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Am 7. Juli 2005 detonierten am Morgen vier Bomben an unterschiedlichen Orten in London. Immerhin 52 Menschen starben dabei, rund 700 Menschen wurden verletzt. Die Bilder der Anschläge gingen um die Welt, besonders jenes einer jungen Frau, Divinia. Knapp ein Jahr danach tauchte eine Video-Botschaft von einem der Attentäter auf: „Was ihr erlebt habt, ist nur der Anfang.“
Terror in London
Innerhalb einer knappen Stunde explodierten vier Bomben in der englischen Hauptstadt. Dies geschah in der Frühe an einem gewöhnlichen Arbeitstag. Um 8.50 Uhr begann der Terror am 7. Juli 2005 in der U-Bahn-Station der Liverpool Street im Osten der Stadt. Fünf Minuten später detonierte ein Sprengsatz in einem Tunnel zwischen den Stationen Russell Square und King’s Cross. Darauf folgte um 9.17 Uhr eine Explosion in einem in die U-Bahn-Station Edgware Road einfahrenden Zug. Die letzte Bombe wurde um 9.47 Uhr in einem Doppeldeckerbus am Tavistock Square gezündet.
Bei den Explosionen handelte es sich um Terroranschläge. Durchgeführt wurden diese von vier radikalen Moslems, die britische Staatsbürger waren. Die Selbstmordattentäter reisten am Morgen aus Leeds an und gingen dann getrennte Wege um ihren Auftrag auszuführen.
Am Vorabend des Jahrestages wurde auf dem arabischen TV-Sender Al-Jazeera eine Video-Botschaft der radikal-islamischen Al Qaida ausgestrahlt. Darin trat nach Angaben des Senders auch einer der Selbstmordattentäter auf, der seine Tatmotive nannte. Die Anschläge würden, laut dem Terrorist, so lange weitergehen, bis sich auch die letzten ausländischen Besatzungssoldaten aus dem Irak zurückgezogen haben. Weiter kündigte er an, dass dies erst der Anfang gewesen sein soll, solange sich die britischen Streitkräfte nicht aus Afghanistan und dem Irak zurückziehen.
Ein Jahr nach den Anschlägen wurde der Opfer in London gedacht. Zur gleichen Zeit, als der Terror 2005 begann, wurden in der U-Bahn und auch am Travistock Square, wo der Bus explodierte, Blumen niedergelegt. Zeitgleich läuteten dabei die Glocken der St. Paul’s Kathedrale. An den vier Tatorten wurden zudem Gedenktafeln enthüllt. Selbst Königin Elizabeth II. nahm in der Kathedrale von Edinburgh an den Schweigeminuten teil. Auch in vielen moslemischen Einrichtungen ruhte die Arbeit und der Unterricht.
Seit den Anschlägen sehen sich viele der 1,8 Millionen britischen Moslems im Visier der Polizei. Zwei fehlgeschlagene Anti-Terror-Einsätze der Sicherheitskräfte, bei denen Polizisten auf zwei Unschuldige schossen, von denen einer starb, schüren die Angst der moslemischen Bevölkerung.
Eines der vielen Schicksale
Nach den Anschlägen drangen lange Zeit keine Informationen nach außen. Kurz nach den Detonationen herrschte das blanke Chaos in den Londoner Straßen. An die vier Unfallstellen drangen kaum Hilfskräfte vor. Einfache Leute wurden dabei zu Helden, wie auch Paul Dadge, der seine Geschichte der österreichischen Tageszeitung „Kurier“ erzählte.
Der Internet-Projektmanager nahm an diesem Morgen nicht seine gewohnte U-Bahn. Warum er das tat, weiß er bis heute nicht. Nachdem er aus seinem Zug aussteigen musste, da von einem Defekt die Rede war, spazierte er zum Paddington Bahnhof. Dabei kam er an der Edgware Road vorbei, wo ihm ein beißender Gestank entgegen schlug und blutüberströmte Menschen mit Verbrennungen an ihm vorbei liefen.
Der ehemalige freiwillige Feuerwehrmann Dadge rief sein gesammeltes Wissen der Erstversorgung ab, da keine andere Hilfe zur Stelle war. Dadge brachte die Verletzten in ein Kaufhaus, wo er ungefähr zwanzig Personen verarztete, unter ihnen auch eine junge Frau namens Divinia.
Ein Polizist entdeckte in dem Kaufhaus eine unbeaufsichtigte Tasche, woraufhin er Alarm für einen erneuten Anschlag gab. Dadge lief mit Divinia im Arm auf die Straße, wobei ihn einige Fotografen mit ihren Kameras erwischten.
Ein Jahr danach nahm Paul Dadge an den Gedenkfeierlichkeiten der Opfer teil. Er selbst sieht sich nicht als Held. Für ihn waren all jene, welche die Explosion überlebt haben und trotzdem anderen geholfen haben, Helden. Ebenso wie die Angehörigen, die in die Station Edgware Road gegangen sind, um dort den Opfern zu gedenken. Für ihn sind auch diese Helden, weil sie diese Situation erfolgreich gemeistert haben.
Dennoch hofft die britische Bevölkerung, dass die Ankündigung weiterer Anschläge durch einen der Selbstmordattentäter nichts weiter als eine Androhung ohne Folgen bleibt.
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