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„Gesucht wird ein kompetenter Mitarbeiter mit Fachwissen und Sozialkompetenz.“ Die Forderung nach sozialer Kompetenz oder Schlüsselqualifikationen fehlt nur noch selten in den Stellenanzeigen größerer Unternehmen. „Wer die Uni nicht als belastbarer, vielseitig engagierter und teamfähiger Kommunikationsprofi verlässt, hat es schwer auf dem Arbeitsmarkt“ so bewertet das Magazin Karriere eine „SQ21 - Schlüsselqualifikationen im 21. Jahrhundert“ Studie.
Die Fähigkeit seine individuellen Erwartungen und Ziele mit den Interessen einer Gruppe zu verbinden, ist also gefragt wie nie zuvor. Soziale Kompetenz meint die Fähig- und Fertigkeiten die über das Fachwissen und die Allgemeinbildung hinausgehen wie Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit, Lernbereitschaft, Kritikfähigkeit, ein gesundes Selbstbewusstsein, Überzeugungskraft, aber auch Höflichkeit, Pünktlichkeit und Respekt vor seinen Mitmenschen. Im Wirtschaftsleben sind vor allem Kooperations- und Koordinationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Teamfähigkeit, Empathie, Durchsetzungsvermögen und natürlich alle erdenklichen kommunikativen Fähigkeiten erwünscht.
Aber woher kommt es, dass ein exzellenter Abschluss heutzutage nicht mehr ausreicht um einen guten Arbeitsplatz zu bekommen? In der heutigen Arbeitswelt gibt es kaum noch Jobs in denen man nur auf sich gestellt ist. Im Zuge der Globalisierung expandieren immer mehr Unternehmen, man hat viele Mitarbeiter und auch Kunden mit denen man sich einigen muss und die Geschäftsabwicklung muss gegebenenfalls mit Außenstellen koordiniert werden.
Außerdem sind Team- und Projektarbeit die Stichwörter der Zukunft. Hier geht es wieder um die Zusammenarbeit vieler Menschen, in der die gesamten Meinungen und Ziele zu einem Konsens gebracht werden müssen. Hierzu reicht das alleinige Fachwissen natürlich nicht aus. Der Arbeitnehmer muss hierbei einfach in der Lage sein mit anderen zusammenzuarbeiten und gemeinsame Pläne und Ziele zu entwickeln. Darüber hinaus sollte er auch in der Lage sein Konflikte zu lösen und ganz archaische, aber nicht zu unterschätzende Dinge wie einfaches Zuhören können. Denn nur wenn das Team oder die Projektgruppe harmoniert und effizient zusammenarbeitet kann sie zu guten Ergebnissen kommen, die das Unternehmen erwartet und benötigt um im Konkurrenzkampf bestehen zu können.
Die Hochschulen und Weiterbildungsstätten wie die Volkshochschule haben diesen Trend erkannt und bieten mittlerweile viele Kurse an um so genannte Schlüsselqualifikationen zu erlangen und seine „Soft Skills“ zu verbessern.
Nach der SQ21-Studie sind vor allem kommunikative Kompetenzen, Engagement, analytisches Denken, Belastbarkeit, Teamfähigkeit und Zielorientiertheit gefragt. Doch trotz der angebotenen Kurse und Seminar weisen gerade in diesen Bereichen viele Berufseinsteiger jedoch noch große Defizite auf, bemängelt der DIHK Hauptgeschäftsführer nach einer Befragung von 2.154 Unternehmen. Die Hauptgründe für die Defizite werden zum größten Teil in einer schlechten Erziehung und in einer schlechten Schul- oder Hochschulausbildung gesehen.
Klar im Vorteil ist natürlich, wer von zu Hause aus die Möglichkeiten hat, „Soft Skills“ zu erlernen oder zu verbessern. Durch das Aufwachsen in einer Großfamilie werden sicherlich Teamfähigkeit, Kompromissbereitschaft aber auch Durchsetzungsfähigkeit besser geschult als es in den Kursen der Weiterbildungsstätten durch Gruppenbildung und -arbeit je möglich ist. Auch die langjährige Tätigkeit in Vereinen, seien sie gemeinnütziger oder auch sportlicher Natur, oder auch in ehrenamtlichen Tätigkeiten kann sich hier positiv bemerkbar machen. Denn wo sonst soll man die Schlüsselqualifikationen, die sich hauptsächlich auf den Umgang mit Menschen beziehen, besser lernen, als in einer großen Menschengruppe?
Für Berufseinsteiger ist also Einsatz gefragt. Um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu vergrößern ist es ratsam an angebotenen Kursen für die Verbesserung der Schlüsselqualifikationen teilzunehmen oder sich sozial zu engagieren, in Vereinen mitzuwirken, um so viele Erfahrungen wie möglich im Vorfeld zu sammeln.
Trotzdem sollte jedoch die Bedeutsamkeit des Fachwissens nicht unterschätzt werden. Nur bei einer Kombination von fundiertem Fachwissen mit ausgereifter sozialer Kompetenz ist diese auch von Nutzen. Niemandem nützt es wenn man noch so gekonnt Reden schwingen und Projekte präsentieren kann, wenn die Person nicht weiß wovon sie spricht. Auch analytisches Denken und Entscheidungsfähigkeit sind zweitrangig, wenn die Entscheidungen nicht auf einem fundierten Fachwissen beruhen.
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