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Studieren ist teuer und das ist es auch schon ohne Studiengebühren! Reader, Kopien, Bücher, Forschungsreisen für die etwas fortgeschritteneren Studenten und nicht zuletzt der alltägliche Wahnsinn. Dieser setzt sich zunächst aus der Führung eines eigenständigen Haushalts zusammen, aber auch das soziale Leben soll nicht zu kurz kommen. „Nebenbei“ soll sich dann mit Hegel, dem Paarungsverhalten von Schnecken oder der Zahl 1 beschäftigt werden.
Doch was tun, wenn die lieben Eltern nicht finanziell für den begabten Sprössling aufkommen können? Arbeiten scheint die Lösung zu sein. Allerdings sollen die Nächte, welche sich die Studenten mit Kellnern und anderen Minijobs um die Ohren schlagen doch lieber für eine sinnvolle Auseinandersetzung mit Adorno oder der Relativitätstheorie nutzen.
Leichter gesagt als getan! Das dachte sich auch der deutsche Staat und war der Meinung, dass jeder Student, unabhängig von seinem sozialen Background, eine faire Chance bekommen sollte ein kurzes und erfolgreiches Studium zu absolvieren. So entstand am 1. September 1971 das Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz BAföG. Eigentlich gab es bereits seit 1953 eine Studienförderung, das so genannte Honnefer Modell, allerdings wurden nur wenige Studenten darin einbezogen. Im Jahr 1971 wurde die Studienförderung zu einem einklagbaren Recht.
Da 1971 die deutsche Wirtschaft als unumstößlich galt, bekamen bedürftige Studenten einen Vollzuschuss. Eine Rückzahlung war nicht notwendig. Doch auch schon damals lag der Betrag des Vollzuschusses unter dem Betrag, der notwendig gewesen wäre, um die Studiumskosten voll und ganz abzudecken. Somit mussten die Studenten auch zur damaligen Zeit ihr Studium mitfinanzieren.
Mit dem Beginn der konservativ-liberalen Regierungszeit unter Helmut Kohl kamen zusätzlich Schulden auf die Studenten zu, da ein Teil der Förderung nach abgeschlossenem Studium zurückgezahlt werden musste. Das ist bis heute so, aber die rot-grüne Regierung erweiterte den Empfängerkreis und heutzutage ist das BAföG nicht mehr wegzudenken.
In diesen Tagen kämpfen sich wieder Tausende von Studierenden und Schülern durch das Antragsformular um auch im nächsten Semester wieder eine Förderung zu erhalten. Eigenes Kapital und das „Einkommen im Sinne des BAföG“ müssen angegeben werden und dann wird die Höhe der Förderung berechnet - was das „Einkommen im Sinne des BAföG“ meint ist allerdings sehr undurchsichtig und schwer nachzuvollziehen.
Und genau hier findet sich der Haken: Denn bei einer Teilförderung handelt es sich bei vielen um einen Betrag, der nicht selten gerade für die Miete reicht, Versorgung und Uni-Leben nicht eingerechnet. Nicht selten müssen die teilgeförderten Studierenden schwer arbeiten, um sich ein Leben leisten zu können, das nicht von der Großzügigkeit der Eltern abhängt.
Viele Eltern aber können die studierenden Sprösslinge auch gar nicht unterstützen, sodass diese weiterhin zu Hause leben müssen. Oft werden hierbei große Entfernungen zur Universität und vor allem zu den Bibliotheken in Kauf genommen. Über die fehlende Unabhängigkeit, die sich durch das eigenständige Leben ergibt, soll an dieser Stelle gar nicht erst diskutiert werden.
Selbst wenn sich die Situation für die Studierenden gebessert hat, so doch nur partiell, denn die, die ohne den Höchstsatz auskommen müssen, leben nicht selten am Existenzminimum. Fast die Hälfte, 47 %, der Geförderten erhielten 2003 den Höchstsatz. Nahezu 90 % müssen trotzdem zusätzlich arbeiten, selbst, wenn sie den Höchstsatz bekommen. Und im Luxus leben wohl trotzdem die aller wenigsten Studenten.
Auf Grund der Tatsache, dass das Berechnen der gesetzlichen Förderung äußerst kompliziert ist, gibt es mehrere BAföG-Rechner (www.bafoeg-rechner.de) auf verschiedenen Internetseiten. Zumindest kann sich dort ein Überblick verschafft werden, ob sich das Kämpfen durch den BAföG-Dschungel überhaupt lohnt.
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die staatliche Förderung eine große Rolle im Leben der deutschen Studierenden spielt. Allerdings wird bemängelt, dass die Förderungen stark variieren und die meisten Studenten und Studentinnen trotzdem arbeiten müssen und mit Schulden in das Arbeitsleben starten. Zusätzlich zu den bisherigen BAföG-Schulden kommen in Zukunft noch die Belastungen durch die kommenden Studiengebühren, die die meisten Studierenden durch private Kredite finanzieren werden müssen.
Eine breitere Förderung auf freiwilliger Basis, die jedem Studierenden offen steht, wäre durchaus sinnvoller und unbürokratischer als das höchst komplizierte System, mit dem sich die Studenten und Studentinnen momentan auseinander zu setzen haben. Die Unabhängigkeit von den Eltern sollte also nicht von der Stundenzahl abhängen, die ein durchschnittlicher Studierender als Bedienung, studentische Hilfskraft oder Möbelpacker investiert.
Weitere Links zum Thema:
www.das-neue-bafoeg.de (Die offizielle Seite)
bundesrecht.juris.de (Gesetzestext)
www.ulmato.de (Informationen über das BAföG)
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