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Eurovision Song Contest 2006


28.05.2006 (M. Tremschnig) Kategorie: Kultur

Bild: news.free-radio.de

Die bereits einundfünfzigste Ausgabe des „Eurovision Song Contests“ (ESC) fand am 18. und 20. Mai 2006 in der „Olympic Indoor Arena“ in Athen statt. Im Vorjahr hatte die Sängerin Helena Paparizou den Sieg in ihre Heimat gelotst und somit traditionell ihr Heimatland zum Austragungsort für die Ausgabe in diesem Jahr gemacht.

Da der diesjährige Sieg an Finnland ging, wird voraussichtlich dessen Hauptstadt Helsinki als Gastgeber für die nächsten Teilnehmer des „Eurovision Song Contests“ auftreten.

Moderiert wurden die Qualifikationsrunde (aus der die zehn erstplatzierten Länder das Finale erreichen) sowie das Finale von Sakis Rouvas (der im Jahr 2004 für Griechenland den dritten Platz ergattern konnte) und der NBC-Moderatorin Maria Menounos. Für die deutschen Zuschauer moderierte, wie im Vorjahr, der Redakteur Peter Urban. Im österreichischen Fernsehen kommentierte der Radiosprecher Andi Knoll.

Vierzehn Länder, unter ihnen die so genannten „großen Vier“ der European Broadcasting Union (Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien), sind während des Halbfinales bereits qualifiziert. Israel, die Ukraine, Bosnien-Herzegowina, Schweiz, Moldawien, Lettland, Norwegen, Malta, Dänemark, Russland, Mazedonien, Rumänien, Litauen, Griechenland, Finnland, Kroatien, Schweden, Irland, Armenien (zum ersten Mal dabei) und die Türkei nahmen ebenso teil. Israel und Malta schnitten in der Schlusswertung am schlechtesten ab.

Das eigentlich interessanteste und spannendste wurde jedoch durch eine neue Abstimmungsregelung ruiniert: Zum ersten Mal in der Geschichte des „Eurovision Song Contests“ wurde die Punktevergabe durch die europäische Rundfunkunion (EBU) stark verkürzt. Die ersten sieben Wertungen erschienen sofort auf dem Bildschirm, die restlichen drei Wertungen (mit den höchsten Punktezahlen 8, 10 und 12) wurden durch den jeweiligen nationalen Sprecher mitgeteilt. In diversen Foren wurde das neuartige System der Punktevergabe bereits diskutiert, da man die vorangegangene Methode nach so vielen Jahren lieb gewonnen und um vieles mehr geschätzt hatte. Hauptgrund der Kritiker ist die Tatsache, dass die Abstimmung früher um einiges reizvoller und dramatischer gewesen sei.

Gewonnen haben, schlussendlich und vor allem erstmals in der Geschichte des „Eurovision Song Contests“, die Teilnehmer aus Finnland: Ausgerechnet die schräge Heavy Metal Band „Lordi“ katapultierte sich mit dem Rock-Song „Hard Rock Hallelujah“ und sagenhaften 292 Punkten (44 Punkte vor dem Zweitplatzierten!) an die Spitze des europäischen Pop-Olymps.

Ein kurzer - übersetzter - Textauszug aus dem englischen Titel des Gewinnerliedes, der einer ungefähren Selbstbeschreibung der Band gleichkommt: „Flügel auf meinem Rücken, ich bekam Hörner auf meinem Kopf. Meine Giftzähne sind scharf, und meine Augen sind rot.“

Zu den Favoriten zählten die als Monster verkleideten Finnen zwar nicht (Griechenland und Rumänien wurden in den Wettbüros hoch gehandelt) - der überragende Sieg vor Russland und Bosnien Herzegowina war dennoch eine willkommene Abwechslung. Somit dürfte auch weitestgehend widerlegt sein, dass generell nur fürs jeweilige Nachbarland abgestimmt wird.

Trotzdem scheint es mit dem „Eurovision Song Contest“ bergab zu gehen. Längst befinden sich in den ersten Rängen der Wertung nicht mehr die Länder, die den Contest erfunden haben und das meiste Geld investieren (die „großen Vier“). Zunehmend katapultieren sich die ehemaligen Ostblock-Länder mit ihren meist moderneren Songs in die oberen Punkteränge. Neu und einfallsreich zu sein, zahlt sich beim „Eurovision Song Contest“ eben aus. Einfallsreiche Darstellungen werden durch hohe Punktevergaben durch das Publikum honoriert. Trotzdem kämpft die alljährliche Veranstaltung mit Imageproblemen.

Zu den Geheimfavoriten bei den Buchmachern zählte auch der musikalische, deutsche Beitrag: Die Hamburger Band „Texas Lightning“ (rund um den Comedy-Star Olli Dietrich und die Sängerin Jane Comerford) erreichte mit dem Country-Song „No No Never“ trotz überzeugender Darstellung zwar keinen Spitzenplatz, konnte in den deutschen Charts jedoch einen Nummer 1 Hit verbuchen. Darüber hinaus brachte der Titel (neben den Gewinnern) frischen Wind in die sonst so festgefahrenen Bahnen und farblosen Darstellungen der Künstler des „Eurovision Song Contests“.

Schlussendlich erreichten „Texas Lightning“ dank der 36 Punkte, die sie einheimsen konnten, den 15. Platz. Der Schweiz war der deutsche Auftritt 7 Punkte wert, Großbritannien, Albanien und Spanien verteilten an Deutschland jeweils 5 Wertungspunkte. Dänemark, Irland, die Niederlande sowie Lettland vergaben je 3 Punkte an die deutschen Teilnehmer, jeweils 1 Punkt verschenkten Norwegen und Belgien an die Hamburger Band.

Deutschland hingegen sah, fast traditionell, die Türkei als Sieger. Weitere 10 Punkte wurden an Finnland vergeben, 8 Punkte verbuchte das Publikum auf das Konto des Gastgeberlandes - welches mit einer Performance der Sängerin Anna Vissi am Ende mit 128 Punkten den neunten Platz erreichen konnte.

Dem deutschen Sender ARD wohnten am Samstag bei der Austragung des Finales knapp 10,5 Millionen Menschen bei, was einer Quote von 39 % entspricht. Auch bei dem jungen Publikum (14-49jährige) konnte man große Erfolge verbuchen - knappe 46,2 % dieser Gruppe sahen zu.

14.000 Zuschauer jubelten vor Ort den Teilnehmern bei ihren überzeugenden Darstellungen zu. Über 100 Millionen Fernsehzuschauer aus über 40 Ländern nahmen vor den Fernsehgeräten an der Endausscheidung teil und konnten via Telefon oder SMS für ihren persönlichen Favoriten stimmen.

Wie aber waren Sie mit der Performance bzw. dem Abschneiden der deutschen Truppe zufrieden? Welcher Beitrag hat ihnen am besten gefallen? Sind Sie ein Fan des „Eurovision Song Contests“? Ihre Meinung interessiert uns. Diskutieren Sie mit in unserem Life-Go-Forum!



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