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Weltweit müssen immer noch 218 Millionen Kinder zwischen 5 und 14 Jahren arbeiten. 126 Millionen arbeiten unter extremen, menschenverachtenden, ausbeuterischen Bedingungen, etwa in Bergwerken oder in der Prostitution. Auf diesen Misstand sollte traditionell der 12. Juni, der „Welttag gegen Kinderarbeit“, aufmerksam machen. An diesem Aktionstag der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) beteiligten sich über hundert Länder.
Die wichtigste Ursache für Kinderarbeit ist die Armut der Eltern, besonders in Entwicklungsländern. Deshalb ist es für viele Familien auf der Welt leider immer noch zwingend, dass ihre Kinder schon so früh es geht mitarbeiten, um zum Familieneinkommen beizutragen. Ein weiterer Grund ist die fehlende Schulpflicht, weshalb letztendlich nur noch Schuften statt Schule übrig bleibt. Dass in solchen Ländern Kinder 14 bis 16 Stunden am Tag arbeiten müssen ist keine Seltenheit.
Es ist erschreckend, dass Kinderarbeit in fast allen Bereichen eingesetzt wird und bei uns zu Billigpreisen bei landet. Beispiele hierfür sind: Baumwolle, 80 % aller weltweit hergestellten Leder-Fußbälle, Kakao und Kaffee, landwirtschaftliche Produkte aller Art, Obst, Spielzeug, Seide, Tabak und natürlich auch Teppiche. Aus diesem Grund sollten Sie beim Kauf auf Gütesiegel wie z. B. von „Transfair“ (www.transfair.org) oder „Rugmark“ (www.rugmark.de) achten. Diese Siegel bekommen nur Produkte, die nicht durch Kinderhände hergestellt werden. Darüber hinaus gewährleistet es, dass Erwachsene einen angemessenen Lohn erhalten.
Laut der ILO gibt es aber auch Positives zu berichten. So ging die Kinderausbeutung seit 2004 um etwa 13,9 % zurück. Am deutlichsten mit 33 % in der Altersgruppe der unter 14-jährigen. Der stärkste Rückgang zeichnete sich in den Ländern Südamerikas und der Karibik ab. Hier müssen „nur“ noch 5 % der Kinder arbeiten. Schlusslichter sind leider immer noch Afrika und Indien. Hier müssen jeweils noch über 50 Millionen Kinder arbeiten und mit für den Lebensunterhalt der Familie aufkommen.
Die Geburt eines Mädchens ist in den Entwicklungsländern nach wie vor kein Freudentag. Der Grund ist erschütternd: In vielen Ländern sind Mädchen weniger wert als männliche Nachkommen, weil sie nur eine geringere Arbeitsleistung erbringen können. Die Meinung, dass ein arbeitendes Mädchen einen weitaus höheren Nutzen für die Familie habe, als wenn es stattdessen die Schule besuche, ist leider noch weit verbreitet. Die Begründung liegt darin, dass ein Mädchen keine Bildung benötigt um „nur“ die Aufgaben, die es später als Haus- und Ehefrau haben wird, zu erfüllen.
Das Jahr 2016 haben sich 30 Mitgliedsstaaten der ILO als Zielmarke gesetzt, die Kinderarbeit zu beseitigen oder zumindest stark einzudämmen. Für das Erreichen des Ziels ist jedoch notwendig eine grundlegende Änderung der Arbeitswelt in den betreffenden Ländern herbeizuführen. Es wird versucht mit Boykottmaßnahmen einen finanziellen Druck auszuüben.
Es ist geplant, gesetzliche Verbote bezüglich der Herstellung, Vermarktung und des Verkaufs von Produkten, die mit Kinderarbeit hergestellt wurden, auszusprechen. Außerdem wird versucht, Kindern eine Schulausbildung und regelmäßigem Schulbesuch zu ermöglichen. Diese Aufgaben zu bewältigen wird sicher kein leichtes Unterfangen werden, aber es ist höchste Zeit. Schließlich sterben jeden Tag über 30.000 Kinder an den Folgen von sozialer Ungerechtigkeit, Kinderarbeit und Hunger.
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