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Deutschland trinkt zu wenig - nicht Alkohol - Bier und Wein - sondern alkoholfreie Getränke. Denn hört man sich im Freundes-, Bekannten-, Familienkreis oder im Kollegium um, so bestätigen viele, dass sie es nicht schaffen zwei bis drei Liter am Tag zu sich zu nehmen. Besonders Frauen scheinen davon betroffen zu sein und das Problem ist weiter verbreitet, als man meint.
Wie wir bereits in der Grundschule über die Anatomie des Menschen gelernt haben, ist der menschliche Körper ein kompliziertes Gebilde, das zu 60 bis 70 % aus Wasser (zu etwa 20 % aus Proteinen, zu ca. 15 % aus Fetten und zu 5 % aus Mineralen und anorganischen Stoffen) besteht. Auch weiß eigentlich jeder, dass Wasser und Salze im Körper ausgeglichen werden müssen und das über die Flüssigkeitszufuhr - durch Trinken. Doch wieso schaffen viele das nicht?
Neuere Erkenntnisse besagen, dass zum einen mehrfach Hunger mit Durst verwechselt wird, weil der Körper bei beidem im ersten Schritt das identische Signal gibt. Weiter ist das Durstempfinden des Körpers generell zu gering und selbst wenn Durstempfinden da ist, wird nicht getrunken. Hinzu kommen vermutlich die Gewohnheit, mangelnde Selbstdisziplin und vielleicht auch nicht genügend Problembewusstheit, denn die Folgen können später gravierend sein.
Die Auswirkungen sind vielfältig. Das Leitsymptom ist, dass frisch gezogene Hautfalten auf dem Handrücken „stehen“ bleiben. Auch Gewichtsverluste ohne andere Erklärungen können darin gesucht werden. Der Allgemeinzustand verschlechtert sich. Somnolenz kann auftreten. Unter diesem Begriff versteht der Mediziner Benommenheit, abnorme Schläfrigkeit, Bewusstseinstrübung und Erinnerungslücken. Krampfanfälle, Schocks, Agitation (krankhafte Unruhe), Verwirrtheit, Trockenheit der Haut und Schleimhäute, Sturzgefahr, Kopf- und Nierenschmerzen, Nierenerkrankung, Nierenversagen, Oligurie (Verringerung des Harns auf 500 ml pro Tag) und Anurie (Reduktion des Harns auf 100 ml innerhalb von 24 Stunden) gehören ebenso zu den drastischen Beschwerden.
Besondere Gefahr lauert dann, wenn die wenig trinkende Person sich Salmonellen zuzieht und durch diese oder aus einem anderen Grund eine Durchfallerkrankung bekommt oder durch Sommerhitze wie bereits im Jahr 2003 und in diesem Jahr. Die Zahl der Hitzetoten hing nicht zuletzt mit der Dehydrierung zusammen.
Die Diagnose: Der Natriumspiegel im Blut ist erhöht. Die Halsvenen sind eingefallen. Die Körpertemperatur ist erhöht (Durstfieber). Dies sind nur drei von ca. zehn Merkmalen, die auftreten können.
Die Therapie eines Hitzschlages und anderer Auswirkungen ist unangenehm. Krankenhausaufenthalt mit Infusion steht bei jeder Folge auf dem Plan. Und die Suche nach einem Spenderorgan (Niere) muss eigentlich nicht sein.
Gegenmaßnahmen bezüglich der Austrocknung sollten jedoch nicht nur im Sommer, sondern generell unternommen werden. Anreize sollten dabei sein:
- Vorbildfunktion gegenüber anderen, besonders Kindern und älteren Menschen
- eine schönere, glattere Haut im Alter
- weniger Hunger
- ein gesunder Körper, in dem ein gesunder Geist leben kann
Gehören auch Sie zu den Menschen, die zu wenig trinken? Dann lesen Sie den Artikel „Was haben Sie heute schon getrunken?“.
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