|
Bereits zum 16. Mal jährt sich heute der Internationale Tag der Pressefreiheit. Jährlich wird an diesem Tag auf die Bedeutung freier und unabhängiger Berichterstattung sowie auf Verletzungen der Pressefreiheit aufmerksam gemacht. Viele Organisationen wie „Reporter ohne Grenzen“ oder die UNESCO veröffentlichen anlässlich dieses Tages Berichte über die Situation der Journalisten und die Freiheit der Presse rund um den Globus.
Ursprünglich wurde der Tag der Pressefreiheit von der UNESCO initiiert, deren Verfassung die Förderung der Meinungs- und Pressefreiheit als Organisationsziel festlegt. Die UN-Generalversammlung erklärte auf die Forderungen der UNESCO hin den 3. Mai zum Internationalen Tag der Pressefreiheit.
Reporter ohne Grenzen nehmen den 3. Mai zum Anlass, um verstärkt auf grobe Verletzungen der Pressefreiheit besonders im Irak, in der Volksrepublik China, in Nepal und auf Kuba aufmerksam zu machen. Allein im Jahr 2006 sind bereits 22 Journalisten weltweit bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit ums Leben gekommen, 9 davon im Irak.
Das Jahr 2005 als „Jahr der Trauer“ für die Pressefreiheit
Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ sieht das vergangene Jahr als trauriges Jahr für die Pressefreiheit. In mehr als 100 Ländern der Welt wurden Zeitungen und Internetzugänge zensiert und überwacht. Seit zehn Jahren wurden nicht mehr so viele Journalisten getötet, inhaftiert oder entführt. Zu Jahresende saßen weltweit 107 Medienschaffende im Gefängnis, allein 26 von ihnen in China, 22 auf Kuba. Getötet wurden in diesem Jahr 65 Journalisten, 23 davon im Irak.
In 21 weiteren Ländern kamen im Jahr 2005 Medienschaffende ums Leben - 26 im Mittleren Osten und Nordafrika, 22 in Asien, 11 in Amerika. Während des gesamten Jahres 2005 wurden laut Reporter ohne Grenzen mehr als 2.000 Journalisten allein aufgrund ihres Berufes verhaftet oder attackiert. Diese Zahlen dürfen allerdings niemals als endgültige Werte gehandhabt werden. Wie groß die Dunkelziffer der ermordeten, entführten, gefolterten oder noch inhaftierten Journalisten ist, weiß niemand.
Wer recherchiert, lebt gefährlich
Dass Journalismus ein Beruf ist, auf den man sich vollkommen einlassen muss, ist Tatsache. Dies ist wohl auch ein Faktor, der diese Arbeit so gefährlich macht. Besonders gefährdet ist, wer über Machtmissbrauch, Korruption oder Drogenhandel recherchiert. In sehr vielen Ländern der Welt hat die Presse- und Medienfreiheit keinen Stellenwert und dort werden besonders ausländische Journalisten bei ihrer Arbeit behindert oder mit Gewalt davon abgehalten. Häufig geraten auch mit den Journalisten mitreisende Fotografen in die Hände von Entführern oder Mördern. Wer in Westeuropa großgeworden ist, kann sich das kaum vorstellen.
„Wo immer diktatorische Regimes die Macht übernehmen, wird als erstes die Presse geknebelt und für die eigenen Propagandazwecke missbraucht“, meint der Chef des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger Helmut Heinen. Die Morde und Entführungen von Journalisten werden zudem weltweit kaum verfolgt und die Täter nur in den seltensten Fällen geschnappt, weil sie meistens von den Machthabern des jeweiligen Landes gedeckt werden. Dies ist wahrlich ein Armutszeugnis für die vielen Länder dieser Welt, in denen noch im 21. Jahrhundert dem freien Wort keinerlei Prioritäten eingeräumt werden.
|