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Marmorpalais in Potsdam - „Tag“ der offenen Tür


24.05.2006 (J. Brodski) Kategorie: Panorama

Bild: www.potsdam.de

Das Potsdamer Marmorpalais, die ehemalige Sommerresidenz Friedrich Wilhelms XI, wurde am Karfreitag des Jahres 2006 fertig gestellt. Die langjährigen, ca. 17 Millionen teuren Renovierungsarbeiten, die das klassizistische und vor allem durch die darin ausgestellte englische Wedgwood-Keramik interessante Bauwerk für die Öffentlichkeit bislang unzugänglich gemacht hatten, wurden beendet. Das Schloss wurde in einer feierlichen Zeremonie wieder eröffnet.

Die Besucher, deren Zahl die Erwartungen bei Weitem übertraf, ließen nicht lange auf sich warten. Wie die „SPSG“( Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten) berichtet, fanden sich am Karfreitag 5.400 Schaulustige vor dem Schlosstor ein, um das lang erwartete Großereignis hautnah miterleben zu können.

Was macht das Potsdamer Marmorpalais so interessant?

Friedrich Wilhelm XI, geboren 1744 in Berlin, Neffe und Thronerbe Friedrichs des Großen, unterschied sich vor allem geschmacklich von seinem vom Volk unbeliebten Onkel. Während dieser nämlich die Baustile des Barock und Rokoko favorisierte, bevorzugte sein Neffe eher den Frühklassizismus.

So ließ der neu ernannte Preußenkönig 1787 - 1792 direkt an den Ufern des heiligen Sees im heutigen neuen Garten einen zweistöckigen, quadratischen Palast errichten. Der Rundtempel auf dem Dach gewährt einen überwältigend schönen Ausblick. Der Palast sollte dem musikalischen Herrscher als Rückzugsmöglichkeit vor der Öffentlichkeit und als Sommerresidenz dienen.

Die Realisierung seines geplanten Projekts übertrug Friedrich Wilhelm XI den Architekten Carl von Gontard und Carl Gotthard Langhans, der zuvor durch den Bau des Brandenburger Tors in Berlin Berühmtheit erlangt hatte.

Der weiße und graue Marmor an der Außenfassade des ansonsten aus rotem Backstein erbauten Prachtwerks gab dem Marmorpalais seinen Namen. Nach dem Tod des Königs ließen noch zahlreiche seiner Nachkommen das Schloss vergrößern und vervollkommnen.

Doch alle Bemühungen schienen umsonst, als zum Ende des Zweiten Weltkriegs Bomben und Granaten das historische Bauwerk schwer beschädigten. Dessen Zustand verschlimmerte sich noch, als das Schloss 1947 von der Roten Armee zum Offizierskasino erklärt wurde und zu DDR-Zeiten ein Armeemuseum darin entstand.

Bereits seit 1997 laufen die Renovierungsarbeiten an dem Marmorpalais auf Hochtouren und bis 2008 soll auch der letzte Stein wieder gerade stehen.

Sehenswert sind vor allem das blaue und das orientalische Zimmer der insgesamt 40 Innenräume.



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