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Am 22. Juni 2006 eröffnete Clemens Neumann, Leiter des Büros von Minister Horst Seehofer (CSU), Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, und zuständig für nachwachsende Rohstoffe, im niedersächsischen Jameln, Landkreis Lüchow-Dannenberg, die erste Biogas-Tankstelle Deutschlands. Nach einjähriger Bauzeit konnte die Tankstelle an der B 248 zwischen Lüchow und Dannenberg für den Autofahrer freigegeben werden.
Der neue Kraftstoff, der von Erdgasautos getankt werden kann, entsteht in der Anlage der Raiffeisen-Waren-Genossenschaft (RWG) mittels einer speziellen Technik durch die Vergärung von Mais, Getreide und Kleegras. Eine unterirdische Gasleitung verbindet die Biogas-Anlage mit der Wendländer Tankstelle. Rund um die Uhr kann der Erdgasautofahrer mit seiner EC-Karte sein Fahrzeug hier betanken.
Die Tankstelle stellt ein von der Region Aktiv Wendland/Elbetal, der RWG Jameln und der E.ON Avacon AG betriebenes Pilotprojekt dar. Die Region Wendland/Elbetal ist eine von 18 Modellregionen, die vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird.
Die Eröffnungsfeier wurde begleitet von einer Gasfahrzeug-Ausstellung mit über 30 modernen Exemplaren. Über 1.000 Besucher kamen zu dem einmaligen Ereignis, das Informationen über Möglichkeiten der Biogas-Nutzung in Hülle und Fülle bescherte.
Schon rund 40.000 Autos fahren in Deutschland mit Erdgas als Energielieferant, mit Biogas erst einige Dutzend. Deutschland steht noch am Anfang seiner Biogas-Entwicklung. In der Schweiz gibt es schon fast ein flächendeckendes Netz von Biogas-Tankstellen, auch Schweden setzt vermehrt auf Biogas als Benzinersatz.
Der Vorteil von Biogas gegenüber Erdgas liegt u. a. darin, dass bei seiner Verbrennung genau so viel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie bei seiner Herstellung aus der Luft entnommen wird. Es belastet die Atmosphäre also nicht zusätzlich mit Treibhausgas.
Im Vergleich zum Biodiesel ist die Herstellung des Biogases berechnet auf eine bestimmte landwirtschaftliche Fläche wesentlich ergiebiger. In der Praxis heißt das, dass aus einem Hektar mehr als viermal soviel gasförmiger Kraftstoff hergestellt werden kann als bei der bisherigen Produktion von Biodiesel.
Für den Autofahrer liegt der entscheidende Vorteil in dem relativ günstigen Preis: Das Kilo Biogas kostet rund 80 Cent. Der Ergiebigkeit nach entspricht das einem Benzinpreis von 53 Cent pro Liter.
Ärgern Sie sich auch maßlos über die ständig steigenden Benzinpreise? Wäre Biogas für Sie eine Alternative? Diskutieren Sie mit uns im Life-Go-Forum.
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