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Das tragische Ende des Braunbären „Bruno“


05.07.2006 (S. May) Kategorie: Panorama

Bild: www.region-muenchen.de

Braunbären kennen wir für gewöhnlich nur aus den kanadischen Wäldern. Seit Mai dieses Jahres wanderte ein Braunbär, den die Medien „Bruno“ tauften, durch das Grenzgebiet der österreichisch-bayrischen Wälder. Doch der seit Wochen umherstreunende Braunbär „Bruno“ ist inzwischen tot. Bruno ist in der Nähe des oberbayerischen Spitzingsees im Landkreis Miesbach von drei Jägern erschossen worden. Der Bär ist gegen 4.50 Uhr in der Nähe der Rotwand erlegt worden.

Der Präsident des Deutschen Naturschutzrings, Hubert Weinzierl, ist zutiefst traurig über das tragische Ende und kritisierte den Abschuss des Bären. „Das ist die dümmste aller Lösungen“, sagte er. Die Deutschen hätten gelassener auf den ersten eingewanderten Bären reagieren müssen. In anderen Ländern lebten Bär und Mensch friedlich zusammen. „Nur in Deutschland wird er liquidiert.“

Die gerissenen Schafe hätten ersetzt und der Braunbär mit geeigneten Maßnahmen aus den Siedlungen vertrieben werden können. Man könne nur hoffen, dass „Brunos“ Artgenossen einen großen Bogen um Deutschland machen, sagte der Naturschutzchef. Weiterhin kritisierte dieser, dass der Freistaat, der sich gerne als führend im Naturschutz darstelle, damit „auf lange Zeit belastet“ sei.

Es ist noch unklar wer das Tier tötete. Fest steht jedoch, dass es sich nicht um einen Berufsjäger oder Förster der bayrischen Staatsforste vom Forstbetrieb Schliersee handelte, gemäß Angaben des stellvertretenden Betriebsleiters. Es gäbe in dem Gebiet auch Gemeinschaftsjagdreviere der umliegenden Gemeinden, in denen teils Jagdpächter und teils Berufsjäger zuständig seien.

Wochenlang versuchte man vergeblich, das Tier lebend zu fangen. Sogar einem bekannten finnischen Bärenjäger war es nicht gelungen den Bären mit speziell ausgebildeten Hunden zu stellen. Somit war „Bruno“ am Montag zum Abschuss freigegeben worden. Noch am Samstag sei das Tier von mehreren Mountainbikern gesehen worden, wie er durch den Soinsee im Landkreis Miesbach schwamm.

Doch ganz spurlos geht das tragische Ende des Bären an der Bevölkerung nicht vorbei. Der Landesjagdverband, Bayerns Umweltminister Werner Schnappauf (CSU) und der Tiroler Landesrat Anton Steixner bekamen bereits Dutzende anonyme E-Mails mit Beschimpfungen, Hasstiraden und sogar Morddrohungen. Um die betroffenen Jäger zu schützen, werden gemäß des bayrischen „Bärenbeauftragten“ Manfred Wölfl weder die Identität noch die genauen Umstände des Abschusses bekannt gegeben.

Gerüchten zufolge soll der Bär nun ausgestopft und in einem Museum ausgestellt werden. Schlimmer kann man sich ein Ende für solch ein Geschehen nicht vorstellen.



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