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Fußball-WM: Mangelnde Kontrolle der Tickets lässt Schwarzhandel florieren


27.06.2006 (I. Kutta) Kategorie: Sport

Bild: www.c6-magazin.de

Sowohl um den Schwarzhandel mit Fußball-WM-Tickets zu unterbinden, als auch um verstärkte Sicherheit zu gewährleisten, verwies das Organisationskomitee (OK) der Fußball-WM immer wieder auf die Notwendigkeit personalisierter Tickets. Laut des OK sollte beim Einlass in jedem Stadion ein Datenabgleich erfolgen, der nur dem auf dem WM-Ticket eingetragenen Besitzer Einlass gewähren sollte. Die Praxis hat inzwischen gezeigt, dass dieser Plan gescheitert ist. Durchschnittlich wird nur stichprobenweise bei 1 % aller Besucher die Identität kontrolliert.

Schon ein Blick auf die Website des Internetauktionshauses eBay zeigt den blühenden Schwarzhandel mit den WM-Tickets, der eigentlich durch die personalisierten Tickets verhindert werden sollte. Dort erreichen die gebotenen Preise für das große Finale in Berlin schon bis zu 1.900 Euro.

Ebenfalls hohe Preise (bis zu 1.450 Euro) erzielten die Karten aus den Kontingenten spezialisierter Broker, die auf dem Schwarzmarkt verkauft wurden. Beispielsweise soll die norwegische Firma Euroteam WM-Tickets zu Tausenden aufgekauft haben. Dieses Einschreiten spezieller Broker erklärt, warum schwedische, polnische und englische Fans die ursprünglich vorgesehene Quote von 8 % um ein Vielfaches bei den Auftaktspielen ihrer Länder überstiegen haben. In Frankfurt verfolgten schätzungsweise 20.000 englische Fans live das Spiel, in Gelsenkirchen wurden ca. 40.000 polnische Fans gezählt.

Wolfgang Niersbach, der Vizepräsident des OK, erklärte die Umstände mit Glück beim Internet-Kauf oder mit dem Zufall. Er sei jedenfalls sehr glücklich über den bisherigen Verlauf der WM.

Es bleibt zu hoffen, dass die Sicherheit während der Spiele trotz der mangelhaften Kontrollen gewährleistet bleibt. Schließlich sollten die personalisierten Tickets vor allem dafür sorgen, dass keine bekannten Hooligans in die Stadien kommen. Die Gefahr, dass polizeibekannte Hooligans nun doch mit Schwarzmarkttickets in die Stadien gelangen, schätzt der Geschäftsführer des WM-Organisationskommitees in Hannover Karl Rothmund als sehr gering ein und verweist auf andere Möglichkeiten der Identifizierung.

Sehen Sie die Sicherheit bei der WM gefährdet? Haben Sie selber Tickets oder überlegen noch, welche zu kaufen? Diskutieren Sie mit uns im Life-Go-Forum.



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