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Nachdem wir im letzten Artikel über die Problematik des Trinkens berichtet haben, soll es nun im zweiten Teil um Tipps zur Selbsthilfe gehen. Im folgenden Artikel geht es also zunächst einmal darum, welche Maßnahmen und Kniffe man immer und überall selbst ergreifen kann. Ein weiterer Abschnitt berichtet dann über Menschen, die unsere Unterstützung und Fürsorge benötigen.
Was können Sie für sich selbst im Alltag tun?
1. Stellen sie sich Getränke rund um die Uhr in Ihre unmittelbare Nähe, am besten ein befülltes Glas mit einer Sprudelflasche daneben. Sobald Sie das Glas geleert haben, befüllen Sie es direkt wieder. Sie werden schnell merken, dass Sie nach dem Glas greifen, wenn es erstmal vor Ihnen steht. Während eines Tages können Sie so vielleicht schon bald zwei bis drei Liter Flüssigkeitsaufnahme bewältigen.
2. Besonders geeignete Gefäße für die Getränkelagerung vor der Nase sind Kannen. Im Winter halten sie Ihre Getränke warm und im Sommer angenehm und erfrischend kühl. Ein weiterer Vorteil ist, dass man nicht ununterbrochen sieht wie voll der Behälter am Anfang des Tages noch ist. Am Ende des Tages werden Sie so überrascht feststellen, dass Ihr Gefäß „schon“ leer ist.
3. Auch die Selbstdisziplin ist ein wichtiger Faktor. Damit Sie am Morgen erst gar nicht vergessen, Ihr Wasser in der Nähe zu positionieren, könnten Sie an Ihrem Arbeits- und Lieblingsplatz etwas befestigen, was sie erinnert und gleichzeitig ein wenig mahnt. Wie die Erinnerung aussieht (Stillleben mit einem Krug, Sternchen, Plakat) ist dabei gleich, solange es den gewünschten Effekt ausreichend herbeiführt.
4. Bitten Sie gegebenenfalls andere (Verwandte, Bekannte, Freunde und Kollegen) Sie daran zu erinnern und vielleicht mal nachzufragen, ob Sie bereits genug getrunken haben. Vielleicht finden Sie dabei direkt ein paar Gleichgesinnte mit denen Sie sich gegenseitig motivieren und erinnern können. Sie werden den zwei bis drei Litern pro Tag immer näher kommen.
5. Sorgen Sie bei Getränken für genug geschmackliche Abwechslung, denn wer schon generell nicht „gerne“ trinkt, wird auch von der herumstehenden Flasche Wasser nicht sonderlich zu beeindrucken sein. Im Sommer bieten sich Schorlen, verdünnte Fruchtsäfte, kalte Tees, Wasser in diversen Geschmackssorten, Joghurtdrinks und vieles mehr an.
6. Wenn Sie gerne Kaffee oder schwarzen Tee trinken, machen Sie sich von dem Vorurteil frei, dass diese Getränke dem Körper zusätzlich Flüssigkeit entziehen. Neuste Studien widerlegen diese Ergebnisse. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann natürlich dennoch eine Tasse Kaffee oder Tee mit zwei Gläsern Wasser ausgleichen. Ihre Nieren werden es Ihnen danken!
7. Versuchen Sie Ihrer alten und zugleich ungesunden und schlechten Angewohnheit mehr und mehr entgegen zu treten. Schaffen Sie damit eine neue, gesunde Angewohnheit, denn dann fällt das Trinken nicht mehr so schwer, so dass Sie nach und nach auf Tricks, um sich selbst zu überlisten, verzichten können.
8. Gönnen Sie sich bewusste Trinkpausen. Egal, ob Raucherpause (diese ist im Übrigen in der Kombination mit Kaffee und Schwarzem Tee immer noch auf Dauer schädlich), „Pinkelpause“, Frühstückspause, Mittagspause, Shoppingpause: Die Zeit für ein Glas Wasser sollte immer sein.
9. Wenn Ihr Magen sagt „Hunger“, dann trinken Sie zunächst ein Glas Wasser. Sollte er dann immer noch rebellieren, essen Sie viel Obst und Gemüse und dann erst alles weitere. Obst und Gemüse enthalten von allen Lebensmitteln die meiste Flüssigkeit. Wenn Sie also erst etwas trinken, dann etwas Obst oder Gemüse zu sich nehmen, bevor Sie mit der Hauptmahlzeit beginnen, hat Ihr Körper dadurch viel gewonnen. Besonders geeignet und beliebt im Sommer ist die Wassermelone. Doch variieren Sie auch hier, damit keine Langeweile aufkommt und Sie zufrieden sind und Freude am gesunden Konsum entwickeln können.
10. Verzichten Sie auf zu salzige und zuckerhaltige Getränke und Speisen. Sicherlich trinkt man nach einer Salamipizza mehr, dennoch entziehen die Salze dem Körper zusätzlich Flüssigkeit, die Sie im Laufe des Tages nicht ohne weiteres aufholen können.
