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Faszination Computerspiele


11.07.2005 (C. Kinschus) Kategorie: Computer

Bild: www.ard.de

Die Angebote von Computern mit hoher Rechenleistung überschlagen sich ständig. Mit Taktfrequenzen von 3000 MHz aufwärts, dazu die aktuellste und beste Grafikkarte die es gibt.

Doch was fangen die Besitzer mit dieser Leistung an? Entweder besitzen Sie diese „Rechner“ aus Prestigegründen, oder benutzen diese Leistung tatsächlich beim Umwandeln von Filmen.

Was aber die Weiterwicklung der Leistungsfähigkeit bei Computern richtig voran treibt sind Computerspiele. Diese Programme verlangen den Rechner immer mehr ab, um die virtuelle Umgebung eines Spieles für den Spieler noch realistischer zu machen, wie z.B. durch komplizierte Lichteffekte und vielem mehr. Das Spiel soll „ruckelfrei“ und schnell laufen.

Egal ob man bei einem so genannten „Ego-Shooter“ Gegner ausschaltet oder in irgendeinem anderen Spiel mit 280 km/h durch eine Innenstand rast. Die Erfahrungen, die dabei gesammelt werden sind unterschiedlich, genau wie die verschiedenen Genre der Spiele selbst.

Der Einzelspieler-Modus, wo man meist allein gegen den Computer spielt, verliert immer mehr an Bedeutung, denn durch die globale Vernetzung spielt man im Internet gegen andere „User“. Die Computerspiele gehen immer mehr in die Richtung Massenonlinespiele. Wenn man gegen den Computer spielt sind nach einiger Zeit sein Vorgehen und sein Verhalten zu ahnen, beim Onlinespielen ist es anders, denn man muss sich auf verschiedenste Typen von Menschen (den „Vorsichtigen“ oder den „Draufgänger“) einstellen.

Aber was bringt das alles? Im Allgemeinen wirkt sich das Spielen von Computerspielen positiv auf den Spieler aus. Bei einem „Ego-Shooter verbessert er seine Hand-Augen-Koordination, die hier sehr wichtig ist sowie seine Reaktion, womit also insgesamt die Wahrnehmung der Umgebung im Ganzen trainiert wird.

So zeigten Daphne Bavelier und Shawn Green von der University of Rochester bereits 2003, dass gewisse Fähigkeiten durch PC-Spiele verbessert werden können. In der Studie der Neurowissenschaftler zeigten Probanden, die sehr oft den Ego-Shooter „Medal of Honour“ spielten, eine deutlich bessere Wahrnehmung und Reaktion als andere Teilnehmer, die keine Spiele spielten. So konnten Reaktionszeiten auf bis zu 100 Millisekunden (kurz ms) gesteigert werden. Die normale Reaktionszeit beträgt bei optischem Reiz 150- 200 ms, bei akustischem Reiz 120 - 180 ms, bei Berührungsreiz 90 - 180 ms.

Nicht nur die neusten Spiele führen zu einer Verbesserung der Wahrnehmung, sondern auch schon der Klassiker „Tetris“. Forscher der Rutgers University (New Jersey) testeten Kinder im Alter von 8 bis 9 Jahren mit Rotationsaufgaben. Einen Teil ließ man zuvor Tetris spielen. Diese Probanden schnitten in Tests deutlich besser ab. So ist bewiesen, dass einige Spiele die Fähigkeiten des räumlichen Vorstellungsvermögens verbessern.

Diese Erkenntnisse macht man sich schon seit einiger Zeit zu Nutze, wie z.B. bei Lernsoftware wie z.B. „Addy“. So wachsen Kinder schon früh mit dem Medium Computer auf und lernen mit diesem Programm. Diese positiven Eigenschaften sind überschattet von der negativen Darstellung gegenüber Computerspielen.

Computerspiele führen zu einem Realitätsverlust, Gewalt verherrlichende Spiele senken die Hemmschwelle von Gewalt - so die allgemeine Berichterstattung. Nicht zuletzt durch Geschehnisse, wie der Amoklauf eines Schülers in Erfurt vor drei Jahren, kommen „Ego-Shooter“ in Verruf.

Es gibt allerdings auch Spiele, die die Teamfähigkeit der Spieler fördert, unter anderem Counterstike, das viel Taktik und Kommunikation von den Spielern abverlangt. Der sozialen Isolierung der PC-Spieler, die hierbei häufig entsteht, wird durch Massenonline-Games ein wenig entgegengewirkt und ebenso durch das Zusammenschließen von Spielern in so genannte Clans (eine Art Verein), in denen sich die Leute meist auch persönlich kennen lernen.

Die größte Gefahr von Computerspielen ausgeht ist die Spielsucht. So werden beim Spielen durch Erfolgserlebnisse im Gehirn Glückshormone (Endorphine) freigesetzt. Dieses Glückserlebnis stellt sich beim Spielen schneller ein als beim Lernen. So sollten Eltern bei Ihren Sprösslingen ein Auge darauf haben, wie lange gespielt wird und vor allem was gespielt wird, damit ihr Kind nicht in diese Sucht rutscht.



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