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Sommerzeit ist Planschzeit!


19.07.2006 (H. Bylinski) Kategorie: Lifestyle

Bild: www.langenbrettach.de

Blauer Himmel, die Sonne scheint, der Sommer hat Einzug gehalten und verwöhnt uns mit Sonnenstrahlen. Aber auch die Freibad- und Urlaubssaison ist eröffnet und was gibt es schöneres, als sich zu bräunen und anschließend ins kühle Nass zu springen?

Hinter dieser herrlichen Idylle lauern - allseits bekannte und immer wieder verkannte - Gefahren. Worauf muss eigentlich beim Baden geachtet werden? Wann darf ich nach dem Essen ins Wasser? Darf ich sofort nach dem Bräunen ins Wasser springen und was muss ich bezüglich meiner Sonnencreme beachten?

Eine Regel, die jedes Kind mit auf den Weg bekommt, wenn es zum ersten Mal ins Freibad oder in die Schwimmhalle geht, ist folgende: Geh nicht sofort nach dem Essen ins Wasser! Eine alte Volksweisheit, die sich hinter diesem mahnenden Satz verbirgt, besagt, dass besonders nach einer üppigen Mahlzeit, eine Pause von zwei Stunden einzulegen ist, bevor der Sprung ins kalte Nass gewagt werden sollte. Wenn diese Regel übergangen wird, können Magenkrämpfe und der anschließende Ertrinkungstod die Folge sein.

Unnötig ist, diese Volksweisheit durch wissenschaftliche Untersuchungen zu widerlegen, denn wenn nach dem Essen gejoggt oder Tennis gespielt wird, fällt niemand gleich in Ohnmacht. Es existiert keine Verbindung zwischen dem Essen, den Magenkrämpfen und dem Schwimmen.

Triebfeder dafür, dass der Körper nach einer üppigen Mahlzeit müde und träge wird, ist die Unterversorgung des Gehirns und des restlichen Körpers mit Blut. Ein Großteil des Blutes wird nämlich im Verdauungstrakt benötigt. Der Körper ist nach einer Mahlzeit also nicht krampfanfällig, sondern lediglich weniger leistungsfähig. Eine Ausnahme besteht trotzdem, und zwar bei Menschen mit Herz- und Kreislaufproblemen. Vor allem aber bei Älteren kann die Doppelbelastung des Körpers tatsächlich zu einem Kollaps führen. Es gilt, sich weniger Gedanken über mögliche Magenkrämpfe durch übermäßiges Essen zu machen, als über die größten Gefahren beim Schwimmen, die durch Selbstüberschätzung und Leichtsinn entstehen können.

Bevor jedoch das Wasser nach einem ausgiebigen Sonnenbad ruft, sollte darauf geachtet werden, nicht mit erhitztem Körper ins Wasser zu springen. Nachdem ein Sonnenbad genossen wurde, sollte sich mit kühlem Wasser des Sees, Meeres oder Schwimmbeckens nach und nach abkühlt oder sich vorher kurz abgeduscht werden.

Ohne vorherige Abkühlung ins Wasser zu springen, ist tatsächlich gefährlich. Der plötzliche Kältereiz kann im schlimmsten Fall einen so genannten Immersionsschock hervorrufen. Dabei handelt es sich um ein akutes Kreislaufversagen, hervorgerufen durch Reflexe des vegetativen Nervensystems. Außerdem ziehen sich die Blutgefäße durch den Kältereiz schnell zusammen, wodurch sich Gefäßablagerungen plötzlich lösen und an anderer Stelle zum Gefäßverschluss (Embolie) führen können. Deshalb gilt es hier eine alte Baderegel zu beachten: Vor dem Gang ins Wasser, den Körper abkühlen und so an die Wassertemperatur gewöhnen.

Der Gebrauch von Sonnencremes ist natürlich sowohl beim Sonnen als auch beim Schwimmen unerlässlich und von höchster Wichtigkeit. Die Devise lautet, sich mindestens 30 Minuten vor dem Schwimmen mit Sonnenschutzmittel einzucremen, damit die Sonnencreme ihren vollen Schutz vor UV-Strahlung entfalten kann. Aber Achtung: Der Lichtschutzfaktor wirkt lediglich 24 Stunden und Nachcremen verlängert nicht die Schutzwirkung.

Die benutzte Sonnencreme sollte sowohl vor UV-A- wie auch UV-B-Strahlen schützen. Ein Sonnenbrand entsteht überwiegend durch UV-B-Strahlung, welche auch als Sonnenbrandstrahlung bezeichnen werden könnte. Es gibt aber auch synergistische Effekte mit der bräunenden, langwelligen UV-A-Strahlung.

Die Sonnencreme sollte also gegen soviel Strahlung wie möglich, sowohl im langwelligen als auch kurzwelligen Bereich abschirmen. Für hellhäutige Menschen empfiehlt sich für ein unbeschwertes Badevergnügen eine wasserfeste Sonnencreme mit mindestens Lichtschutzfaktor 30, bei dunkelhäutigen kann der Lichtschutzfaktor auch darunter liegen.

Beim Baden, Schwimmen oder Schnorcheln kann eine Sonnenschutzcreme schneller abgewaschen werden, sodass generell auf wasserfeste Cremes zurückgegriffen werden sollte. Die Sonnenstrahlung wird durch Reflexion vom Wasser (oder auch den Schnee) auf unsere Haut verstärkt. Deshalb sollten Sie auf einen höheren Sonnenschutz zurückgreifen und auch nach dem Abtrocknen vorsichtshalber die Sonnencreme nochmals auftragen.

Nähere Informationen über Sonnencreme können Sie in unserem Artikel „Unsere Haut vergisst nichts“ nachlesen.

In diesem Sinne ein frohes Badevergnügen mit viel Sonnenschein.



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