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Karibik-Feeling bald auch in Deutschland?


31.05.2006 (J. Rohrbach) Kategorie: Wissenschaft

Bild: www.photographie.de

Viele Menschen in Deutschland klagen über das nasskalte und vor allem unbeständige Wetter. Die Vorhersage eines Klimawandels mit höheren Temperaturen und allen daraus resultierenden Folgen könnte ihnen jedoch bald die Lust auf lange Sommer verderben.

Das Klima ändert sich derzeit so schnell wie nie zuvor. Während von 1850 bis heute bereits ein Anstieg der Durchschnittstemperatur um 0,7 Grad Celsius zu verzeichnen war, wird nach der jüngsten Studie des Hamburger Max-Planck-Instituts für Meteorologie bis 2100 ein Anstieg von 4 Grad Celsius erwartet. Angesichts der Tatsache, dass die Durchschnittstemperatur in der letzten Eiszeit „nur“ 5 bis 6 Grad Celsius geringer war als heute, ist dies ein enormer Wert.

Rekordwerte, was die Temperaturen betrifft, gibt es bereits. Das Jahr 2005 war bisher das zweitwärmste Jahr seit Beginn der Messungen 1861. Das wärmste Jahr war 1998. Absolute Rekordmonate waren Juni und Oktober 2005. Deutlich erhöhte Temperaturen wurden auch in weiten Gebieten der USA, Afrikas, Australiens, Brasiliens, Chinas und im Nordatlantik gemessen. Auch neue Hurrikanrekorde konnten durch die erhöhten Temperaturen verzeichnet werden.

Die Meteorologen sind sich einig, was uns erwarten wird: In Deutschland wird es lange heiß-trockene Sommer und nasse Winter geben, sowie mehr lang anhaltenden und somit hochwasserfördernden Regen. Der Mittelmeerraum wird von Dürren befallen werden und die Wüsten in Afrika und Australien werden sich ausbreiten.

Die gängigste Theorie zu diesem folgenreichen Temperaturanstieg ist die der globalen Erwärmung durch Treibhausgase. Demnach ist die erhöhte Durchschnittstemperatur im Gegensatz zum Klimawandel nicht natürlichen Ursprungs, sondern auf die vom Menschen erzeugte Umweltverschmutzung aufgrund von Treibhausgasen wie Kohlenstoffdioxid, Methan und Distickstoffoxid zurückzuführen.

Deren Auswirkungen verteilen sich jedoch nicht gleichmäßig über die Erde. In der Nordpolregion ist ein Anstieg der Durchschnittstemperatur um bis zu 10 Grad Celsius möglich, was heißen würde, dass das Eis im Sommer komplett schmelzen könnte. Sämtliche Tierarten, nicht nur in der Nordpolregion, wären vom Aussterben bedroht. Schon jetzt ist deutlich zu spüren, wie wichtige Kaltwasser-Speisefische wie Kabeljau und Schellfisch aufgrund von erhöhter Temperatur der Nordsee immer weiter in Richtung Pol ziehen.

Den meisten dürfte anhand dieser Tatsachen die Lust auf ein wärmeres Klima in Deutschland vergangen sein, jedoch sprechen noch ganz andere Zahlen für sich: Allein 2003 starben insgesamt ca. 35.000 Menschen am Hitzetod. Betroffen waren nicht nur die Menschen in Entwicklungsländern, sondern auch zunehmend Menschen in Europa, hier vor allem ältere Menschen. Im Jahr 2002 waren etwa eine Million Europäer von den 15 bisher größten Fluten betroffen. Es gab 250 Tote.

Auch Krankheitserreger in Lebensmitteln - man denke vor allem an Salmonellen - finden bei höheren Temperaturen ideale Bedingungen vor, sich zu vermehren. Und selbst die Pollenflugzeiten haben sich seit 1975 um zehn Tage verlängert.

Traurige Tatsache ist, dass wir nach den derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen heute erst die Auswirkungen unserer Umweltverschmutzung von vor 25 Jahren erleben. Da es auch in Zukunft nicht möglich sein wird, unseren Ausstoß von Treibhausgasen merklich zu verringern, gibt es leider so schnell keine Möglichkeit, diesen Prozess bald zu stoppen.

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