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Nach Deutschland nun auch Post-Privatisierung in Österreich
08.06.2006 (K. Lang)
Kategorie: Europa
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Nachdem in Deutschland bereits zu Beginn des Jahres 2006 fast 200 Standorte der Deutschen Post an private Betreiber übergingen, hat nun auch die Österreichische Post AG den Schritt in die Privatisierung gewagt. Am Mittwoch, dem 31. Mai 2006, war der erste Handelstag der Post an der Wiener Börse.
Immerhin 49 % des Unternehmens wurden an der Börse verkauft - dabei handelte es sich um den viertgrößten Börsengang in der Geschichte der Wiener Börse - die restlichen 51 % verbleiben beim Staat Österreich. Bereits am ersten Börsentag betrug der Aktienkurs mit einem Wert von 20,90 Euro rund 20 % mehr als der Ausgabekurs von 19,00 Euro. Der Generaldirektor der Österreichischen Post AG, Anton Wais, sieht die Post „neben der Deutschen Post und TNT in die Champions League aufgestiegen“ und erwartet einen andauernden Höhenflug der Post-Aktie.
Auch der österreichische Finanzminister Karl Heinz Grasser sieht die Privatisierung in einem positiven Licht und erhofft sich Einnahmen von geschätzten 600 Millionen Euro. Grasser betonte mehrfach, dass durch die Teilprivatisierung der Post eine Volksaktie geschaffen und auch den Post-Bediensteten Gelegenheit gegeben werden solle, sich am Unternehmen zu beteiligen. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter der Post nützten diese auch und erwarben Anteile am Post-Unternehmen. Für sie gab es ein spezielles Mitarbeiter-Modell, das ihnen bis zu 1000 Gratis-Aktien zusicherte.
Seitens der SPÖ und der Postgewerkschaft wurden Proteste und Streikmaßnahmen im Falle eines Börsengangs der Österreichischen Post angekündigt. Sie bezweifelten, dass die Post reif für den Börsengang sei und hielten den gewählten Zeitpunkt für den „denkbar schlechtesten“. Für Generaldirektor Wais lief der Börsengang allerdings überraschend ruhig ab und er sei stolz, dass es keine größeren Proteste auf den Straßen gegeben habe.
Trotzdem fürchten weiterhin viele Post-Mitarbeiter, dass durch Rationalisierungsmaßnahmen im Zuge der Privatisierung ihre Arbeitsplätze gestrichen werden. Bereits durch die Schließung zahlreicher Postfilialen im vergangenen Jahr verloren viele Bedienstete ihre Stellung. Welche längerfristigen Auswirkungen der Börsengang der Österreichischen Post haben wird, stellt sich erst in den nächsten Wochen und Monaten heraus.
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