|
Die Einschätzung der Vereinten Nationen ist eindeutig. Zwanzig Jahre, nachdem die ersten AIDS-Fälle erkannt wurden, hat sich die Immunschwäche zur schlimmsten Krankheit entwickelt, von der die Menschheit jemals betroffen war. Seit Beginn der Epidemie haben sich mehr als 60 Millionen Menschen mit dem HIV-Virus infiziert. Mehr als 20 Millionen sind bereits an AIDS gestorben.
Afrika ist der Kontinent, der am stärksten von AIDS betroffen ist. Die höchsten Infektionsraten gibt es im südlichen Afrika. Im kleinen Königreich Swasiland sind mehr als 30 Prozent der schwangeren Frauen infiziert, die sich in Kliniken untersuchen lassen. In Botswana sind es in einigen Regionen sogar bis zu 43,9 Prozent. Berücksichtigen muss man dabei die schwer abschätzbare Dunkelziffer. Es ist davon auszugehen, dass viele Schwangere sich erst gar nicht in ärztliche Betreuung begeben oder medizinische Versorgung in Anspruch nehmen.
Die Krankheit ist in Afrika eine Seuche, welche die wirtschaftliche Entwicklung und politische Stabilität bedroht. Vor allem die sexuell aktive, junge Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 30 Jahren ist betroffen; eigentlich das Entwicklungspotenzial eines jeden Landes.
Doch der Kampf gegen die Ausbreitung von AIDS bleibt weiter schwierig. Das Reden über die Krankheit ist in vielen afrikanischen Gesellschaften ein Tabu. Man stirbt nicht an AIDS, sondern an anderen Krankheiten. Der Einsatz von Hilfsmitteln zum Schutz gegen übertragbare Krankheiten ist ebenfalls ein Tabu-Thema.
Anders als in anderen Teilen der Welt infizieren sich heute in Afrika mehr Frauen als Männer mit dem Virus. Es breitet sich vor allem durch heterosexuellen Geschlechtsverkehr aus und überträgt sich leichter von Mann zu Frau. Aberglaube spielt hier auch eine große Rolle. Viele Männer glauben, dass sie von AIDS geheilt werden, wenn sie mit einer Jungfrau schlafen.
In Westeuropa sind etwa 56.000 Menschen infiziert, davon 25 Prozent Frauen. Die Ausbreitung des Virus hat sich aufgrund umfangreicher Aufklärungskampagnen verlangsamt. Im Jahr 2002 gab es 30.000 Neuinfektionen. Ferner breitet sich AIDS hauptsächlich durch homosexuelle Kontakte zwischen Männern und den gemeinsamen Gebrauch von Spritzen in der Drogenszene aus.
Folgende epidemiologische Kurzinformation veröffentlichte das AIDS-Zentrum des Robert-Koch-Instituts zum Jahresende 2004*: HIV/AIDS in Deutschland - Eckdaten und Trends
| Gesamtzahl der HIV-Infizierten seit Beginn der Epidemie: | 67.500 | | Todesfälle bei HIV-Infizierten im Jahr 2003: | 700 | | Gesamtzahl der Todesfälle bei HIV-Infizierten seit Beginn der Epidemie: | 23.500 | | | | Gesamtzahl der AIDS-Erkrankungen seit Beginn der Epidemie: | 28.000 | | | ( Männer: 24.300, Frauen: 3.600, Kinder: 150 ) | | | | Neue AIDS-Erkrankungen im Jahr 2004: | 700 | | ( Männer: 550, Frauen: 150, Kinder: 5 ) | | | | Menschen, die Ende 2004 mit HIV leben: | 44.000 | | ( Männer: 34.000, Frauen: 9.500, Kinder: 300 ) | | darunter Menschen, die mit AIDS leben: | 5.000 | | | | Zahl der Neuinfektionen im Jahr 2004: | 2.000 | | ( Männer: 1.600, Frauen: 400, Kinder: 20 ) | | | | Infektionswege: | | Männer, die Sex mit Männern haben: | 55 % | | Herkunft aus Hochprävalenzgebiet: | 21 % | | Heterosexuelle Kontakte: | 15 % | | in Folge von Drogengebrauch: | 8 % | | Mutter-Kind-Transmission: | 1 % |
*Die vom Robert-Koch-Institut zusammengestellten Eckdaten sind Schätzungen, die jährlich auf dem jeweilig aktuellen Stand der Erkenntnisse aktualisiert werden. Sie stellen keine automatische Fortschreibung früher publizierter Eckdaten dar. Die jeweils angegebenen Zahlenwerte können daher nicht direkt mit früher publizierten Schätzungen verglichen werden.
www.aidshilfe.de
www.gib-aids-keine-chance.de
|