|
CDU-Chefin Angela Dorothea Merkel, geb. Kasner, wurde als erste Frau zur Kanzlerkandidatin gekürt. Selbstbewusst und stark inmitten der mächtigen Männer zeigt sie, dass sie alles andere als eine kleine graue Maus ist.
Nach ihrer Nominierung zur Kanzlerkandidatin stellte Merkel einige ihrer Ziele dar. Der Bildzeitung teilte sie mit, eine von ihr geführte Bundesregierung werde „als erstes die Dinge anpacken, die unsere Wirtschaft behindern - an erster Stelle Bürokratie und Überreglementierung.“ Weiter sagte sie der Bild, dass sie als Kanzlerin das rot-grüne Antidiskriminierungsgesetz zurücknehmen werde. Ebenso kündigte sie an, die Richtlinien der Europäischen Union „nur noch eins zu eins“ umzusetzen, wo SPD und Grüne immer noch „draufgesattelt“ haben. Angela Merkel ließ die Frage, ob es zu einer Mehrwertsteuererhöhung durch ihr Amt als Kanzlerin komme, noch offen. Sie werde diese Frage bei der Vorstellung des Wahlprogramms beantworten.
Von den Vorwürfen, alle Politiker würden leere Versprechungen abgeben, möchte sich die Kanzlerkandidatin freisprechen. Sie erklärte, dass sie nur das versprechen dürfe, was auch zu halten sei. CDU und CSU müssten klipp und klar sagen, was sie nicht ändern könnten. Ihr Zitat: “Ich möchte nichts versprechen, was am Ende nur wieder zu Enttäuschungen führt.“
Im Jahr 1989 wurde Angela Merkel im damals gegründeten „Demokratischen Aufbruch“ (DDR Partei der Wendezeit) politisch aktiv. Helmut Kohl machte sie 1994 zur Frauen- und Jugendministerin. Sie durchzog weitere Aufstiegs-Stationen unter der Förderung von Helmut Kohl, bis sie schließlich im Jahr 2000 als erste Frau an die Spitze einer großen Volkspartei, mit 96 Prozent, gewählt wurde.
Ob Frau Merkel es schaffen wird, an die Spitze zu gelangen und eine Bundesregierung zu führen, bleibt abzuwarten. Jedoch hat sie vermutlich drei Wählergruppen auf einen Schlag auf ihrer Seite, da sie Frau, Protestantin und Ostdeutsche zugleich ist. Dies könnte eine sehr gute Vorlage für einen Amtsantritt als erste Bundeskanzlerin sein.
|