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Das Ozonloch schließt sich langsamer als erwartet


02.08.2006 (H. Bylinski) Kategorie: Wissenschaft

Bild: www.planet-wissen.de

Während wir auf der Erdoberfläche oft viel zu viel Ozon einatmen müssen, verschwindet das Ozon in den hohen Schichten der Atmosphäre und kann sich anschließend nur sehr langsam regenerieren. Nach jüngsten Ergebnissen einer Studie aus den USA wird es erheblich länger dauern, als bisher angenommen, bis sich das Ozonloch über der Antarktis wieder vollständig schießen wird.

Die Bezeichnung Ozonloch wird für die starke Abnahme der Ozonschicht verwendet, die in der so genannten Stratosphäre die Erde wie ein schützender Filter umhüllt. Wenn die jetzige „Erholungsrate“ beibehalten wird, so die Prognosen, wird das Ozonloch frühestens in 60 Jahren verschwunden sein, also nicht wie angenommen 2050, sondern erst ca. 2068. Eine nachhaltige Erholung des Ozonlochs wird nach aktuellen Mutmaßungen etwa mit zehnjähriger Verspätung, somit erst 2010 beginnen.

An der aktuellen Ozonloch-Untersuchung beteiligten sich drei Institute aus den USA: Die NASA, die nationale Behörde für Meeres- und Atmosphärenforschung (NOAA) sowie das nationale Zentrum für Atmosphärenforschung (NCAR). Die Forscher verwendeten dabei ein neues Berechnungsmodell, dem Daten, wie die erwarteten Chlor- und Brom-Konzentrationen zugrunde liegen. Dabei wird auch die Zeit berücksichtigt, die diese Stoffe zum Erreichen der Ozonschicht benötigen, die in der Stratosphäre, welche sich ca. 15 und 50 Kilometer über der Erdoberfläche befindet, liegt.

Die Untersuchung des Ozonlochs gibt über der Antarktis Aufschluss, über die komplette Ozonschicht der Erde. Erstmals wurden auch alle bekannten Einflussfaktoren berücksichtigt - zum einen die durch den Menschen verursachte Einflussnahme als auch natürliche Faktoren, wie Vulkanausbrüche und die Aktivität der Sonne.

Der Vorgang des Entstehens und Schließens einer Lücke im Ozonloch, das sich in der Schutzschicht in der Stratosphäre befindet, wird bereits seit den Achtzigerjahren beobachtet und untersucht. Den Nachforschungen zufolge öffnet sich das Ozonloch in den Monaten August und September, bevor es sich im November und Dezember wieder schließt.

Das Ozonloch ist im antarktischen Winter (Sommer auf der Nordhalbkugel) von einem Wirbel starker Winde umgeben. Dieser verhindert den Luftaustausch zwischen polaren und gemäßigten Zonen. Sobald in der Polregion der Frühling beginnt, schwächen sich die Winde ab und die ozonarme Luft im Inneren des Wirbels vermischt sich mit ozonreicher Luft von außen. Die Folge: Das Ozonloch schließt sich, doch leider langsamer als erwartet.

Die Ozonschicht ist ein sehr bedeutendes Schutzschild für die Menschen, da sie 90 bis 99 % der gefährlichen ultravioletten Strahlung von der Sonne absorbiert. Eine ausgedünnte Ozonschicht in der Antarktis bedeutet, dass mehr UV-Licht ungeschützt auf die Erdoberfläche strahlt. Die direkte Einstrahlung des UV-Lichts erhöht das Hautkrebsrisiko und kann innerhalb weniger Stunden zur Erblindung führen, wenn man direkt in die Sonne blickt.

Von der stärkeren UV-Strahlung sind alle Menschen weltweit betroffen. Ein Verschwinden der Ozonschicht hätte neben dieser direkten Schadwirkung auch noch weitere weitreichende negative Auswirkungen auf das Ökosystem der Erde.

Nach Angaben der aktuellen UN-Studie bleibt die Ozonschicht auch in den kommenden Jahren äußerst „verwundbar“. Nur wenn alle 183 Staaten, die das Protokoll von Montreal unterzeichneten und sich genauestens an die Beschlüsse hielten, könne sich die Schutzschicht erholen. Das Papier von Montreal, das 1987 beschlossen wurde, hat die Reduzierung der Ozon zerstörenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) zum Ziel, die sich vor allem in Spraydosen und Kühlschränken befanden.

Da FCKWs sehr unreaktive Verbindungen mit geringer Toxizität für Lebewesen sind, wurden sie früher für ideale Kühl- und Treibmittel gehalten und in großem Stil eingesetzt. Chemisch gesehen sind diese Verbindungen aber sehr schwer zersetzbar. Sie werden auch nicht abgebaut und können so eine sehr lange Zeit in der Umwelt verbleiben.

Die einzige Art sie wieder loszuwerden, besteht darin, dass sie in die Atmosphäre aufsteigen und schließlich in den Weltraum verschwinden. Dieser Prozess dauert leider einige Jahrzehnte, sodass die Folgen der FCKWs und das damit zusammenhängende langsamere Verschwinden des Ozonlochs uns noch lange begleiten werden.

Der Umgang mit FCKWs sollte also weitgehend vermieden werden. Bei starkem Ozonverlust, der durch den Gebrauch von FCKW gefördert wird, regeneriert sich das Ozonloch nur sehr langsam. Die UV-B-Belastung steigt überproportional an und stellt somit eine Bedrohung für alle Lebewesen dar.

Die unausweichlichen Folgen sind starke Sonnenbrände, Hautkrebs, das häufige Auftreten des Augenleidens Grauer Star, aber auch Erblindungen innerhalb kürzester Zeit sind möglich. Ein weiteres katastrophales Szenario, dass die UV-B-Strahlung verursachen kann, ist die Schädigung der Erbsubstanz von Lebewesen. Weiter denkbar sind Folgen wie Unfruchtbarkeit, gravierender Anstieg der Krebsrate und Missbildungen bzw. Mutationen bei Nachkommen von Pflanzen, Tieren und Menschen.



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