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Warum „pinkeln“ Pandabären im Handstand? Was ist ein „schlaffer Schwingel“? Diese und viele weitere Fragen beschäftigen nun schon seit 2003 die Fernsehzuschauer dieses Landes. Denn so lange schon flimmert jeden Freitagabend (und eine Zeit lang auch samstagabends) „Genial daneben“ über die Bildschirme.
Moderiert wird die Comedy-Sendung von Hugo Egon Balder. Neben Hella von Sinnen und Bernard Hoecker sind stets drei weitere Prominente dabei, welche sich an den von Zuschauern eingesendeten Fragen versuchen. Dass dabei oftmals die abstrusesten Antworten fallen, ist klar, denn es gibt kein Drehbuch, alles läuft ganz spontan. Schafft es die prominenten Rategruppe nicht, die richtige Lösung zu finden, so erhält der Einsender 500 Euro.
Doch was ist das Erfolgsrezept, das hinter dieser scheinbar banalen Idee steckt? Fünf Comedians über skurrile Fragen grübeln zu lassen, klingt zunächst nicht nobelpreisverdächtig. Und doch beweisen Einschaltquoten und Preise - nein, der Nobelpreis ist es tatsächlich (noch) nicht geworden, dafür aber der Deutsche Fernsehpreis - das Gegenteil. Vielleicht hilft zunächst eine Betrachtung anderer TV-Erfolge aus der jüngsten Vergangenheit.
Da wären zum Beispiel Günther Jauchs „Wer wird Millionär“ oder die „Schillerstraße“ und nicht zu vergessen der nun schon 25 Jahre alte Klassiker „Wetten dass...?“. Bei genauerem Hinsehen fällt auf: Jede der genannten Sendungen verfolgt ein ziemlich einfaches Konzept. Der Zuschauer weiß sofort worum es geht und kann im Idealfall sogar zu Hause auf dem Sofa mitmachen. Und genau das scheint gut anzukommen.
Während sich so mancher Programmchef den Kopf zerbricht, komplizierte und zugleich an den Haaren herbeigezogene Showkonzepte entwirft, um dann am Ende doch zu „floppen“, kann sich Hugo Egon Balder über seinen steilen Erfolg freuen. Doch der Weg dorthin war beileibe nicht einfach. Zunächst stellte er dem ZDF seine Idee vor - und wurde abgewiesen. SAT 1 ließ „Hühner-Hugo“ (der Spitzname stammt noch aus seiner Zeit als Moderator der Show „Tutti Frutti“, bei der die „Hühner“ bzw. Mädchen gestrippt haben) dann schließlich machen und wurde für den Mut belohnt; „Genial daneben“ wurde zum Pionier der so genannten „Improvisations-Comedy“.
Betrachtet man die Fernsehlandschaft, scheinen sich andere Programmdirektoren an diesem Mut, etwas Neues, Gewagtes auszuprobieren, jedoch leider kein Beispiel nehmen zu wollen. Stattdessen zaubern sie lieber die hundertste Telenovela aus dem Hut und versuchen zwanghaft, diese als innovativ darzustellen.
Dabei will der Zuschauer nur eins: angenehme Unterhaltung, die jedoch nicht plump, aber mit charmantem Witz unterhalten sollte. Zugegeben ist dies eine schmale Gradwanderung. Doch den Weg zwischen zu komplexem Aufbau und primitiver Sensationsgier gibt es, das hat uns „Genial daneben“ einmal mehr bewiesen.
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