinhaltung der Frist drohen, ist nicht bekannt.
Es ist zwar von einem Angriff der USA auf den Iran die Rede, Präsident Bush dementierte dies jedoch. Die weltweite Besorgnis ist dennoch groß. Präsident Ahmadinedschad steht dieser Tatsache gleichgültig gegenüber und gab bekannt, wie bisher mit der Uran-Anreicherung zu friedlichen Zwecken fortfahren zu wollen oder sie eventuell sogar auszubauen.
Nun heißt es warten, wie sich der Iran bis zum Ende der Frist am Freitag, den 28. April 2006, entscheidet.
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