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Liebesrausch im Sommer - Welche Hormone spielen mit?


21.07.2006 (S. Gundert) Kategorie: Wissenschaft

Bild: www.knauber.de

Der Sommer ist da - zumindest gelegentlich. Steht die Sonne hoch am Himmel, lässt uns das Azurblau von Strand und Palmen träumen. Während die Schulferien in fast allen Bundesländern begonnen haben und mal wieder die Autobahnen nach Süden gnadenlos verstopft sind, blicken den Reisenden die Daheimgebliebenen sehnsuchtsvoll hinterher. Welch eine Qual, einen strahlenden Sommertag im heißen Büro verbringen zu müssen, wenn man doch viel lieber am weißen Sandstrand mit einer kühlen Windbriese nach dem Traumpartner suchen würde.

Dabei ist Helligkeit einer der wichtigsten Faktoren bei dem Erstreben nach dem „Kribbeln im Bauch“. In den dunklen Tagen des Winters wird in der Zirbeldrüse (ein kleines Organ zwischen den beiden Hirnhälften) das Schlafhormon Melatonin erzeugt. Es hemmt unser Begehren nach dem anderen Geschlecht. Erhebt sich nun aber die Sonne über den Horizont, erlischt die Melatoninproduktion. Jetzt werden wir wieder empfänglicher für sexuelle Reize - das Flirtbarometer steigt merklich.

Die Sonnenstrahlen lassen den Körper das Glückshormon Endorphin in Massen ausschütten. Wenn wir nun also mit Dauergrinsen und weitem Ausschnitt durch die Stadt laufen und uns ein begehrenswerter Vertreter des anderen Geschlechts über den Weg läuft, fühlen wir uns wie vom Blitz getroffen - es hat gefunkt - und eine Flut neuer Hormone überschwemmt uns.

Da dürfen wir zum einen die Sexualhormone begrüßen, die uns unsere rosarote Brille verpassen und das Objekt der Begierde attraktiver erscheinen lassen, als es vielleicht in Wirklichkeit ist. Nervenbotenstoffe, so genannte Neurotransmitter, verpassen uns dazu noch die euphorischen Gefühle - wir könnten die ganze Welt umarmen. Rauschhaft, besessen und aufregend macht das Dopamin die Liebe für uns.

Es begünstigt außerdem die Fixierung auf eine Person - schließlich sollen die Gefühle ja nicht nach dem ersten Treffen mit dem Partner in spe wieder verschwinden. Serotonin, ein anderer Nervenbotenstoff, wirkt wie ein Rauschmittel.

Nun sei es aber genug der Hormone. Der Sommer steht vor der Tür und mit ihm neue Gefühle der Lust und des Glücks. Und wer noch nicht den geeigneten Partner gefunden hat, kann zur altbewährten Schokolade greifen: Durch sie werden ebenfalls reichlich Endorphine ausgeschüttet. Vielleicht läuft einem ja bei der anschließenden Kalorienverbrennungs-Joggingtour Traummann oder Traumfrau über den Weg.



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