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The Da Vinci Code - Kinohit und Dorn im Auge der Kirche?


12.06.2006 (J. Brodski) Kategorie: Kultur

Bild: www.life-go.de

„The Da Vinci Code“: Mit über 8.000.000 Millionen verkauften Exemplaren alleine in den USA ist es das bestverkaufte Buch seit J. K. Rowlings „Harry Potter“. Am 18. Mai 2006 kam Dan Browns Meisterwerk in die deutschen Kinos. Auch für die 59. Filmfestspiele in Cannes am 1. Juni 2006 galt er zunächst als Favorit, wurde aber von Pedro Almódovars „Volver“ ausgestochen.

Als Symbolologe Robert Langdon (Tom Hanks) von der Pariser Polizei ins Louvre bestellt wird, um bei der Aufklärung des Mordes an Jacques Saunière, Chefkurator des Louvre, zu helfen, entdeckt er auf dem Leichnam des Getöteten ein seltsames Pentagramm. Neben sich hat Saunière mit seinem eigenen Blut eine Botschaft hinterlassen: „Robert Langdon suchen“.

Für Hauptkommissar Bezu Fache (Jean Reno, „Die purpurnen Flüsse“ und „Mission Impossible“) steht fest: Sauniére wollte so seinen Mörder offenbaren. Während Langdon das Pentagramm als Hinweis auf die Werke Leonardo Da Vincis entschlüsselt, ahnt er nicht, dass er nun als tatverdächtig in einen Mord verwickelt ist, den er nicht begangen hat.

Doch nun kommt Sophie Neveu (Audrey Tautou, „Die Fabelhafte Welt der Amélie“) ins Spiel. Sie ist Polizeikryptologin und Enkelin Saunières, die als einzige an Langdons Unschuld glaubt. Unter dem Vorwand, die Amerikanische Botschaft habe eine Nachricht für ihn, sucht sie das Gespräch mit dem Verdächtigen, um ihn über die wirklichen Hintergründe der Polizei aufzuklären. Gemeinsam gelingt den beiden die Flucht.

Sophie, die schon vor Jahren jeglichen Kontakt zu ihrem Großvater unterbrach, will ihm nun mit Roberts Hilfe seinen letzten Wunsch erfüllen und dem Hinweis folgen, den er in Form eines Pentagramms hinterließ.

Ihr Weg führt die beiden Abenteurer bis in die Anfänge des Christentums hinein, auf die Spuren des heiligen Grals und so zu dem anerkannten Gralsforscher Leigh Teabing (Ian McKellen, „Der Herr der Ringe“), der Langdon und Neveu das Geheimnis um den Gral näher bringt.

So sei es falsch den Gral als „Kelch“ anzusehen. Vielmehr müsse er, wie im heidnischen Götterkult üblich, als Symbol der Weiblichkeit und Fruchtbarkeit angesehen werden, da er den weiblichen Schoß und die Vereinigung zwischen Mann und Frau darstelle. Auch einige Beweise, so z. B. Hinweise in Leonardo Da Vincis „Abendmahl“ auf die Präsenz von Maria Magdalena, unterstützen Teabings Theorie.

Er lässt Langdon und Neveu nun von der geheimen Bruderschaft der „Priéure de Sion“ wissen, die an eben diesen Beweisen festhält und deren Mitglied, wie Sophie nun herausfindet, ihr Großvater Jacques Saunière gewesen ist. Die Bruderschaft glaubt an eine Heirat Jesu mit Maria Magdalena und an die Zeugung einer gemeinsamen Tochter, Sarah, deren letzter Nachfahre noch heute irgendwo in der Welt leben soll.

Gemeinsam begeben sich Sophie Neveu und Robert Langdon, die inzwischen „gute Freunde“ geworden sind, auf die Suche nach dem heiligen Gral, dem Grab der Maria Magdalena. Begleitet werden sie von dem von seiner Theorie besessenen Leigh Teabing.

Doch was ist schon ein Hollywoodfilm ohne den passenden Bösewicht? Diesen Part übernehmen in „The Da Vinci Code“ Alfred Molina als Bischof Aringarosa, der gemeinsam mit Silas, dem Mönch (Paul Bettany) im Namen der Kirche Jagd auf den letzten Nachfahren Jesu macht, um ihn zu töten. Denn die Theorie der Prieuré rüttelt an den Grundfesten des christlichen Glaubens, indem sie Jesus das Göttliche nimmt und ihn als Ehemann und Vater darstellt. Doch weder Silas noch die Polizei (inzwischen sucht auch Interpol nach dem vermeintlichen Mörder und seiner Partnerin) können die beiden aufhalten.

Oskarpreisträger Ron Howard und Akiva Goldsman (Drehbuch zu „A Beautiful Mind“) entführen die Zuschauer mit Hilfe der Starbesetzung in eine Welt aus Mystik und Legende, Witz und Romanze.

Doch während „The Da Vinci Code“ die Kinokassen klingeln lässt, geht die Kirche auf die Barrikaden. In zahlreichen Schmähreden versuchen Kardinäle und andere Kirchenoberhäupter, die Christenheit zum Streik gegen diesen „Quatsch“, wie einer der Geistlichen sich kürzlich ausdrückte, zu animieren. Die Christen empfinden die Theorie von der „Vermenschlichung“ Jesu als Beleidigung ihres Glaubens. Dies geht sogar soweit, dass der Film in einigen Ländern, wie z. B. Rumänien, verboten wurde.

Wer also mindestens zwölf Jahre alt und Actionfan ist, sollte diesen schaurig schönen Thriller auf keinen Fall verpassen!

    
Bilder: www.filmstarts.de(Zum Betrachten der Bilder auf das jeweilige Bild klicken!)



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