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Für Liebhaber skurrilen, absurden Humors hat sie Kultcharakter: „Monty Python“, die britische Komikertruppe, die für cineastische Ereignisse wie „Das Leben des Brian“, „Der Sinn des Lebens“ oder „Die Ritter der Kokosnuss“ bekannt ist. Aber wussten Sie, dass die verhasste Spam-E-Mail in Ihrem Posteingang ihren Namen einem Sketch des Ensembles verdankt? War Ihnen bekannt, dass ihr Erfinder die Programmiersprache „Python“ aus Verehrung für die Künstler so genannt hat? Dass „Monty Python“ eine neue Literaturgattung begründet hat, wussten Sie aber sicher noch nicht, oder?
Stellen Sie sich vor: Vier Menschen sitzen gemütlich beisammen und beschließen, um sich die Zeit zu vertreiben, einen Roman zu schreiben. Der Mitspieler, der sein Werk als erster vollendet, gewinnt. Eine Menge Sitzfleisch wäre dafür erforderlich, nicht wahr? Deshalb legte „Monty Python“ 100 Wörter als Ziel fest und taufte das Spiel „Drabbles – A word game for 2 to 4 players“. In Großbritannien wurde dadurch ein Drabbles-Fieber ausgelöst, Hallen füllten sich mit Teilnehmern an sogenannten „Drabble-Contests“. Es galt, ein vorgegebenes Thema in einer festgelegten Zeit zu „verdrabblen“.
1980 nahm sich die Birmingham University SF Society der neu entstandenen Literaturgattung an und legte die Standards fest: Ein Drabble hat exakt 100 Wörter, wobei die Überschrift nicht mitgezählt wird. Wann genau die Drabbles-Welle das Festland erreichte, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen.
In Deutschland jedenfalls traten Drabbles zunächst ausschließlich in Form von „Fanfiction“ auf, als von Fans geschriebene, ergänzende Episoden zu beliebten Büchern wie „Herr der Ringe“, „Harry Potter“ oder auch zu Fernsehserien wie „Zauberhafte Hexen“, „Buffy“ und anderen.
2004 wurde die Betreiberin eines Internetportals auf die Literaturgattung aufmerksam und fasste den spontanen Entschluss, sie auch in Deutschland zu etablieren. Das Literaturportal www.drabbles.de hat es sich zur Aufgabe gemacht, Drabbles aus ihrem Randgruppendasein zu lösen und zu beweisen, dass „Drabblen“ auch in jedem beliebigen anderen Literaturgenre möglich ist.
Für erfahrene Autoren wie für Schreibanfänger sind Drabbles eine gute Übung, Aussagen auf den Punkt zu bringen. Für Leser versprechen sie den schnellen Lesegenuss zwischendurch, ohne dabei auf tiefgründige Aussagen zu verzichten. Nicht ganz grundlos warnt die oben genannte Seite: Vorsicht, Suchtgefahr!
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