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In Berlin wurde am 26. März 2006 vom Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit und der Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, der 2,4 km lange Tiergartentunnel in Berlin für den Straßenverkehr freigegeben.
An den rund 390 Millionen Euro Investitionskosten für den innerstädtischen Tunnel, hat sich der Bund mit 181 Millionen Euro beteiligt.
Über zehn Jahre baute Berlin an seinem längsten Tunnel, drei Jahre länger als geplant. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) machte am 13. Oktober 1995 den ersten Spatenstich. Der Abschluss des Projekts verzögerte sich jedoch mehrfach. Fertig werden sollte der Tiergartentunnel eigentlich bereits im Jahr 2002.
Der Tunnel besteht aus zwei Teilen, einem für den Straßen- und einem für den Schienenverkehr. Der 2,4 km lange Straßentunnel, der vom Berliner Senat gebaut wurde, soll die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Bundesstraße B96 (Entlastungsstraße) ersetzen, die den Tiergarten durchschneidet. Der Tunnel beginnt in der Heidestraße im Norden der Stadt und endet am Hauptbahnhof und Potsdamer Platz. Etwa 50.000 Fahrzeuge, so schätzt man, werden ihn täglich durchfahren.
„Der Tiergartentunnel wird entscheidend dazu beitragen, das Stadtzentrum von oberirdischem Straßenverkehr zu entlasten und damit an den neuralgischen Verkehrsknoten Stauzustände zu vermeiden“, sagte Tiefensee.
Neben dem Tunnel für den Straßenverkehr, entstand ein Fern- und Regionalbahntunnel mit einer Länge von 2,7 km, der von der Deutschen Bahn gebaut wurde. Er ist eine neue Nord-Süd-Verbindung zum Berliner Hauptbahnhof. Durch diesen Tunnel fahren u. a. die Züge von Hamburg nach München oder Prag sowie von Stralsund nach Erfurt.
Gemäß Presseinformation der Deutschen Bundesbahn, steigt mit der Inbetriebnahme des Tiergartentunnels die Zuverlässigkeit des Berliner Bahnverkehrs deutlich. Grund ist eine spürbare Entlastung der heute stark befahrenen Stadtbahn. Das neue Bahnkonzept sieht vor, dass über ein Drittel der Fern- und Regionalverkehrszüge ab Mai 2006 den Tunnel nutzen.
Bundesverkehrsminister Tiefensee hob besonders die hohen Sicherheitsstandards des Straßentunnels hervor. Deutschland habe hier im internationalen Vergleich ohnehin ein hohes Niveau. Bei der Ausstattung des Tiergartentunnels seien die neuesten Kenntnisse der Sicherheitstechnik umgesetzt worden. Alle Einrichtungen seien mehrfach getestet und erprobt, sodass ein Maximum an Sicherheit bestehe.
Gemeint ist damit die im September 2005 vom Senat eingeweihte neue Tunnelleitzentrale (TLZ) in Berlin-Reinickendorf. Deren Mitarbeiter haben jetzt 24 Stunden am Tag mit 117 Kameras sämtliche Geschehnisse im Tiergartentunnel auf ihren Monitoren. Bei Störfällen wie Rauch, Falschfahrern, stehen gebliebenen Fahrzeugen, herumlaufenden Passanten oder anderen Vorfällen, kann sofort eingegriffen werden, um Massenunfälle zu vermeiden. Bei Bedarf kann die Leitzentrale sofort die Polizei oder Feuerwehr alarmieren.
Zudem ist ein automatisches Sicherheitssystem installiert, das im Notfall die Höchstgeschwindigkeit im Tunnel senken oder Zufahrten sperren kann. Außerdem gibt es Fluchttreppen, Notrufmelder und feuerfeste Nottüren. Sollte die Verbindung zur Leitzentrale abbrechen, gibt es die Möglichkeit den Tunnel von einer eigenen Mini-Warte aus zu steuern.
Zu den enormen Verzögerungen mit der Fertigstellung des Tiergartentunnels kam durch die Bundesbahn, da der Braugrund Schwierigkeiten aufwies. Somit wurde auch die Ausführung des Straßentunnels beeinträchtigt. Schon 1997 lies die Bundesbahn verlauten, dass es zu Verzügen kommen werde und an eine Fertigstellung vor 2003 nicht denkbar wäre. Als Begründung nannte man damals, dass die Anschlussstrecken später als geplant in Betrieb gehen könnten. Im gleichen Jahr kam es dann zu einem Unfall und Grundwasser brach durch. Erst nach 21 Monaten konnte der Schaden behoben werden.
Es wurden 900.000 Kubikmeter Erde für diesen Tunnel ausgehoben, drei Viertel davon im Grundwasserbereich. Die Spree musste zeitweilig umgeleitet werden, ihr Ufer wanderte auf einem Abschnitt von 200 Metern um 70 Meter nach Norden.
Später kam es zu weiterer Verspätung der Eröffnung, weil der Hersteller für die Sicherheitssysteme Terminprobleme mit der Sicherheits-Software hatte. Zudem funktionierte diese zunächst nicht richtig, sodass die Mängel beseitigt und die Funktionalität gesichert werden musste.
Hinsichtlich rasant steigender Zahlen an Reisenden und in Hinblick auf die Fußballweltmeisterschaft in diesem Jahr, war dieses Bauprojekt ein wichtiger Bestandteil für Berlins Erweiterung der Infrastruktur, die nun mit dem neu entstandenen Hauptbahnhof, der der größte und modernste seiner Art in Europa ist. Am letzten Mai-Wochenende wird zwei Tage die Eröffnung der neuen Berliner Bahnhöfe und der Nord-Süd-Verbindung mit dem Tiergartentunnel gefeiert, bei dem der „Glaspalast“ erstmals für das Publikum geöffnet wird.
Die Abschlussfeier des Projektes (Eröffnung Glaspalast) des ganzen Baukonzeptes findet am letzten Maiwochenende statt. Nähere Informationen darüber finden Sie unter www.berlin.de.
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