11. Tragen Sie im Sommer - besonders in diesem Jahr - helle Kleidung, halten Sie sich weitestgehend im Schatten auf und treiben Sie Sport in den frühen Morgen- oder den späten Abendstunden. Zum einen schwitzen Sie so weniger und verlieren damit nicht so schnell und viel Wasser. Positive Nebenwirkungen sind außerdem ein ausbleibender Sonnebrand und dass der Körper nicht den hohen Ozonwerten ausgeliefert wird, die eine zusätzliche Belastung darstellen.
12. Versuchen Sie Vorteile des Trinkens und die Nachteile, die durch Exsikkose - wie der Arzt die Austrocknung nennt - entstehen, im Hinterkopf zu behalten und probieren Sie, sich damit selbst zu motivieren und anzutreiben. Selbst wenn Sie jetzt noch nichts merken, sind Sie damit nicht vor Spätfolgen sicher. Ihr Körper wird zurückschlagen!
13. Prüfen Sie sich selbst: Nutzen Sie einen Timer oder ein Tagebuch? Wenn nicht legen Sie eins von beidem an und schreiben Sie genau auf, wie viel Sie am Tag trinken. Zum einen merken Sie so erstmal genau wie wenig Sie eigentlich trinken. Zum anderen können Sie mit Hilfe der Utensilien Ihre Fortschritte und Erfolge besser nachvollziehen. Ziehen Sie am Ende des Tages oder der Woche ein Resümee.
14. Vielleicht können Sie mit Gleichgesinnten auch einen Sport daraus machen. Wer seine Wasserflasche zuletzt leer hat muss das Spülen oder eine ähnliche unangenehme Kleinigkeit erledigen. Auch mit dem Partner oder in der Familie lässt sich so etwas leicht umsetzen.
15. Belohnen Sie sich sobald Sie merken, dass Sie die zwei bis drei Liter Flüssigkeitsaufnahme pro Tag schaffen. Gehen Sie mit Ihren Lieben ein Eis essen, denn auch dieses bedeutet mehr Flüssigkeit. Lassen Sie sich ebenfalls nicht von kleinen Rückschlägen entmutigen. Ein neuer Tag bedeutet neues Glück. Packen Sie dieses beim Schopf und geben Sie niemals auf!
Was können Sie für ihre Mitmenschen im Alltag tun?
Besondere Aufmerksamkeit verdienen Kinder, Alte und Pflegebedürftige. Wie bereits erwähnt, ist bei dieser Gruppe auch die Vorbildfunktion von großer Bedeutung. Sie können nicht allen Ernstes von Ihrem Kind erwarten, dass es zwei Liter „abpumpt“, wenn Sie selbst nur Ihren Kaffee am Morgen verzehren. Gleiches gilt für Eltern und Großeltern: Was man von anderen erwartet, sollte man möglichst auch selbst vorleben.
Weiter kann man bei Kindern noch in die Gewohnheiten eingreifen, damit Sie im schlimmsten Fall nicht in die eigenen Fußstapfen treten und wenn Sie erwachsen sind vor dem gleichen Problem - des zu wenig Trinkens - stehen. Was alles weitere betrifft, sind die gleichen Maßnahmen wie bei sich selbst anzuwenden:
- Die Getränke immer in der Nähe hinstellen.
- Gefäße verwenden, welche die Menge des Inhalts nicht preisgeben.
- Die Disziplin müssen Sie für Ihr Kind übernehmen.
- Auch für die Erinnerung haben Sie Sorge zu tragen.
- Schaffen Sie Abwechslung für die Geschmacksnerven.
- Legen Sie Trinkpausen ein.
- Bieten Sie vor und während dem Essen Getränke sowie viel Obst und Gemüse an.
- Auch als Zwischenmahlzeiten eignen sich frisches Obst und Gemüse.
- Achten sie auf weniger zuckerhaltiges und salziges Essen und Trinken.
- Helle Kleidung und kein Toben in der Mittagssonne sollten Standard sein.
- Halten Sie die Trinkgewohnheiten Ihrer Lieben schriftlich fest.
- Ihr Kind sollte Tischdienst machen müssen, denn Müll runter tragen oder ähnliches, wenn es zu wenig trinkt.
- Loben und belohnen Sie Ihr Kind mit einer kleinen Tüte Gummibärchen oder einer Kugel Eis, wenn es genug trinkt.
- Vorausgesetzt, dass Ihr Kind alt genug ist, sprechen Sie mit ihm über die Folgen der Austrocknung.
- Wenn gutes Zureden allein nicht hilft, versuchen Sie es mit Hilfe eines Schwamms eines Krankenhausbesuchs oder anderem anschaulich zu machen.
Als pflegender Angehöriger sollte man ebenso durch Notizen oder durch Markierungen unbedingt einen Überblick behalten, was tatsächlich getrunken wurde. Notfalls sollte man darauf drängen, dass die aufgebauten Getränke auch getrunken werden. Eine gute Kontrollmöglichkeit ist die Urinproduktion, denn eine Abnahme der Ausscheidungsmenge sollte schon eine Warnung sein.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen feucht-fröhlichen Sommer der etwas anderen Art und laden Sie herzlich zu einer Diskussion über Folgen, Maßnahmen, Erfahrungen und Weiteres in unserem Forum ein!
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