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Disney kauft Pixar


21.05.2006 (I. Switil) Kategorie: Kultur

Bild: monsieurf.typepad.com

Die „Pixar Animation Studios“, denen große Erfolge mit „Toy Story“, „Monster AG“, „Findet Nemo“ und „Die Unglaublichen“ gelangen, wurden nun endgültig von Disney gekauft. Der amerikanische Medien- und Unterhaltungskonzern „Walt Disney Corporation“ hatte bereits im Januar den Kauf von Pixar angekündigt.

Am Freitag, den 5. Mai 2006, gab die „Walt Disney Corporation“ nach Börsenschluss den Vollzug der Übernahme von Pixar bekannt. Pixar wird für einen Kaufpreis von 7,4 Milliarden US-Dollar (6 Milliarden Euro) in Aktien zu einem hundertprozentigen Tochterunternehmen der „Walt Disney Corporation“. Die Anteilseigner des Animationsstudios erhalten 2,3 Disney-Aktien, je eigenem Anteil.

Der Kaufpreis liegt höher, als zuletzt in den Medien berichtet. Der Grund dafür liegt bei der offensichtlichen Schwäche Disneys bei Animationsfilmen. Das Studio gilt als Hort des klassischen Zeichentrickfilms. Die zuweilen entstandenen Animationsfilme stammten alle vom bisherigen Kooperationspartner Pixar und wurden nur durch den Unterhaltungskonzern Disney vertrieben. Die Kooperationsvereinbarungen zwischen Disney und Pixar wären fast ausgelaufen, nachdem der Pixar Studio-Chef Steve Jobs dem damaligen Disney-Vorstandsvorsitzenden Michael Eisner an den Kopf warf, er wolle nur noch Fortsetzungen der erfolgreichen Filme produzieren und denke nur noch an Profit.

Der Gründer von Apple Computer und Pixar-Firmenchef hielt 50,6 Prozent der Aktien. Damit wird er jetzt mit rund 7 Prozent der Disney-Aktien zum größten Einzelaktionär. Jobs wird auch ein Mitglied des Verwaltungsrats im Disney-Konzern. Dieser Schritt wurde auch von Roy Disney, dem einzigen Überlebenden der Familie und Enkel von Walt Disney, begrüßt.

Jobs hatte Pixar nach dem Kauf der Computer-Grafik-Sparte der Lucasfilme im Jahr 1986 für nur 10 Millionen US-Dollar gekauft und zu einem der lukrativsten Filmstudios der Welt gemacht. Momentan erregt er mit den ipod-Musikplayern bei Apple sowie mit dem Online-Musikdienst und den neuen Macintosh-PCs großes Aufsehen.

Nach Ansicht von Branchenkennern könnte Steve Jobs mit seinen Kenntnissen der Film-, Computer-, Internet- und Musikbranche dem Unterhaltungsriesen Disney neue Impulse geben.

„The Walt Disney Company“, umgangssprachlich Disney genannt, ist ein US-amerikanischer Medienkonzern. Im Jahr 1923 wurde von Brüdern Wyatt und Roy Disney das „Disney Brothers Cartoon Studio“ gegründet. Nur sieben Jahre später wurden die „Walt Disney Productions“ gegründet und 1986 wurden die Firmen zusammengelegt und in „The Walt Disney Company“ umbenannt.

Neben den „Walt Disney Studios“ gehört Disney auch der drittgrößte Fernsehsender der USA, die „American Broadcasting Company“ (ABC), die Disneyland-Themenparks und die drei Spartenkanäle „Disney Channel“, „Toon Disney“ und „Playhouse Disney“.

Von Disney war es ein kluger Schritt die „Pixar Animation Studios“ zu kaufen. Disney hat damit die Chance die schwächelnde Zeichentrickfilmsparte zu stärken und durch Pixar einen neuen Aufwind zu geben. Steve Jobs zieht durch die Übernahme auch in den Verwaltungsrat der „Walt Disney Corporation“ ein. Durch seine Mitbestimmungsrechte kann er dem gesamten Unternehmen neue Inspirationen verleihen und in den diversen Branchen neue Ideen einbringen, die er als Allroundtalent einwandfrei umsetzen könnte.

Ein Vorteil für Disney ist natürlich die Tatsache, dass durch die Übernahme des Animationsstudios die Schwächen in der Zeichentricksparte ausgeglichen werden können. Hinzu kommt der Bekanntheitsgrad und das hervorragende Prestige der „Pixar Animation Studios“ durch zum Beispiel Kassenschlager wie „Nemo“.

Wir dürfen also gespannt darauf sein, auf was für Kreationen wir uns bei so einem unschlagbaren Team demnächst schon freuen können.



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