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US-Veteran verklagt Michael Moore
15.06.2006 (O. Hoffmann)
Kategorie: Panorama
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Noch 2004 wurde der umstrittene amerikanische Filmemacher Michael Moore gefeiert und bei den Filmfestspielen für seine Dokumentation „Fahrenheit 9/11” in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Zu Recht, denn schließlich spielte er mit dem erfolgreichsten Dokumentarfilm aller Zeiten 222 Millionen Dollar ein.
Gut zwei Jahre später scheint aber ein anderer etwas vom Kuchen abhaben zu wollen. Denn Michael Moore und die Filmverleihfirma Miramax sind von einem US-Veteranen im Streit um seine Dokumentation vor einem US-Gericht im Bundesstaat Massachusetts angeklagt worden.
Der 33-jährige Unteroffizier Peter Damon, der bei seinem Irak-Einsatz beide Arme verloren hatte und sich selbst als Anhänger von US-Präsident George W. Bush bezeichnet, fordert 85 Millionen Dollar Schadensersatz. Als Grund gibt er an, dass Moore ohne seine Einwilligung Teile aus einem NBC Interviews in seinem Film verwendet habe. Diese Szenen zeigen Peter Damon verletzt auf einer Trage liegend, wie er über seine Schmerzen spricht.
Zuvor ist eine Ansprache des Regierungsvertreters Jim McDermott zu sehen, wie er der Bush-Regierung vorwirft, dass Veteranen sich selbst überlassen werden. Genau diese durch Moore hinein geschnittenen Szenen ließen fälschlicherweise darauf schließen, dass Damon gegen den Krieg sei. Durch diese Darstellung sei sein Ruf geschädigt worden und er habe schwere emotionale Probleme davongetragen, so er selbst.
George W. Bush wird es vermutlich nur recht sein, wenn Moore verlieren würde. Schließlich zählt „Fahrenheit 9/11”, ein Film, der den US-Präsidenten genüsslich an den Pranger stellt, bestimmt nicht zu seinen Lieblingsfilmen. Moore und Miramax haben bisher nicht auf die Vorwürfe reagiert.
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