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Am 8. Juni 2006 war es wieder soweit. König Fußball begann seine Regentschaft für einen Monat und es gab kaum jemanden, der sich dem entziehen könnte - schon gar nicht in Deutschland. Das Fußballfieber grassiert und es gibt keine Heilung. Um 15:00 Uhr, um 18:00 Uhr und um 21:00 Uhr begannen die ersten Vorrundenspiele und die Straßen waren wie leer gefegt. Besonders bei Begegnungen der Gruppe A, denn hier spielte Gastgeber Deutschland.
Die Gruppen
In dieser Gruppe kam es auch gleich zur ersten Überraschung. Deutschland setzte sich wie erwartet souverän mit drei Siegen durch, während die vorher so stark eingeschätzten Polen versagten. Magere drei Punkte hatten sie am Ende der Vorrunde auf dem Konto. Das machte den Weg für Ecuador frei. Das südamerikanische Land hat sich in den letzten Jahren klammheimlich zur Nummer drei hinter Brasilien und Argentinien gemausert und liegt damit vor Paraguay, Chile oder Uruguay. Mit einem 2:0-Überraschungserfolg gegen Polen markierten sie bereits im ersten Spiel ihren Wunsch aufs Achtelfinale. Costa Rica, auch wenn die „Ticos“ eine große Show geboten haben, wurde in dieser Gruppe eher als Sparringpartner (Trainingspartner beim Boxen) benutzt und ging leer aus.
In Gruppe B hat ein Team die Fußballwelt begeistert: Trinidad und Tobago. Nach vielen Versuchen zu ergründen, wie die Einwohner nun wirklich heißen (das Auswärtige Amt sagt, die einzige zulässige Bezeichnung ist Einwohner von Trinidad und Tobago), hat dieses kleine Land gegen Schweden einen Sensations-Sieg errungen. Über 90 Minuten lang haben sie es geschafft Larsson, Ibrahimovic, Ljungberg und Co. in Schach zu halten und sich ihren ersten Punkt bei dieser WM redlich verdient. Trotzdem konnten sich die Favoriten England und Schweden in dieser Gruppe gegen Paraguay und Trinidad und Tobago durchsetzten.
Gruppe C wurde als härteste Gruppe eingeschätzt, denn neben dem zweimaligen Weltmeister Argentinien waren auch die Niederlande, einer der Favoriten, Serbien und Montenegro und die Elfenbeinküste in dieser. Das erste Spiel wurde von Argentinien und der Elfenbeinküste ausgetragen und die Fußballwelt hielt den Atem an, dank dieser spannenden Partie. Didier Drogba von Chelsea versuchte alles, pushte seine Mannschaft, doch musste er sich schließlich dem Favoriten geschlagen geben.
Argentiniens zweites Spiel gegen Serbien und Montenegro wurde zum Schützenfest. Ganze sechs Mal konnten sie den Ball im gegnerischen Tor versenken und haben mit diesem Spiel ihren Anspruch auf den Titel untermauert. Mitfavorit Niederlande tat sich gegen beide Gegner sehr viel schwerer, konnten beide Partien aber für sich entscheiden. Nominell wäre das Spiel Argentinien gegen Niederlande wohl eines der spannendsten Spiele der Vorrunde geworden, doch leider waren beide Nationen schon durch und gingen nur mit ihren B-Mannschaften in diese Partie.
In Gruppe D gab es keine Überraschungen. Portugal und Mexiko setzten sich wie erwartet durch, obwohl es für die Mexikaner knapp wurde und sie sich mit nur vier Punkten in die nächste Runde retteten. Portugal dagegen gewann souverän, nur ließen sie bereits in der Vorrunde ihre Schwäche erkennen: Sie tun sich schwer, Tore zu schießen.
In der fünften Gruppe kam es dann zu einer riesigen Überraschung. Mitfavorit Tschechien musste nach der Vorrunde die Segel streichen. Gegen die USA hatten sie ein großartiges Spiel geliefert, souverän gewonnen und haben Hoffnungen auf ein einfaches Weiterkommen geweckt. Doch dann geschah das fast Unmögliche. Underdog Ghana gewann 2:0 gegen die Tschechen und auch die gut aufgelegten Italiener gewannen gegen sie. Ghana gewann auch gegen die USA und zog als einziges afrikanisches Team ins Achtelfinale ein.
Guus Hiddink hat schon bei der letzten WM in Korea und Japan die Bezeichnung „Trainerfuchs“ verdient, als er Südkorea bis ins Halbfinale führte. Auch dieses Mal hat er sich eine „kleine“ Mannschaft ausgesucht, um diese zum Erfolg zu führen. Diesmal waren es die „Socceroos“ aus Australien für eine Überraschung gut. Mit ausgeklügelter Taktik führte er sie als Zweiter der Gruppe F ins Achtelfinale. Souverän durchgesetzt hatte sich der Topfavorit und amtierende Weltmeister Brasilien.
Gruppe G bot eine kleine Überraschung, denn nicht die Franzosen um den großen Zinedine Zidane, sondern die Schweizer setzten sich in dieser Gruppe als erster durch. Frankreich tat sich gegen Südkorea und die Schweiz sehr schwer und kam beide Male nicht über ein Unentschieden hinaus. Gegen Togo platzte dann jedoch der Knoten und die „Equipe Tricolore“ konnte den Achtelfinaleinzug feiern.
Spanien zeigte wunderbaren Fußball und setzte sich mit drei Siegen an die Spitze der Gruppe H. WM-Neuling Ukraine konnte für eine Überraschung sorgen und wurde mit Star Andrej Shevchenko Gruppenzweiter. Tunesien, der einzige Afrika-Teilnehmer, dessen Qualifikation für die WM keine Sensation war, enttäuschte und konnte nur einen Punkt mit nach Hause nehmen, ebenso wie Saudi Arabien.
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