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WM 2010 - Der Cup der guten Hoffnung


25.05.2006 (W. Jungermann) Kategorie: Welt

Bild: www.spiegel.de

Eine junge Demokratie strebt nach vorn. Seit 1999 befindet sich Südafrika auf dem aufsteigenden Ast in der wirtschaftlichen Entwicklung. Nach dem Zuschlag der FIFA im Mai 2004 wird diese Entwicklung voraussichtlich auch bis zum Jahr 2010 anhalten.

Die stabile Wirtschaftssituation basiert im Wesentlichen auf den enormen Rohstoffvorkommen Südafrikas. Jetzt hofft Südafrika auf den Boom in anderen Wirtschaftszweigen. Ökonomen sehen in der WM 2010 ein Event mit enormen Auswirkungen auf die Entwicklung der südafrikanischen Wirtschaft. Demnach werden im Zuge der WM 2010 etwa 160.000 neue Jobs geschaffen werden.

Die jetzt schon florierende Tourismus-Branche rechnet mit zusätzlichen 235.000 Besuchern während der WM. Nach Aussage von Peter Koblmiller besuchen jährlich etwa 2 Millionen Menschen Südafrika. Das Wachstumspotential der Tourismusbrache, das bislang 10 bis 15 % pro Jahr betrug, ist jedoch langsam ausgeschöpft und ein weiterer Zuwachs ist nicht mehr zu erwarten.

Das nationale Organisationskomitee Südafrikas beruft sich auf eine Aussage der Beraterfirma Grant Thornton, die damit rechnet, dass die WM etwa 21 Milliarden Rand - umgerechnet etwa 2,7 Milliarden Euro - in die südafrikanische Wirtschaft fließen lassen wird. Wäre dem so, kann sich die südafrikanische Regierung auf umgerechnet 1 Milliarde Euro Staatseinnahmen freuen.

Analysten erwarten, dass langfristig gesehen die südafrikanische Wirtschaft auch von der Verbesserung der internationalen Präsenz profitieren kann. Ein weiterer positiver Effekt wäre ein gestärktes Gemeinschaftsgefühl, das Hoffnung macht, Brücken über die noch immer große Kluft zwischen Schwarz und Weiß bauen zu können.

Südafrika hat in den letzten 12 Jahren seit Abschaffung der Apartheid große Fortschritte gemacht, dennoch gibt es genug Probleme, die vor allem ausländische Investoren abschrecken. Die Immunerkrankung Aids und die hohe Kriminalität sind die Geißeln des Landes, die es zu besiegen gilt. Die WM gibt laut der Nachrichtenagentur „Reuters“ Hoffnung auf ein positives Image für das Land im Süden Afrikas und damit auch Hoffnung auf neue ausländische Investoren.

Zuvor stehen dem Land jedoch noch große Aufgaben bevor. Am 17. März 2006 hat das olympische Komitee den Startschuss für den Neubau von vier Stadien gegeben. Gebaut wird in Kapstadt, Port Elisabeth, Durban und Nelspruit.

Vor allem die Infrastruktur des Landes, die bislang ein abschreckendes Bild für ausländische Investoren war, muss noch verbessert werden. Finanzminister Trevor Manuel erklärte bei der Vorstellung des Haushaltes 2006 die Infrastruktur sei neben der (Aus-) Bildung der größte Posten. Insgesamt sollen in den nächsten drei Jahren etwa 650 Millionen Euro in die Verbesserung der Infrastruktur fließen. Dieser Betrag umfasst jedoch auch die Renovierung und den Neubau der WM-Stadien.

Einem Bericht von Anél Powell und der Aussage von Peter Koblmiller zufolge ist der Bau des Stadiums in Kapstadt von der amtierenden Bürgermeisterin Hellen Zille bis 2008 auf Eis gelegt worden. Bislang ist unklar wie Kapstadt den Eigenanteil von 120 Millionen Euro finanzieren soll. Zille warnte vor übereilten Entscheidungen, die zu einem Bankrott Kapstadts führen könnten.

Auch der südafrikanische Fußball wird noch hart an seinem Image arbeiten müssen. Die Korruption, so schildert Stefan Schaaf von der „Tagesschau“, sei im südafrikanischen Fußball an der Tagesordnung. Es sei bereits zu Gewaltausbrüchen gekommen, die Todesopfer zur Folge hatten.

Bis zur WM 2010 wird Südafrika sein Image noch etwas aufpolieren und Finanzierungsengpässe lösen müssen, damit die Hoffnung auf einen noch größeren Wirtschaftsaufschwung Realität wird. Präsident Mbeki forderte alle Südafrikaner dazu auf, zusammen zu arbeiten, die Aufgaben anzupacken und die WM 2010 zu der besten Fußball-Weltmeisterschaft aller Zeiten zu machen.

Gerade jetzt im Sog der WM 2006 werden viele Investoren nach Südafrika blicken. Vielleicht sehen sie auch eine goldene Zukunft in diesem Land, dem Land des „Cups“ der guten Hoffnung.

Nähere Informationen rund um dieses Thema finden Sie auf www.southafrica.info, www.southafrica2010.org, www.iol.co.za und www.kapstadt.com.



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